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Vier Tipps für Urlaub abseits der Touristenpfade
Lifestyle 6 Min. 26.02.2020

Vier Tipps für Urlaub abseits der Touristenpfade

Der alte Hafen von Barcelona ist einen Besuch wert. Abenteuerlustige können ihn sogar mit einer Seilbahn erkunden.

Vier Tipps für Urlaub abseits der Touristenpfade

Der alte Hafen von Barcelona ist einen Besuch wert. Abenteuerlustige können ihn sogar mit einer Seilbahn erkunden.
Foto: Shutterstock
Lifestyle 6 Min. 26.02.2020

Vier Tipps für Urlaub abseits der Touristenpfade

Manche Sehesnwürdigkeiten in den Metropolen stehen nicht unbedingt im Reiseführer - totzdem sind sie oftmals einen Besuch wert.

(srt) - Kolosseum, Eiffelturm und Sagrada Familia sind absolute Must-Sees beim ersten Besuch in den europäischen Metropolen. Wiederholungstäter oder Neugierige mit einem großzügigen Zeitbudget wandeln jedoch auch gerne abseits der gängigen Touristenpfade. Für Experimentierfreudige und Entdecker gibt es einige Tipps.

Lissabon: Alte Fabriken und Wasserspiele

Nicht geheim, aber besonders ist die Stadtrundfahrt mit der Straßenbahnlinie 28, die einmal quer durch Lissabon fährt. Mit etwas Glück erwischt man eine der älteren „Elétricos“. Und wer Gefallen an alten Straßenbahnen gefunden hat, setzt seine Fahrt gleich fort mit der Lavra Funicular, die zum ruhigen Torel-Park hinauffährt. Oben erwartet den Besucher ein herrlicher Panoramablick über die Stadt. Kultur- und Kunstfreunde kommen in der Braco de Prata voll auf ihre Kosten. Das ehemalige Fabrikgelände beherbergt Galerien, Buchläden und Restaurants und ist noch ein Insidertipp für trendige Lissabon-Besucher.

Eine Stadtrundfahrt mit der historischen Straßenbahn in Lissabon lohnt sich – und führt zu ruhigen Orten.
Eine Stadtrundfahrt mit der historischen Straßenbahn in Lissabon lohnt sich – und führt zu ruhigen Orten.
Foto: Shutterstock

Als Geheimtipp gilt ebenfalls das ehemalige Aquädukt, das Mãe-D’Água-Amoreiras-Reservoir. Die „Mutter des Wassers“ ist ein festungsähnlicher Bau und liegt am Parque de Amoreiras. Die Wasserspiele in den Marmorbecken sind ebenso sehenswert wie der Blick auf die Stadt von der großen Dachterrasse aus. Für Grünliebhaber ist die Tapada das Necessidades, die Parkanlage hinter dem Außenministerium, der ideale Rückzugsort. Nicht einmal die Lissabonner haben diesen ehemaligen Palastgarten so richtig wiederentdeckt. Auf verschlungenen Wegen stoßen Besucher auf verfallene Gebäude und große Kakteengärten.

Wer grandiose Aussichten liebt und nicht unter Höhenangst leidet, sollte sich den Besuch der Basilica da Estrela keinesfalls entgehen lassen. Für vier Euro kann die Kuppel über eine Wendeltreppe bestiegen werden – Lohn ist ein 360-Grad-Ausblick über die Stadt und in den Dom. Auch die Ohren kommen nicht zu kurz. Vor den Messen spielt das zwölfelementige Glockenspiel bekannte Weisen. Besonders schön ist der Sonnenuntergang von dort oben.

Paris: Bunte Straßen und Totenköpfe

In der Stadt der Mode, der Selbstdarsteller und des Lärms ist ein echter Geheimtipp – wen wundert's – eine autofreie Straße, die Square des Peupliers. Dieses dreieckige Gässchen mit bunten Häusern liegt nahe dem Butte aux Cailles im 13. Arrondissement und wird wegen ihrer Einzigartigkeit gerne als Filmkulisse genutzt. Kopfsteinpflaster und Kletterrosen lassen Passanten daran zweifeln, ob sie wirklich eben noch über die hektischen Trottoirs der Champs-Elysées gelaufen sind.

Das Village Saint-Paul im Pariser Marais-Viertel versprüht den typischen Charme der französischen Hauptstadt.
Das Village Saint-Paul im Pariser Marais-Viertel versprüht den typischen Charme der französischen Hauptstadt.
Foto: Shutterstock

Ebenso ergeht es den Besuchern des Kanal St-Martin. Rund um den grachtenähnlichen Kanal herrscht beschauliche Ruhe. Kleine Cafés und Patisserien reihen sich teils unter hohen Bäumen aneinander und laden zu einer Pause ein. Da ist es in der Rue de Montorgueil schon lebhafter. Die pittoreske Schlemmermeile nahe dem Châtelet-les-Halles-Viertel lässt Feinschmeckerherzen höher schlagen. Am Wochenende geben sich reichlich verschlafene Pariser auf der Jagd nach einem Baguette und Touristen ein Stelldichein. Von einem der gemütlichen Bistrostühle aus lässt sich dieses Spektakel bei einem Café au lait in aller Ruhe beobachten.

Gruseliger wird’s im unterirdischen Friedhof in den Katakomben in Montparnasse. Im Ossuaire municipal ruhen die Gebeine von sechs Millionen Parisern. Der Anblick der aufgeschichteten Totenschädel ist allerdings nichts für zartbesaitete Gemüter.

Entspannung und Beschaulichkeit bestimmen hingegen das fast schon dörflich anmutende und eher wenig bekannte Village Saint-Paul im Marais, das mit seinen Antiquitätenhändlern, Galerien und Cafés zum Herbstbummel einlädt. Hobbyfotografen machen einen Bummel zur Rue Crémieux. Dort haben die Anwohner 1933 im Rahmen einer Bürgerinitiative gegen tristes Grau ihre 35 kleinen Reihenhäuser quietschbunt bemalt.

Die Place Dauphine in Paris lädt dazu ein, in Ruhe seinen Gedanken nachzuhängen.
Die Place Dauphine in Paris lädt dazu ein, in Ruhe seinen Gedanken nachzuhängen.
Foto: Shutterstock

Und wer einfach mal in Ruhe verschnaufen und sich wie im romantischen Paris vieler Cineasten fühlen möchte, macht einen Abstecher zur Place Dauphine, setzt sich auf eine der zugegebenermaßen nicht sehr bequemen Bänke und träumt vor sich hin. Oder geht gleich hinunter zu den alten Trauerweiden schräg unter dem Pont Neuf und vertraut seine Gedanken der ewig fließenden Seine an.

Rom: Schöne Aussichten und römische Hausfrauen

Wer Rom mal aus einer anderen Perspektive erleben möchte, mietet sich – je nach Vorliebe – eine Vespa oder ein Fahrrad. Und saust los zum eher unbekannten Giardino degli Aranci auf dem Aventinshügel mit seiner spektakulären und relativ wenig besuchten ovalen Aussichtsterrasse. Zwischen duftenden Orangenbäumen liegt der Blick auf Rom im milden Frühlingslicht. Und wenn man schon mal hier oben ist, lohnt sich der Blick durch das Schlüsselloch, das „Il Buco della serratura“ auf der Piazza dei Cavalieri di Malta. Noch grüner und einheimischer geht’s im Park der Villa Doria Pamphilj zu. Warum nicht einen Picknickkorb im Restaurant nahe dem Eingang Via Vitellia 102 kaufen und königlich tafeln?

Wer sich ein ausgiebigeres Picknick gönnen und den Zauber einer echten römischen Markthalle erleben möchte, besucht vorher den Mercato Gianicolense auf der Piazza San Giovanni di Dio in Monteverde. Mehr als 20 Jahre wartet der Markt bereits auf die versprochene Renovierung, und so könnten die Hygieneverhältnisse hiesigen Kontrolleuren durchaus den Angstschweiß auf die Stirn treiben. Dafür sind die Lichtverhältnisse ausgesprochen schmeichelhaft und sorgen dafür, dass auch streng blickende Rentnerinnen noch als „bellissime bionde“, wunderschöne Blondinen, tituliert werden. Vermutlich ein Versuch, die kritische römische Hausfrau gütig zu stimmen. Auf diesem absolut authentischen Markt können Besucher viel über die herzlich-ruppige römische Alltagskultur lernen und nebenbei auch noch köstliche Lebensmittel kaufen.

Ein Picknick im Park der Villa Doria Pamphilj in Rom ist sicher einunvergessliches Erlebnis.
Ein Picknick im Park der Villa Doria Pamphilj in Rom ist sicher einunvergessliches Erlebnis.
Foto: Shutterstock

Frisch Verliebte und ewige Romantiker fahren hinauf zum Monte Mario und trinken in der Bar neben dem Restaurant „Lo Zodiaco“ ein Glas Prosecco mit Aussicht. Für Naturliebhaber bietet der botanische Garten in Trastevere beschauliche Momente. Im Duftgarten können Pflanzen mit geschlossenen Augen erraten werden. Nasenhöhepunkte der ganz anderen Art gibt es ebenfalls in Trastevere in der Via della Luce 21: Dort befindet sich die kleine Bäckerei „Biscottificio Innocenti“. Eine Website oder Reklametafeln gibt es nicht, der Duft, der durch die Gassen zieht, und verzückte Gesichter sind Werbung genug.

Barcelona: geheime Gärten und Picknicks

Nicht nur Gaudi wirkte in Barcelona als Visionär – die langjährigen Bewohner des Innenstadtviertels La Ribera ebenfalls. Als Immobilienspekulanten sie aus ihren Wohnungen vertreiben wollten, um Garagen und Designerwohnungen zu errichten, legten sie kurzerhand einen Gemüse- und Blumengarten mit Sitzbänken und Spielplatz an. Aus dem Forat de la Vergonya, dem Schandloch, wurde eine Innenstadtoase, die bei Touristen wenig bekannt ist. Wer wissen möchte, wie barcelonesische Bohemians ihre Tage verbringen, macht einen Abstecher ins Antic Teatre in der Carrer de Verdaguer i Callís 12. Unter einem großen Baum sitzen junge und alte Menschen, diskutieren, trinken, essen und genießen die Abgeschiedenheit dieses beinahe magischen Ortes. Dort wird jungen Künstlern, experimentellen Kreativen und Diskussionen aller Art Raum gegeben, und weil Kultur noch schöner mit einem Glas Wein oder Limonade in der Hand ist, gibt’s auch eine Bar.


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Barcelona: Altbewährt und immer besser
Die katalanische Hauptstadt überzeugt bei jedem Besuch durch einen Mix aus Tradition und Moderne.

Lebhaft geht’s auch am Hafen zu. Wer es nicht mit einem Hafenbummel bewenden lassen möchte, bei dem mit etwas Glück auch große Segelschoner betrachtet werden können, der besteigt die Hafenseilbahn und gondelt in 57 Metern über den alten und den Industriehafen Barcelonas.

Mit noch mehr Aussicht werden Schwindelfreie auf dem ehemaligen Weltkriegsbunker, dem Bunker del Carmel, belohnt. Und weil der Ort erst langsam bekannt wird, ist er im Frühling ideal für ein Picknick mit Aussicht. Ebenfalls ein Picknick, und noch dazu mit Unterhaltungsprogramm, gibt’s im Park de la Ciutadella am Passeig de Picasso 21. Während Pata negra, Oliven und Weißbrot herrlich schmecken, können Freiluft-Yoginis, Seiltanzartisten und Künstler bewundert werden. Ein Tipp für Kulturbegeisterte: Am ersten Sonntag im Monat bieten viele Museen in Barcelona freien Eintritt. 


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