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Viertes „AutoOccasiounsfestival“: Der Trend geht zum Gebrauchtwagen
Auf Hochglanz gebracht: Fahrzeuge aus zweiter oder dritter Hand sind weiter auf dem Vormarsch.

Viertes „AutoOccasiounsfestival“: Der Trend geht zum Gebrauchtwagen

Chris Karaba
Auf Hochglanz gebracht: Fahrzeuge aus zweiter oder dritter Hand sind weiter auf dem Vormarsch.
Lifestyle 3 Min. 03.05.2015

Viertes „AutoOccasiounsfestival“: Der Trend geht zum Gebrauchtwagen

Neben dem Autofestival organisieren die Händlerverbände Adal und Fégarlux seit 2012 auch ein jährliches Gebrauchtwagenfestival. Das sogenannte „AutoOccasiounsfestival“ findet in diesem Jahr vom 4. bis zum 9. Mai statt und hat nach Ansicht der Adal- und Fégarlux-Verantwortlichen durchaus seine Daseinsberechtigung.

Von Marc Bourkel

Neben dem Autofestival organisieren die Händlerverbände Adal und Fégarlux seit 2012 auch ein jährliches Gebrauchtwagenfestival. Das sogenannte „AutoOccasiounsfestival“ findet in diesem Jahr vom 4. bis zum 9. Mai statt und hat nach Ansicht der Adal- und Fégarlux-Verantwortlichen durchaus seine Daseinsberechtigung. Schließlich würden in Luxemburg mittlerweile deutlich mehr Gebrauchtwagen als Neufahrzeuge verkauft, so Adal-Präsident Ed Goedert.

Während beim Autofestival vor allem Neuwagen im Mittelpunkt stehen, dreht sich beim „AutoOccasiounsfestival“ – der Name verpflichtet – alles ums Thema Gebrauchtwagen. Und das Geschäft mit gebrauchten Personenwagen brummt. Der Gebrauchtwagenmarkt in Luxemburg wächst nämlich von Jahr zu Jahr. Allein im vergangenen Jahr verzeichnete er ein Zulassungsplus von 3,12 Prozent, und zwar von 53 333 Einheiten im Jahr 2013 auf 54 998 Fahrzeuge.

Zum Vergleich: Bei den Neuwagen gab es 2014 „nur“ 49 793 Zulassungen. Und auch in diesem Jahr scheint sich der Trend zu bestätigen. Zwischen dem 1. Januar und dem 31. März wurden in Luxemburg nämlich 14 434 Gebrauchtfahrzeuge und „lediglich“ 11 856 Neuwagen zugelassen.

Mentalitätswandel bei den Autofahrern

Dass sich immer mehr Autokäufer in Luxemburg für ein Gebrauchtfahrzeug entscheiden, ist laut Fégarlux-Präsident Ernest Pirsch auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Wichtigster Punkt sei dabei neben dem demografischen Wandel sicher ein deutlich erkennbarer Mentalitätswandel beim Thema Fahrzeuge aus zweiter oder dritter Hand. Immer mehr Autofahrer kauften heute bevorzugt solche Fahrzeuge – weil nicht nur das Angebot, sondern auch die Qualität stimme. Vom Sparpotenzial ganz zu schweigen, so Pirsch.

Auch für den Gebrauchtwagenkauf beim Händler sprechen laut Pirsch gleich mehrere Gründe. Der Hauptgrund sei neben dem breiten Angebot sicher das hohe Qualitätsniveau. Ein Autohändler, der etwas auf sich halte, könne es sich einfach nicht leisten, dem Kunden ein schlechtes Auto unterzujubeln. Falls es doch einmal unerwartete Probleme mit einem Gebrauchten gebe, greife immer noch die Garantie – was beim Gebrauchtwagenkauf von privat nicht gewährleistet sei, so der Fégarlux-Vorsitzende. 

„Ein sehr wichtiger Geschäftsbereich“: Fégarlux-Präsident Ernest Pirsch und Adal-Präsident Ed Goedert bei der Vorstellung des diesjährigen „AutoOccasiounsfestival“.
„Ein sehr wichtiger Geschäftsbereich“: Fégarlux-Präsident Ernest Pirsch und Adal-Präsident Ed Goedert bei der Vorstellung des diesjährigen „AutoOccasiounsfestival“.
Chris Karaba

Dass längst nicht alle in den beiden Branchenverbänden zusammengeschlossenen Betriebe am „AutoOccasiounsfestival“ teilnehmen – laut Adal und Fégarlux beteiligen sich in diesem Jahr 49 Händler –, hat laut Pirsch übrigens nichts mit einem eventuellen Desinteresse der betroffenen Mitglieder zu tun.

Dieser Umstand sei vielmehr der Tatsache geschuldet, dass viele Händler einfach keinen Platz hätten, um Gebrauchtwagen kundenfreundlich auszustellen. Andere Hersteller wiederum hätten nicht ausreichend Gebrauchte, um sich an der mehrtägigen Verkaufsveranstaltung zu beteiligen.

Die Zeiten, in denen manche Händler den Gebrauchtwagenhandel als eine Art notwendiges Übel abgetan hätten, seien längst vorbei, so Adal-Präsident Ed Goedert. Das Geschäft mit Gebrauchten sei schlichtweg zu wichtig, um es nicht ernst zu nehmen. Und es werde in den kommenden Jahren wohl noch weiter an Bedeutung gewinnen.

„Für viele Händler wie eine zweite Marke“

„Gebrauchtfahrzeuge sind für viele von uns mittlerweile wie eine zweite Marke“, sagt Goedert. Der Adal-Vorsitzende verweist in diesem Zusammenhang auf den finanziellen Aspekt des Gebrauchtwagenmarkts. Während die Branche im vergangenen Jahr mit Neuwagen einen Umsatz von rund 1,44 Milliarden Euro erzielte, wurden mit Gebrauchtwagen etwa 610 Millionen Euro erwirtschaftet.

Von der Güte der in Luxemburg verkauften Gebrauchtwagen zeuge nicht nur das im internationalen Vergleich relativ niedrige Durchschnittsalter der aktuell zugelassenen Personenwagen, nämlich rund 5,8 Jahre, sondern auch der durchschnittliche Wert der im vergangenen Jahr angemeldeten Gebrauchtfahrzeuge. Dieser lag laut Goedert bei immerhin rund 11 000 Euro.

Positive Impulse erwartet man sich beim diesjährigen „AutoOccasiounsfestival“ durch die Ausdehnung auf sechs Verkaufstage von Montag bis einschließlich Samstag. Im Vorjahr ging die Veranstaltung lediglich von Freitag bis Sonntag. Auf einen Sonntag verzichte man in diesem Jahr bewusst, da die Sonntage sich in den vergangenen Jahren aus geschäftlicher Sicht als wenig attraktiv erwiesen hätten, so Goedert.


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