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Valérie Messika: „Ich bin froh, eine Frau zu sein“
Lifestyle 6 3 Min. 06.10.2019

Valérie Messika: „Ich bin froh, eine Frau zu sein“

Female Empowerment – nicht nur privat, sondern auch im Geschäftsleben: In ihrem Unternehmen beschäftigt Valérie Messika viele Frauen. Rund 70 Prozent der Mitarbeiterschaft ist weiblich.

Valérie Messika: „Ich bin froh, eine Frau zu sein“

Female Empowerment – nicht nur privat, sondern auch im Geschäftsleben: In ihrem Unternehmen beschäftigt Valérie Messika viele Frauen. Rund 70 Prozent der Mitarbeiterschaft ist weiblich.
Foto: Ugo Richard
Lifestyle 6 3 Min. 06.10.2019

Valérie Messika: „Ich bin froh, eine Frau zu sein“

Michael JUCHMES
Michael JUCHMES
Schmuckdesignerin und Unternehmerin Valérie Messika spricht im Interview über Feminismus, weibliche Musen und die Rolle des Internets.

Der Name Valérie Messika steht seit 2005 stellvertretend für elegantes und filigranes Schmuckdesign. Die Französin, Tochter des Diamantenhändlers André Messika, wählte für die Kampagne ihrer neuen Kollektion „Lucky Move“ drei starke Frauen aus, die für sie auch als Inspirationsquelle dienen: Stilikone Kate Moss, die niederländische Schauspielerin Sylvia Hoeks und Model Joan Smalls. Hinter diesen drei Amazonen muss sich die Businessfrau jedoch keineswegs verstecken. Ein Gespräch über Weiblichkeit und ihre eigene Definition von Feminismus.

Valérie Messika, der Begriff „Weiblichkeit“ befindet sich in einem ständigen Wandel. Wie lautet Ihre Definition?

Für mich ist Weiblichkeit nicht nur das Äußere, sondern auch die Art, wie man etwa ein Unternehmen führt oder Politik macht. Frauen werden häufig von ihren Gefühlen bestimmt – und ich finde es wichtig, das zu bewahren. Ich liebe Männer, aber wir sollten auch in Zeiten des Female Empowerment weiter weiblich bleiben – und nicht danach streben, wie Männer zu sein.

Sind Sie eine Feministin?

Ich bin froh, eine Frau zu sein. Ich war schon immer von vielen Frauen umgeben. Rund 70 Prozent meiner Mitarbeiter sind weiblich – auf diese Zahl bin ich wirklich stolz. Ich habe außerdem zwei Töchter, auch meine Mutter und meine Großmutter hatten bereits in meiner Kindheit großen Einfluss auf mich. Was ich hingegen an Feminismus nicht mag, ist die extreme Seite daran.

Einige Stücke ihrer neuen Kollektion „Lucky Move“ sind echte Statement Pieces. Muss man selbstbewusst sein, um solche Art von Schmuck zu tragen?

Ich hoffe, dass der Schmuck einem Stärke verleiht. Er hilft dabei, sich selbstbewusster zu fühlen – selbst wenn man ihn von außen nicht sieht, aber man spürt ihn zumindest auf der Haut.

Ein Gesicht der neuen Linie ist Kate Moss. Ist sie auch eine dieser starken Frauen?

Für mich ist Kate Moss eine der tollsten Frauen, die ich kenne. Sie ist eine Inspiration seit dem Moment, als ich sie zum ersten Mal sah. Sie verkörpert eine besondere Art von Weiblichkeit, mit einer starken Persönlichkeit und einem Gespür für Trends und Mode. Und sie beweist, dass man auch mit 45 Jahren noch sexy und anziehend sein kann. Ich wollte eine Messika-Crew kreieren, die für Vielfalt steht. So facettenreich wie ein Diamant.

Wie hat das Internet auf die Wahl der drei Frauen reagiert?

Sehr cool. Viele können sich mit einer von ihnen oder einer der Persönlichkeiten identifizieren. Und viele wussten, dass Kate eine Muse für mich ist – und haben sich für mich gefreut. Ich habe mit allen Arten von Reaktionen gerechnet. Es gab auch keine Kommentare wie: Warum gibt es kein asiatisches Model?

Nehmen Sie sich negative Kommentare – wenn es denn welche gibt – zu Herzen?

Um ehrlich zu sein, lese ich mir die niemals durch – ganz anders als mein Mann. Für mich ist das Internet eher eine Inspirationsquelle. Man finde alle Arten von Informationen innerhalb von Sekunden. Kunst, Architektur, Mode – das ist eine wahre Fundgrube für Kreative.


18.07.2019, Nordrhein-Westfalen, Duisburg: Melanie Käpple hält ein Schmuckstück in den Händen. Für ihre Kettenanhänger und Armbänder hat die Schmuckdesignerin aus Duisburg ein besonderes Material ausgesucht. Sie fertigt Schmuck aus Muttermilch. Damit wolle sie sich und anderen Müttern die Gelegenheit geben, die Zeit des Stillens «in Form eines schönen und ganz individuellen Schmuckstücks in Erinnerung zu halten», schreibt Käpple auf ihrer Internetseite. Foto: Christoph Reichwein/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Wie Muttermilch zu Schmuck wird
Muttermilch ist nur Babynahrung? Nicht für Melanie Käpple. Die Duisburgerin stellt Schmuck aus der ganz besonderen Flüssigkeit her. Das sorgt für lange Wartelisten - aber auch für gerümpfte Nasen.

Wer ist die erste Person, mit der Sie über eine neue Idee sprechen oder der Sie ein Design präsentieren? Ihre Kinder?

Nein, meine Kinder sind sechs und acht Jahre alt, die sind noch etwas zu jung. Später mal, warum nicht. Danke für den Tipp! (lacht) Ich arbeite eng mit meinem Cousin zusammen, wir sind schon längere Zeit Geschäftspartner. Die erste Reaktion kommt immer von ihm. Danach von meinem Mann. Wobei ich ihn immer aufziehe und sage: Du hast keinen Geschmack. (lacht)

Setzen Sie dieses positive oder negative Feedback auch immer sofort um?

Wenn man zu viele Leute um ihre Meinung bittet, wird man am Ende des Tages gar kein Ergebnis haben. Die Franzosen kritisieren immer viel – sie denken ja auch, sie wären schlauer als die andern. (lacht) Ich werden dann schnell entmutigt und ängstlich. Ich will aber mehr zu meinen eigenen Gefühlen stehen.

Wie arbeiten Sie an neuen Designs? Sitzen Sie gewöhnlich am Schreibtisch und lassen dort den Ideen freien Lauf?

Die Inspiration kommt immer dann, wenn man gerade nicht damit rechnet. Ich sitze nicht einfach am Schreibtisch und sage: So, jetzt will ich designen. Das funktioniert nicht. Tagsüber denke ich über das Unternehmen nach, etwa über das Image der Marke oder was ich noch geschäftlich vor habe. Die Ideen kommen mir abends oder am Wochenende in den Sinn – oder wenn ich mit meinem Cousin arbeite.


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