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Umweltfreundliches Schulmaterial: „Riecht dein Kleber auch so?“
Besonders beim Basteln sind Kinder in Kontakt mit Materialien wie Klebern, Filzstiften oder Papieren, die 
giftige Chemikalien enthalten können.

Umweltfreundliches Schulmaterial: „Riecht dein Kleber auch so?“

Foto: Shutterstock
Besonders beim Basteln sind Kinder in Kontakt mit Materialien wie Klebern, Filzstiften oder Papieren, die 
giftige Chemikalien enthalten können.
Lifestyle 2 Min. 05.09.2017

Umweltfreundliches Schulmaterial: „Riecht dein Kleber auch so?“

Kurz vor Schulbeginn stapeln sie sich wieder in den Haushalten mit Kindern: die neuen Hefte, Bücher, Stifte, Ranzen. Doch sind diese auch schadstoffarm und umweltfreundlich? Die nationale Kampagne „Ech kafe clever“ informiert darüber.

von Birgit Pfaus-Ravida

Einhörner, coole Superhelden, Dinosaurier oder Prinzessinnen – was ziert nicht alles die Ranzen, Ordner und Hefte der Schulkinder. Doch wo kommen die Schulmaterialien eigentlich her, die in den Läden zum Verkauf angeboten werden? Wie viel Wald wurde für Hefte und Bücher abgeholzt? Ist der Lack unschädlich, wenn der Schüler am Bleistift kaut? Welche Stoffe dünstet der Kleber aus? Drohen gar Gesundheitsgefahren? Und wo findet man Materialien, die unbedenklich sind?

Umwelt und Gesundheit

All diese Fragen stellen sich jedes Jahr neu die Betreiber der nationalen Kampagne „Ech kafe clever“, um dann Schülern, Eltern und Lehrern, aber auch Büroangestellten sowie Einkaufszentralen kommerzieller und sozialer Einrichtungen die richtigen Antworten und Tipps geben zu können. Die Kampagne wurde vor einigen Jahren durch die „Emweltberodung Lëtzebuerg“, die „SuperDrecksKëscht“, Greenpeace, das Nachhaltigkeitsministerium (MDDI) und das Bildungsministerium (MEN) ins Leben gerufen und hat sich der Förderung umweltfreundlicher und gesundheitsunbedenklicher Schulmaterialien verpflichtet.

Seit 2011 sind auch das Wirtschaftsministerium und das Gesundheitsministerium als Partner der Initiative mit im Boot, seit 2016 das „Institut National pour le Développement Durable et de la Responsabilité Sociale des Entreprises“ (INDR).

„Heute fließen auch verstärkt Gesundheitskriterien in unsere Empfehlungen mit ein, die wir durch Labortests untermauern. In Kooperation mit dem Gesundheitsministerium werden alle Schulmaterialien auf bedenkliche Inhaltsstoffe hin untersucht“, erklärt Nils Leches von der „Emweltberodung Lëtzebuerg“.

Kontakt mit giftigem Material

Kinder verbringen oft viele Stunden in direktem Kontakt mit verschiedenen Mal-, Schreib- und Bastelutensilien. Deswegen ist es wichtig, dass diese Produkte die Gesundheit des Kindes nicht gefährden. Denn Kinder sind anfälliger als Erwachsene, wenn es um chemische Stoffe geht. Ob Schwermetalle wie Barium, Cadmium, Blei oder Chrom, ob Weichmacher, Konservierungsstoffe, Lösemittel oder Flammschutzmittel – diese Substanzen stellen vor allem für Kinder ein Risiko dar. Sie können beispielsweise durch regelmäßiges Kauen auf Bleistiften, Einatmen oder durch schwitzende Hände vom Körper aufgenommen werden und hier atemweg- und schleimhautreizend, hormonartig, neurologisch oder sogar krebserregend wirken.

Wenn die Luft im Klassenzimmer buchstäblich dick ist und nicht gelüftet wird, können Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsstörungen oder andere Unbehagen die Folgen der Schadstoffbelastung sein.

„Und was die Umwelt angeht: Durch das viele Basteln, Üben und Arbeiten wird eine erhebliche Menge an Materialien benötigt. Neben einem sparsameren Umgang mit den Schulsachen kann man unnötige Umweltschäden auch dadurch vermeiden, indem man beim Kauf des Schulmaterials umweltfreundliche Artikel wählt“, erklärt Nils Leches. Weltweit würden jährlich rund 14 Milliarden Blei- und Buntstifte produziert und ca. 400 Millionen Tonnen Papier verbraucht. Tendenz steigend. Da sei Recycling schon heute eine effektive Methode, um die Umweltbelastung deutlich zu reduzieren.

Auch der Handel wird im Rahmen der Kampagne überprüft und mit einbezogen. Die jährlich überarbeitete Kriterienliste dient den Handelspartnern dabei als Richtlinie zur Auswahl umweltfreundlicher und gesundheitlich unbedenklicher Materialien. „Die Schulsachen, die den Kriterien entsprechen, werden mit dem bekannten Label „Ech kafe clever“ versehen und so allen Kunden klar erkennbar empfohlen“, so Nils Leches. Er bezeichnet den Erfolg der Kampagne bisher als gut – viele Schulen, Eltern und andere Verbraucher würden die Listen nutzen, und auch der Handel sei zur Zusammenarbeit gerne bereit. „Es ist aber noch Luft nach oben!“

Produktlisten für Schulen und Elternhäuser, die Liste der Schulmaterialien 2017, die Kriterienliste sowie teilnehmende Geschäfte sind zu finden unter: www.ech-kafe-clever.lu


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(Archivbild vom 01.01.2017/Nur zur redaktionellen Verwendung durch Themendienst-Bezieher.) Foto: Florian Schuh/dpa-tmn