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Volvo XC40: Nicht nur für Individualisten
Schwedisch für Fortgeschrittene: Volvo bezeichnet den XC40 als „vielleicht ausdrucksstärkstes Modell der Marke“.

Volvo XC40: Nicht nur für Individualisten

Foto: Volvo Cars
Schwedisch für Fortgeschrittene: Volvo bezeichnet den XC40 als „vielleicht ausdrucksstärkstes Modell der Marke“.
Lifestyle 1 3 Min. 13.01.2018

Volvo XC40: Nicht nur für Individualisten

Mit dem XC40 steigt Volvo spät, aber selbstbewusst in das Kompakt-SUV-Segment ein. Der frech gezeichnete Schwede soll nicht nur an den Erfolg seiner großen Brüder anknüpfen, sondern auch den Platzhirschen von VW und BMW ordentlich in die Parade fahren.

von Marc Bourkel

Die Bestseller im Kompakt-SUV-Segment, der VW Tiguan und der BMW X1, müssen sich warm anziehen. Ungemach droht den beiden Deutschen aus dem hohen Norden – genauer gesagt aus dem Hause Volvo. Die schwedische Geely-Tochter schickt dieser Tage nämlich den XC40 an den Start. Dieser richtet sich laut Volvo zwar vor allem an Individualisten, dürfte mit seinem Gesamtpaket aber auch zahlreiche Mainstream-Käufer überzeugen.

Der knapp 4,43 Meter lange XC40 orientiert sich an der Front weitgehend an den größeren Brüdern der 60er- und 90er-Familie, geht aber im Heckbereich und mit dem auf Wunsch farblich abgesetzten Dach – je nach Ausstattungsvariante in Weiß oder Schwarz – völlig eigene Wege. Auch wenn die eigenwillig gezeichnete Heckpartie mit Sicherheit nicht jedermanns Geschmack trifft, kann man das Designexperiment durchaus als gelungen bezeichnen. Bei Volvo ist man sich auf jeden Fall bewusst, dass der XC40 polarisieren wird. In der Konzernzentrale in Göteborg spricht man schließlich vom „vielleicht ausdrucksstärksten Modell der Marke“.

Nun, im Interieur gibt sich der Schwede dafür skandinavisch nüchtern. Wie schon beim XC60 und beim XC90 gibt es auch beim XC40 ein Minimum an Schaltern und Tasten. Die meisten Funktionen werden über den 12,3 Zoll großen Touchscreen gesteuert, der sich wie ein Tablet bedienen lässt. Zum Hightech-Anspruch des Schweden passt auch die serienmäßige digitale Instrumentenanzeige, für die man beim Tiguan beispielsweise extra zahlen muss.

Das Platzangebot im XC40 ist angesichts der doch recht kompakten Fahrzeugabmessungen mehr als ordentlich. In der zweiten Reihe können auch 1,90 Meter große Mitfahrer bequem sitzen. Viel Platz steht auch im Gepäckabteil zur Verfügung. Während bei aufgestellten Rücksitzen 460 Liter Ladevolumen bereitstehen, können bei umgeklappten Rücksitzlehnen – diese sind im Verhältnis 60:40 umlegbar – bis zu 1 335 Liter Ladegut verstaut werden.

Das XC40-Cockpit präsentiert sich skandinavisch nüchtern.
Das XC40-Cockpit präsentiert sich skandinavisch nüchtern.
Foto: Volvo Cars

Akzente im Segment soll der XC40 aber nicht zuletzt mit seiner Sicherheitsausstattung setzen. Zum Serienumfang des Schweden gehören daher einige Assistenzsysteme und Techniken, die es im Kompakt-SUV-Bereich bisher nicht gab – wie etwa die „Oncoming Lane Mitigation“, die bei drohenden Kollisionen mit entgegenkommendem Verkehr eingreift, die „Road Edge Detection“, die ein unbeabsichtigtes Verlassen der Fahrbahn durch Lenk- und Bremseingriffe verhindern soll, oder aber die „Run-off Road Protection“, die bei einem Abkommen von der Fahrbahn präventive Schutzmaßnahmen ergreift, um die Insassen vor Verletzungen zu bewahren. Ein Novum in der Klasse ist auch das optional verfügbare „Pilot Assist System“, das auf Autobahnen oder Schnellstraßen teilautonomes Fahren bis 130 km/h ermöglicht.

Reine Elektrovariante eventuell schon 2020

Zum Marktstart des Fünftürers stehen lediglich zwei Triebwerke zur Auswahl, ein 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit 182 kW (247 PS) Leistung im XC40 T5 und ein 140 kW (190 PS) starker 2,0-Liter-Vierzylinder–Common-Rail-Turbodiesel im XC40 D4. Beide Motorisierungen sind standardmäßig mit Allradantrieb und Acht-Gang-Automatik kombiniert. In den kommenden Monaten will Volvo das Motorenangebot kontinuierlich erweitern.

Fest eingeplant sind unter anderem ein 114 kW (156 PS) leistender Dreizylinder-Benziner (T3), ein 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner (T4) mit 140 kW (190 PS), ein 110 kW (150 PS) starker 2,0-Liter-Diesel (D3) sowie ein Plug-in-Hybrid. Selbst eine reine Elektrovariante ist laut Volvo denkbar. Diese könnte bereits in zwei Jahren auf den Markt kommen.

Als D4 AWD kostet der XC40 mindestens 39 067 Euro und als T5 AWD wenigstens 43 225 Euro. Durch die Einführung der D3- und T3-Motoren werden die Preise aber deutlich sinken. Für den frontgetriebenen T3 mit Sechs-Gang-Schaltgetriebe ruft Volvo etwa 29 688 Euro auf.


Technische Daten

Motoren: 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner oder 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel; Leistung: 182 kW (247 PS) bei 5 500 U/min bzw. 140 kW (190 PS) bei 4 000 U/min; Maximales Drehmoment: 350 Nm bei 1 800 bis 4 800 U/min bzw. 400 Nm bei 1 750 bis 2 500 U/min; Kraftübertragung: Acht-Gang-Automatik, Allradantrieb; Länge x Breite x Höhe: 4 425 x 1 863 x 1 652 Millimeter; Leergewicht: 1 775 bzw. 1 824 Kilogramm; Zul. Anhängelast (gebremst/ungebremst): 2 100/750 Kilogramm; Kofferraumvolumen: 460 bis 1 336 Liter; 0-100 km/h: 6,5 bzw. 7,9 Sekunden; Höchstgeschwindigkeit: 230 bzw. 210 km/h; ECE-Verbrauch: 7,2 bzw. 5,1 Liter pro 100 Kilometer; CO2-Ausstoß: 168 bzw. 135 Gramm pro Kilometer; Preis: ab 43 225 bzw. 39 067 Euro.


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