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Von Gala bis Guildo
Lifestyle 5 3 Min. 31.05.2019

Von Gala bis Guildo

Kindermode aus vergangenen Zeiten.

Von Gala bis Guildo

Kindermode aus vergangenen Zeiten.
Foto: Stadtmuseum Simeonstift
Lifestyle 5 3 Min. 31.05.2019

Von Gala bis Guildo

Michael JUCHMES
Michael JUCHMES
Das Stadtmuseum Simeonstift Trier widmet sich in einer Ausstellung der anlassbezogenen Mode seit 1770. Dabei spielt auch Triers bekanntester Schlagerbarde eine Rolle.

„Smart Casual“, „Business Casual“ oder „Black Tie“: Eine Einladung zu einem gesellschaftlichen Ereignis wirft oftmals – trotz des häufig explizit vorgegebenen Dresscodes – eine Vielzahl von Fragen auf. Darf es ein Poloshirt statt Hemd sein? Muss man wirklich einen Frack tragen? Ist man im Anzug over- oder underdressed? Zur Lösung dieses Problems trägt in der Regel das Internet bei – oder ein Anruf beim Veranstalter.

Die Frage der passenden Kleidung für besondere Anlässe ist aber nicht erst in der Gegenwart zum Diskussionsstoff geworden, wie nun eine Sonderausstellung im Stadtmuseum Simeonstift in Trier beweist. Unter dem Motto „Um angemessene Kleidung wird gebeten“ haben dort auf zwei Etagen die Kuratoren Alexandra Orth und Ralf Schmitt ereignisbezogene Mode aus rund 250 Jahren zusammengetragen.

„Diesen Spruch findet man ja immer noch auf Einladungen“, erklärt die Kunsthistorikerin Alexandra Orth. „Wir waren uns daher sicher, dass dies ein Thema ist, das die Menschen auch heute noch umtreibt.“

Leihgaben aus Luxemburg

Ein Großteil der rund 100 Ausstellungsstücke stammt aus der Textilsammlung des Stadtmuseums und dem Fundes des Kuratoren Ralf Schmitt, der an der Hochschule Trier als Dozent tätig ist. „Ralf Schmitt ist nicht nur Modedesigner“, so Alexandra Orth, „er verfügt auch über eine unermesslich große Sammlung an Kleidung aus der Zeit des 18. Jahrhunderts bis heute. Der Schwerpunkt liegt dabei passenderweise auf Mode für besondere Anlässe.“

Ergänzt wurde die Auswahl von sehenswerten Leihgaben, darunter auch einigen Stücken aus Luxemburg, wie etwa einem Taufkleid und einer Ballrobe aus dem Nachlass der Familie de Roebé aus Fels. Außerdem steuerte Paula Forster, Modedesignstudentin an der Hochschule Trier, einige zeitgenössische Entwürfe bei, die den Kontrast zu den früheren häufig ungeschriebenen Dresscodes noch deutlicher werden lassen.

Das Kuratoren-Duo entschied sich beim Ausstellungsaufbau gegen eine gewöhnliche chronologische Aufteilung und führt die Besucher von Thema zu Thema, von der Geburt bis zum Tod – angefangen bei der Taufkleidung über die Anlassmode für Kinder und Jugendliche, den ersten Ball und die Hochzeit bis hin zur Trauerkleidung.


US actress and member of the jury of the Cannes Film Festival Elle Fanning poses as she arrives for the screening of the film "Once Upon a Time... in Hollywood" at the 72nd edition of the Cannes Film Festival in Cannes, southern France, on May 21, 2019. (Photo by LOIC VENANCE / AFP)
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Den Abschluss bilden – als optischer Höhepunkt – die Kreationen für den roten Teppich, darunter eine bodenlange Kreation von Vivienne Westwood, die von Jerry Hall getragen wurde, und ein kunterbuntes Abendkleid von Dior aus dem Jahr 1967, das Ralf Schmitt aus dem Besitz der französischen Schauspielerin Leslie Caron übernehmen konnte.

Ensemble aus Pannesamt

Ein echtes Lieblingsstück von Alexandra Orth ist ebenfalls am Ende der Ausstellung zu finden. „Mein Favorit ist der Anzug, den Guildo Horn 1998 beim Eurovision Song Contest in Birmingham getragen hat“, erklärt die Kuratorin. Den Zweiteiler aus Pannesamt und Kunstseide habe man als Leihgabe aus dem Rock'n'Pop-Museum im westfälischen Gronau erhalten. Das auffällige Exponat hat gleich einen doppelten Trier-Bezug: Der Anzug wurde von Schmuckdesignerin Miranda Konstantinidou gestaltet.

Das Stadtmuseum hofft durch die Ausstellung natürlich auch unter Beweis stellen zu können, dass Trier durchaus den Zusatz „Modestadt“ verdient. Das unterstreicht nicht zuletzt eines der letzten Stücke der Schau: ein tief ausgeschnittenes Kleid der deutschen Labels Aigner, das Supermodel Toni Garrn vor einigen Jahren zur Bambi-Verleihung trug.

Es entstammt der Feder von Christian Beck, einem Absolventen des Studiengangs Modedesign der Hochschule Trier, einer Designschmiede, deren kreativer Nachwuchs häufig in Unternehmen der deutschen Modeindustrie eine Anstellung findet – und damit auch seinen Weg in die Garderobe der Museumsbesucher.



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