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Von wegen Verzicht ...
Lifestyle 7 2 Min. 01.07.2015 Aus unserem online-Archiv
Fahrbericht Ford Fiesta 1.0 Ecoboost

Von wegen Verzicht ...

Lifestyle 7 2 Min. 01.07.2015 Aus unserem online-Archiv
Fahrbericht Ford Fiesta 1.0 Ecoboost

Von wegen Verzicht ...

Wer Ford Fiesta sagt, denkt an einen kleinen Stadtflitzer ohne Ansprüche. Mit dem Dreizylinder-EcoBoost-Motor und Doppelkupplungsgetriebe hat der Ford zwar wenig Ansprüche, doch gibt er sich im Alltag erstaunlich erwachsen.

(TJ) - Wer Ford Fiesta sagt, denkt an einen kleinen Stadtflitzer ohne Ansprüche. Mit dem Dreizylinder-EcoBoost-Motor und Doppelkupplungsgetriebe hat der Ford zwar wenig Ansprüche, doch gibt er sich im Alltag erstaunlich erwachsen.

Zugegeben, der Fiesta bleibt mit knapp unter vier Meter Länge ein Stadt- oder Kleinwagen. Doch wenn der Kleine – wie im Fall unseres Testwagen – mit allerlei Komfortfeatures, bis hin zum Keyless-Go und dem Multimediasystem Ford Sync hochrüstet, braucht man auf keinerlei Annehmlichkeiten zu verzichten.

Ford spendiert dem Fiesta sogar eine LED-Lichtleiste und beleuchtete Cupholder. Das Ambiente ist markentypisch, das Armaturenbrett ist von der wuchtigen Mittelkonsole geprägt, auf der sich – unserem Geschmack nach – etwas zuviele Schalter und Tasten tummeln. Doch unter dem Strich ist der Fiesta ein erstaunlich erwachsenes Automobil, das im Alltag nichts vermissen lässt.

Hightech-Antrieb

Doch wenden wir uns dem Downsizer unter der Motorhaube zu: Wer glaubte, drei Zylinder und ein Liter Hubraum seien wohl eher etwas für Asketen, wird eines Besseren belehrt. Der kleine Motor abreitet akustisch sehr zurückhaltend, verschont die Insassen im Gegensatz zu anderen dreizylindirgen Artgenossen von lästigen Vibrationen und hängt munter am Gas.

Von Turbo-Gedenksekunde keine Spur, nicht mal ansatzweise verrät der aufgeladene Benziner seinen bescheidenen Hubraum. Im Gegenteil: Besonders in den unteren Gängen spielt er sein maximales Drehmoment von 170 Nm gut aus. 74 kW (100 PS) reichen für einen Spurt von 0-100 km/h in 10,8 Sekunden. Wer dem EcoBoost die Sporen gibt, erlebt eine durchaus befriedigende Beschleunigung, die vor wenigen Jahren noch unter Kleinwagen für Furore gesorgt hätte. Dabei eilt die Nadel des Drehzahlmessers erstaunlich flink dem roten Bereich entgegen.

Sanft gefahren, ist der muntere Benziner, wenn überhaupt, nur sehr dezent zu hören. Das Doppelkupplungsgetriebe arbeitet perfekt mit dem Motor zusammen, stellt immer die richtige der sechs Übersetzungen parat und schaltet ebenso ruckfrei wie schnell. Besonders im Stadtverkehr schätzt man die automatisierte Schaltung.

Wohl auch eher auf die City abgestimmt ist die recht leichtgängige Lankung. Sie erlaubt es, den Fiesta ohne Mühen auch durch verwinkelte Gassen zu zirkeln, lässt auf kurvigen Landstraßen allerdings etwas Rückmeldung vermissen. In puncto "Boost" macht der Ford seinem Namen also Ehre. Wie sieht es denn mit dem "Eco" aus? 4,9 Liter Normverbrauch gibt der Hersteller an. Das ergibt 114 Gramm Kohlendioxid je Kilometer und 55 Euro Steuern im Jahr.

In der Praxis kamen wir auf 6,2 Liter. Das ist respektabel, aber auch kein absoluter Sparrekord. Trotzdem: Der Einsatz moderner Technologie zeigt, dass man auch einem munteren Automatikfahrzeug moderate Trinksitten anerziehen kann. Wobei Werte um die Acht Liter auch ohne weiteres realisierbar sind. Downsizer spielen ihre Stärken lediglich im Teillastbetrieb dank reduzierter innerer Reibung aus. Wer Leistung abfragt, muss auch Sprit investieren.

Der Fiesta, das muss man ihm lassen, ist für ein Stadtauto erstaunlich erwachsen geworden und verlangt seinen Insassen keinerlei Verzicht ab.


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