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TV-Geräte: Pixelflut im Wohnzimmer
Lifestyle 3 Min. 23.02.2020

TV-Geräte: Pixelflut im Wohnzimmer

Beim „ZH8“ von Sony kann der Klang dank Einmessautomatik „Acoustic Audio Calibration“ auf Knopfdruck an unterschiedliche Wohnräume angepasst werden. So klingt der Fernseher zwischen Polster-möbeln nicht zu dumpf, im gekachelten Loft nicht zu blechern. Preis: um 2 800 Euro.

TV-Geräte: Pixelflut im Wohnzimmer

Beim „ZH8“ von Sony kann der Klang dank Einmessautomatik „Acoustic Audio Calibration“ auf Knopfdruck an unterschiedliche Wohnräume angepasst werden. So klingt der Fernseher zwischen Polster-möbeln nicht zu dumpf, im gekachelten Loft nicht zu blechern. Preis: um 2 800 Euro.
Foto: Hersteller
Lifestyle 3 Min. 23.02.2020

TV-Geräte: Pixelflut im Wohnzimmer

Der Fortschritt am Fernseher ist sichtbar. Auch in diesem Jahr wird wieder die Mega-Auflösung eine Rolle spielen, zudem locken die Hersteller mit innovativen Bildschirmtechniken.

von Torsten Könekamp

Auf die Größe kommt es an. Zumindest bei Fernsehern: Für viele Kunden ist die Bilddiagonale ein entscheidendes Kriterium. Und da hat Samsung derzeit deutlich die Nase vorn. 292 Zoll misst dieMegabildwand der Südkoreaner, mit dem Diagonalmaß von 7,46 Metern. „The Wall“ heißt das Gerät, das Samsung Anfang des Jahres auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas vorstellte. Aber keine Sorge, falls die Wohnung nicht groß genug ist – es geht auch eine Nummer kleiner.

„The Wall“ ist aus vielen verschiedenen Modulen zusammengesetzt. Möglich macht das eine Micro-LED-Technik mit einzelnen Kacheln, die nahtlos aneinandergefügt werden können. Auch Konkurrent LG lässt sich nicht lumpen: 88 Zoll, also 2,20 Meter, misst das neue Spitzenmodell – bislang hatten die Koreaner „nur“ 77 Zoll im Programm.

Der „Q950T QLED 8K“ von Samsung ist der erste Fernseher im „Infinity Screen“-Design, bei dem der Bildschirm 99 Prozent der sichtbaren Fläche ausmacht. Niedrig aufgelöste Inhalte werden automatisch auf gestochen scharfe 8K-Auflösung hochskaliert. Preis: um 6.000 Euro.
Der „Q950T QLED 8K“ von Samsung ist der erste Fernseher im „Infinity Screen“-Design, bei dem der Bildschirm 99 Prozent der sichtbaren Fläche ausmacht. Niedrig aufgelöste Inhalte werden automatisch auf gestochen scharfe 8K-Auflösung hochskaliert. Preis: um 6.000 Euro.
Foto: Hersteller

55 Zoll galt noch vor einigen Jahren als die gängige Bildschirmgröße. Im vergangenen Jahr verlagerte sich der Trend zu den 65-Zöllern – und in diesem Jahr sind noch größere Displays im Einzelhandel zu sehen. Experten erwarten eine Vielzahl von Modellen zwischen 75 und 85 Zoll, die in bezahlbare Preisregionen rutschen. Bleibt nur noch die Frage: Wo soll der XXL-TV Platz finden?

Der Fernseher verschwindet

Der Trend zu rahmenlosen Bildschirmen zeichnet sich bereits seit Jahren ab. Nun dürfte Samsung nah an die Grenze des Machbaren gekommen sein: Das diesjährige Topmodell der 8K-Fernseher – der „Q950TS“ – besitzt ein nahezu rahmenloses Design. Dem Hersteller zufolge bedeckt der Bildschirm rund 99 Prozent der Vorderseite des Fernsehers.

Die Mattscheibe des „Beovision Harmony“ von Bang & Olufsen fährt in die Höhe, während die zwei Lautsprecher wie bei einem Schmetterling ausgeklappt werden. Preis: um 18.500 Euro.
Die Mattscheibe des „Beovision Harmony“ von Bang & Olufsen fährt in die Höhe, während die zwei Lautsprecher wie bei einem Schmetterling ausgeklappt werden. Preis: um 18.500 Euro.
Foto: Hersteller

Links, rechts und oben lässt sich das Gehäuse bei schummrigem Licht nur bei genauem Hinschauen ausmachen, lediglich am unteren Rand erkennt man einen dünnen schwarzen Balken. Samsung nennt den neuen Bildschirm „Infinity Screen“. Unklar ist jedoch, ob und wie sich der schlanke Rahmen auf die Bildschirmqualität in den Randbereichen und die Stabilität auswirkt.

Ein weiterer Trend, der seit Jahren auf Messen zu sehen ist: ausrollbare Fernseher. LG präsentierte kürzlich einen 65-Zöller, der sich bei Bedarf an die Decke hängen und dort ausfahren lässt. Das Konzept erinnert an einen Beamer mit Leinwand, nur dass in diesem Fall kein Beamer nötig ist. Der Bildschirm befindet sich allerdings noch in der Entwicklung, vermutlich wird man ihn erst in ein bis zwei Jahren in freier Wildbahn sehen. Der Hersteller zeigte im Januar auch neue biegsame OLED-Bildschirme. Der im vergangenen Jahr vorgestellte und ebenfalls ausrollbare „OLED Series TV R“ soll in diesem Jahr erhältlich sein.

Philips nutzt bei seinen Topmodellen „OLED 805“ (Diagonale: 55 Zoll) und „OLED 855“ (Diagonale: 65 Zoll) den hauseigenen P5-Prozessor in der vierten Generation. Der soll etwa Bildrauschen entfernen, ohne dabei gewünschte Bildstrukturen glattzubügeln. Preis: um 2.500 Euro.
Philips nutzt bei seinen Topmodellen „OLED 805“ (Diagonale: 55 Zoll) und „OLED 855“ (Diagonale: 65 Zoll) den hauseigenen P5-Prozessor in der vierten Generation. Der soll etwa Bildrauschen entfernen, ohne dabei gewünschte Bildstrukturen glattzubügeln. Preis: um 2.500 Euro.
Foto: Hersteller

Scharf, schärfer, 8K

In den Wohnzimmern haben sich 4K-Fernseher erst so richtig durchgesetzt, da setzt die Branche nun auf Nachfolgemodelle mit 8K-Auflösung. Die ultrascharfen Displays quetschen auf dieselbe Fläche viermal so viele Bildpunkte wie ein 4K-Fernseher – oder 16 Mal mehr als Full-HD. Technisch ist das fraglos beeindruckend, bislang fehlt es allerdings immer noch an Inhalten.

Nur zur Erinnerung: Auf einem 8k-Schirm können theoretisch 36 Programme in der HD-Qualität gleichzeitig laufen, ohne auch nur ein einziges Bildpünktchen zu unterschlagen. Braucht man das? Wenn es um sehr große Bildformate und kurze Betrachtungsabstände geht, hilft die enorme Auflösung, alle sichtbaren Pixelstrukturen verschwinden zu lassen, auch lästige Bewegungsartefakte an diagonalen Bildkonturen zum Beispiel.

Der „OLED GX“ von LG hängt wie ein Bild an der Wand. Preis: um 2.500 Euro (bei 65 Zoll).
Der „OLED GX“ von LG hängt wie ein Bild an der Wand. Preis: um 2.500 Euro (bei 65 Zoll).
Foto: Hersteller

Programminhalte in dieser Qualität sind noch mehr als rar: Es gibt kaum Filme, die in diesen Dimensionen (7.680 x 4.320 Pixel) auflösen – selbst bei 4K ist das Angebot immer noch überschaubar. Allerdings stricken die großen Netzwerke an einschlägigen Angeboten. Über Plattformen wie YouTube und Vimeo könnten 8k-Inhalte schon bald in größerer Auswahl ins Wohnzimmer strömen. Im klassischen Fernsehen wird nicht einmal in 4K ausgestrahlt, die meisten Streamingdienste unterstützen ebenfalls kein 8K. Der erste große Testlauf wird vermutlich die Ausstrahlung der diesjährigen Olympischen Sommerspiele in Japan sein.


A display of Samsung Galaxy Book S laptop computers is seen January 10, 2020 on the final day of the 2020 Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas, Nevada. (Photo by Robyn Beck / AFP)
Die Highlights der CES
Von Hochkant-TV bis Falt-PC: Die Consumer Electronics Show in Las Vegas hat auch 2020 wieder auf das neue Technikjahr eingestimmt.

Sprachassistenten wie Amazons Alexa oder den Google Assistant gibt es schon länger in Fernsehern, 2020 wird man sie aber sogar bei günstigen Einsteigermodellen häufiger entdecken. Diese Technologien ermöglichen eine neue Bedienung nur mit der Stimme und eine bessere Interaktion mit anderen smarten Geräten – etwa Lampen, deren Lichtstimmung sich an den Bildschirminhalt anpasst. Sehr praktisch, allerdings bedeutet der Vorstoß in weitere Geräte auch, dass die Techkonzerne und die mit ihnen kooperierenden Unternehmen noch mehr Daten sammeln.

Generation Tiktok

Ob das die Generation Tik-tok überhaupt interessiert? Diese starrt häufig auf ihr Smartphone – und seltener auf den großen Bildschirm. Mit dem „Sero“ von Samsung ist nun erstmals ein Gerät vorhanden, das beide Welten optimal verbinden kann: Der Fernseher funktioniert sowohl im traditionellen Querformat als auch im Hochkantmodus – eignet sich daher auch perfekt für das Anschauen von Smartphonevideos.


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