Volvo XC60

Von wegen alter Schwede

Volvo zeigt der Konkurrenz, wo Thors Hammer hängt

Der neue Volvo XC60 kommt selbstbewusst, aber keinesfalls prätentiös daher.
Foto: Volvo Cars

von Marc Bourkel

Obwohl der neue Volvo XC60 noch gar nicht beim Händler steht, ist er bereits ein echter Verkaufsschlager. Nach Angaben der Schweden sind die Auftragsbücher bereits seit Wochen derart gut gefüllt, dass sich neue Interessenten auf relativ lange Lieferzeiten einstellen müssen. Volvo-Mitarbeiter müssen sogar noch deutlich länger in die Röhre gucken. Aufgrund des großen Kundeninteresses ist die XC60-Neuauflage bei Volvo derzeit nämlich als Dienstwagen schlicht tabu.

Neues Design

Volvo scheint beim neuen XC60 demnach vieles richtig gemacht zu haben – angefangen beim Design. Optisch stellt der 4 688 Millimeter lange und 1 902 Millimeter breite Schwede seinen etwas in die Jahre gekommenen Vorgänger klar in den Schatten. Für eine starke, aber keinesfalls prätentiöse Präsenz sorgen nicht zuletzt die sogenannten, mittlerweile Volvo-typischen „Thors Hammer“-LED-Scheinwerfer, der markante Kühlergrill, der relativ lange Radstand (2 865 Millimeter Radstand), die verhältnismäßig kurzen Überhänge und die etwas weiter nach hinten gerückte Fahrgastzelle.

Ähnlich modern und aufgeräumt wie das Exterieur präsentiert sich auch das edel anmutende Cockpit, das sich recht stark an jenem der Oberklasse-Fahrzeuge der 90er-Reihe orientiert. Dominierendes Merkmal ist denn auch wie bei den großen Volvo-Modellen ein intuitiv zu bedienender 9,2-Zoll-Touchscreen, über den sich fast alle Funktionen steuern lassen. Für den neuen XC60 haben die Volvo-Entwickler das Layout und die Menüstruktur noch einmal optimiert, sodass der Fahrer die gesuchte Funktion nun noch schneller findet. Zum fortschrittlichen Anspruch des Schweden passt auch die serienmäßige digitale Instrumentenanzeige – in zwei Ausführungen, einmal als Acht-Zoll-Version und einmal mit 12,3 Zoll großem Display. Ein Head-up-Display gibt es gegen Aufpreis.

Viel Platz für Insassen und Gepäck

Auch wenn der auf der neuen Volvo-Plattform SPA (Scalable Product Architecture) aufbauende XC60 eine halbe Nummer kleiner geraten ist als sein großer Bruder XC90, kommt weder in der ersten noch in der zweiten Reihe ein Gefühl von Enge auf. Ein Fakt, der auch auf das Gepäcktabteil zutrifft. Bei aufgestellten Rücksitzen – diese sind im Verhältnis 60:40 teilbar – stehen mindestens 505 Liter Ladevolumen zur Verfügung. Durch das Umklappen der Fondsitze entsteht nicht nur eine ebene Ladefläche, sondern auch ein Stauvolumen von bis zu 1 432 Liter (bei dachhoher Beladung).

Wie schon bei der 90er-Familie setzt Volvo auch beim neuen XC60 ausschließlich auf Vierzylinder-Motoren. Zur Auswahl stehen zwei 2,0-Liter-Benziner, zwei 2,0-Liter-Diesel und ein Plug-in-Hybrid (2,0-Liter-Benziner plus E-Maschine). Die Aggregate decken ein Leistungsspektrum von 140 kW (190 PS) bis 300 kW (407 PS) ab und sind allesamt ab Werk mit einem permanenten Allradantrieb und einer Acht-Gang-Automatik kombiniert. Gegen Jahresende wird Volvo zwei Varianten mit reinem Frontantrieb und Handschaltgetriebe nachreichen, und zwar den 140 kW (190 PS) starken D4-Diesel sowie den Einstiegs-Diesel D3 mit 110 kW (150 PS) Leistung.

Kaum ein Autobauer hat sich in den vergangenen Jahren so sehr dem Thema Sicherheit verschrieben wie Volvo. Ganz im Sinne der Volvo-Vision 2020, laut der ab dem Jahr 2020 niemand mehr in einem neuen Volvo bei einem Unfall getötet oder schwer verletzt werden soll, bietet der XC60 in puncto Assistenzsysteme alles, was der Markt derzeit hergibt – allerdings teilweise nur gegen gutes Geld.

Apropos gutes Geld: Davon verlangt Volvo für den neuen XC60 mindestens 47 915 Euro. Wer sich mit dem vorläufigen Basis-Diesel D4 und der zwar guten, aber längst nicht kompletten Grundausstattung nicht zufrieden gibt, sollte jedoch mindestens 60 000 bis 65 000 Euro einkalkulieren. Zum Vergleich: Der aktuelle XC60 ist als 110 kW (150 PS) starker Diesel mit Frontantrieb und Handschaltung ab 36 167 Euro zu haben.