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Unbeschwerte Sonnenfreude
Lifestyle 10 3 Min. 28.06.2020

Unbeschwerte Sonnenfreude

Nicht nur Gesicht und Körper, sondern auch Kopfhaut und Haar sollte man vor ausgiebiger UV-Strahlung schützen.

Unbeschwerte Sonnenfreude

Nicht nur Gesicht und Körper, sondern auch Kopfhaut und Haar sollte man vor ausgiebiger UV-Strahlung schützen.
Foto: Shutterstock
Lifestyle 10 3 Min. 28.06.2020

Unbeschwerte Sonnenfreude

Christian SATORIUS
Christian SATORIUS
Schnelle Antworten auf die brennendsten Fragen rund um das Thema Sonnenschutz

Sommer, Sonne, Sonnenbrand? Auf Letzteren kann man getrost verzichten – man muss nur wissen, wie man seine Haut effizient vor der unerwünschten Begleiterscheinung bewahren kann.

Wie viel Sonnencreme ist genug?

Sonnencreme kann nur dort schützen, wo sie zur Genüge aufgetragen wird. Die Hersteller von Sonnenschutzmitteln empfehlen in der Regel zwei Milligramm pro Quadratzentimeter Haut. Das sind etwa 35 Gramm für den gesamten Körper eines Erwachsenen, also circa sechs Teelöffel voll.

Wichtig ist natürlich auch, dass die Creme dort bleibt, wo sie ursprünglich aufgetragen wurde. Mit anderen Worten: Sonnenschutzmittel, die nicht wasserfest sind, müssen nach dem Schwimmen auf jeden Fall erneuert werden. Auch durch starkes Schwitzen kann der Schutz verloren gehen. Zu bedenken ist dabei, dass wasserfeste Produkte laut Vereinigung der europäischen Kosmetikindustrie (GOLIPA) in Brüssel dann als wasserfest gelten, „wenn nach zweimaligem 20-minütigen Bad in bewegtem Wasser noch 50 Prozent des Schutzes zu Verfügung steht“. Auch wasserfeste Mittel sollten spätestens nach drei Stunden erneuert werden.

Unterm Strich kommt in einem Urlaub also eine ganze Menge Sonnencreme zusammen. Das ist nicht nur teuer, sondern auch schlecht für die Natur, kritisieren Umweltschützer, denn beim Baden wäscht sich ein Teil der Lotion ab und verbleibt im Wasser. „Weil die Menschen sich mit Sonnenschutzmitteln eincremen, tragen sie bis zu 14.000 Tonnen davon in die Ozeane und zwar jedes Jahr. Das Problem ist, dass ein Großteil der Sonnenschutzmittel sehr giftig für Meeresfische, Korallenriffe und andere Meereslebewesen ist“, meint Yousong Ding vom Institut für Medizinische Chemie an der Universität von Florida. Kein Wunder also, dass zur Zeit an umweltverträglichen Alternativen geforscht wird. So findet man die Auslobung „ozeanfreundlich“ oder Ähnliches derzeit immer häufiger auf den Verpackungen. Ansonsten gibt es aber auch noch Sonnenschirme, Hüte und UV-dichte Kleidung, die ohne bedenkliche Inhaltsstoffe auskommen.

Kann man im Auto Sonnenbrand bekommen?

Jein. In der Tat stellt das Verbundglas der Windschutzscheibe eines modernen Autos einen guten UV-Schutz dar. Aber: Die einfacheren Seitenscheiben lassen in der Regel noch einiges an UV-Strahlen durch. Wenn man diese dann noch herunterkurbelt, darf man sich natürlich nicht über einen Sonnenbrand wundern. Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter (BfS) warnt deshalb: „Während die Frontscheiben im Auto weitestgehend vor UV-A- und UV-B-Strahlung schützen, lassen Seitenscheiben die UV-A-Strahlung mehr oder weniger gut passieren.“ Entsprechend empfiehlt das BfS im Sommer auch bei längeren Autofahrten für UV-Schutz zu sorgen.

Wie lange darf man in der Sonne bleiben?

Der Lichtschutzfaktor (LSF) gibt Auskunft darüber, wie lange man eingecremt in der Sonne verweilen kann. Ein hellhäutiger Mensch, der normalerweise nur zehn Minuten ohne Sonnenbrand in der Sonne verbringen kann, erhöht mit einem Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 20 die Zeit für das Sonnenbad auf 10 x 20 Minuten, also gute drei Stunden. Einfach noch einmal nachcremen, um den Lichtschutzfaktor zu erhöhen, funktioniert leider nicht: Durch zweimaliges Eincremen mit LSF 10 erhält man keinen LSF 20.


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Übrigens bieten auch sogenannte „Sunblocker“ keinen 100-prozentigen Schutz. Wenn der Lichtschutzfaktor 15 einen 93-prozentigen Schutz verspricht, so bringt es LSF 30 nicht etwa auf 186 Prozent, sondern nur auf 96,7 Prozent. Der Sprung von LSF 30 auf LSF 60 bringt 1,7 Prozent mehr Schutz, nämlich 98,3 Prozent.

Das hört sich wenig an, bringt aber doch eine ganze Menge, meinen zumindest die Forscher des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin, die eine Studie zum Thema durchgeführt haben. „Wenn es zum Sonnenbrand kommt, dann spielt es keine Rolle, wie viele der Strahlen durch die Sonnencreme absorbiert werden, sondern wie viel die Haut davon aufnimmt“, resümiert Stefan Herzog die Forschungsergebnisse der Studie, bei der 261 Hautärzte aus verschiedenen Ländern zur Wirksamkeit von Sonnencremes befragt wurden. „Tatsächlich bedeutet eine Erhöhung des Lichtschutzfaktors von 30 auf 60 eine Halbierung der durch die Sonnencreme durchgelassenen Strahlung von 3,3 Prozent auf 1,7 Prozent und somit doppelten Schutz.“

Was hilft gegen Sonnenbrand?

Wer einen Sonnenbrand hat, leidet. Nun sollte man allerdings keinesfalls Wund- und Heilsalbe auftragen: Ihre okklusive Wirkung verhindert die Wärmeabgabe und kann so die Entzündungsreaktion noch verschlimmern. Gleiches gilt für vermeintlich bewährte Hausmittelchen wie Mehl oder Zwiebeln. Wer einen richtig schweren Sonnenbrand hat, sollte lieber den Arzt aufsuchen. Für leichtere Sonnenbrände eignen sich dagegen kühlende After-Sun-Lotionen sehr gut, etwa mit hautberuhigender und feuchtigkeitsspendender Aloe Vera.

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