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Tradition trifft Moderne
Lifestyle 5 Min. 24.03.2016 Aus unserem online-Archiv
Inselrepublik Malta

Tradition trifft Moderne

Beste Aussicht: Möchte man einen Panoramablick der besonderen Art erleben, sollte man bei den „Upper Barraca Gardens“ vorbeischauen.
Inselrepublik Malta

Tradition trifft Moderne

Beste Aussicht: Möchte man einen Panoramablick der besonderen Art erleben, sollte man bei den „Upper Barraca Gardens“ vorbeischauen.
Foto: Cheryl Cadamuro
Lifestyle 5 Min. 24.03.2016 Aus unserem online-Archiv
Inselrepublik Malta

Tradition trifft Moderne

Cheryl CADAMURO
Cheryl CADAMURO
Wer sich nicht zwischen Italien und Großbritannien als Urlaubsort entscheiden kann, sollte sich eventuell Malta näher ansehen. Der Inselstaat verbindet mediterranen Charme mit britischer Tradition, gemixt mit Hollywood-Charme – und das alles in Harmonie.

Von Cheryl Cadamuro

Ist man etwa – nach nur etwa 2,5 Stunden Flugzeit – per Zeitmaschine ins Mittelalter gereist? Diese Frage drängt sich einem unwillkürlich auf, wenn man Malta besucht. Denn ganz egal, ob auf Malta selbst, auf Gozo oder Comino, den kleinen Nebeninseln: Prunkvolle Paläste und imposante Kirchen – allesamt in mittelalterlicher Optik – dominieren das architektonische Stadtbild. Atemberaubende Panoramaaussichten aufs Meer vervollständigen das Mittelmeerfeeling. Nicht ohne Grund ist die Insel Kulisse zahlreicher Hollywoodfilme.

Traditionsreiche Geschichte

Beginnt man seinen Aufenthalt in Mdina, wird einem die traditionsreiche Geschichte Maltas schnell klar. Gleich hinter dem Stadttor fühlt man sich zurückversetzt in eine Zeit, als hier noch Ritter und Adel aus dem 12. Jahrhundert herrschten. „Auf ganz Malta gibt es um die 365 Kirchen. Also für jeden Tag eine“, erzählt Reiseleiterin Mariella Buhagiar Bose scherzhaft. Dieser Spruch, den Einheimische gern erzählen, sowie das Malteserkreuz, dem man überall begegnet, machen einem schnell klar: Religion und Tradition spielen eine wichtige Rolle im Alltagsleben.

Noch klarer wird einem die Ernsthaftigkeit der religiösen Einstellung, wenn man eine der Kirchen in eher luftiger Bekleidung betreten möchte. Denn da verstehen die Kirchenvertreter keinen Spaß: Schnell wird einem ein Tuch umgebunden. Freiliegende Knie und Schultern sind in den Kirchen nämlich nicht erlaubt. Ist man dann verhüllt – und um ein paar Belehrungen reicher – darf man sich umsehen. Und der Anblick der pompösen Einrichtungen ist die ungewollte Verhüllung allemal wert. Auch ein Besuch der St. John’s Kathedrale in Valletta, die zweiter Sitz des Erzbischofs von Malta ist, sollte man sich nicht entgehen lassen.

Für Kulturliebhaber


Valletta: Zahlreiche Geschäfte laden zum Shoppen ein.
Valletta: Zahlreiche Geschäfte laden zum Shoppen ein.
Foto: cheryl cadamuro

Apropos Valletta: In der Hauptstadt geht es – zumindest außerhalb der Kirchenmauern – sehr viel lockerer zu. Die etwa 6 000 Einwohner zählende Stadt ist ein einziges Freilichtmuseum – und gehört zum Weltkulturerbe der Unesco.

Galerien, Ausstellungen, Theater: Kunstliebhaber kommen in der Stadt auf ihre Kosten. Für die, die lieber shoppen: Kein Problem. Während die einen es sich in einem der Cafés gemütlich machen, stürmen die anderen die Geschäfte und Märkte – Souvenirs findet man hier an jeder Ecke.

Vor allem kleine, bunte Duftsteine aus maltesischem Kalkstein – verziert mit dem typischen Malteserkreuz – sind ein nettes Mitbringsel. Ein bisschen Zeit fürs Shoppen sollte man demnach auch einplanen.


Hollywood-Alarm

Malta ist eine der populärsten Film- und Fernsehkulissen der Welt und gilt nicht umsonst als „das mediterrane Mini-Hollywood“. Zahlreiche Filme wurden aufgrund der sagenhaften Landschaftskulisse gedreht, darunter: „Monte Christo“, „Troja“, „The Da Vinci Code – Sakrileg“, „Alexander“, „Gladiator“, „München“ und „Open Water 2“. Die Mediterranean Film Studios betreiben die zwei weltgrößten Wasserbecken für Filmaufnahmen auf Xaghra. Film- und TV-Produktionen wie „Moby Dick“, Captain Blackbeard: The Real Pirate Of The Caribbean, sowie Asterix & Obelix „God Save Britannia“ wurden hier produziert. Wer weiß, vielleicht begegnen Sie ja einem Hollywoodstar, wenn Sie vor Ort sind.

Bei den „Upper Barraca Gardens“ schließlich begegnen wir einer Filmcrew. Die Hafenanlage und prachtvolle Gärten machen ihn zum schönsten Aussichtspunkt auf ganz Malta – kein Wunder also, dass hier schon wieder gedreht wird. Touristen sollten den Fotoapparat also besser nicht vergessen.

Hat man seinen Hunger nach Kunst und Kultur gestillt, ist ein Besuch auf der Piazza de Valette zu empfehlen. Dort kann man essen, trinken, reden – kurz gesagt, einfach die Atmosphäre auf sich wirken lassen. „Gefüllte Blätterteigtaschen, eine Spezialität der Malteser, die sollte man unbedingt probieren“, so Mariella.

Einen Abstecher nach Gozo sollte man unbedingt in das Reiseprogramm aufnehmen. In nur 30 Minuten erreicht man die kleine Schwesterinsel Maltas mit der Fähre – und erlebt wortwörtlich sein blaues Wunder. Zumindest in Xlendi, denn dort wartet die gleichnamige Bucht auf Touristen, die es sich einfach nur gut gehen lassen wollen.

Erfrischend: Kaktusblüten als Snack.
Erfrischend: Kaktusblüten als Snack.
Foto: Cheryl Cadamuro

Bei einem Teller Lumpukki, dem Nationalfisch Maltas, lässt es sich gut auf einer der zahlreichen Restaurant-Terrassen, wie etwa auf der des Restaurants „The Boathouse“, verweilen. Fenek, also Kaninchen, ist für Fleischesser „genau die richtige Wahl“, wie ein Mitreisender zufrieden feststellt. Doch keine Sorge, auch Vegetarier kommen auf Malta nicht zu kurz: Das nur 90 Kilometer entfernte Sizilien hat die Küche Maltas geprägt – leckere Nudelgerichte gibt es demnach in Hülle und Fülle.

Eine 20-minütige Autofahrt entfernt befindet sich „Calypso's Cave“. Einer Legende zufolge soll Odysseus dort sieben Jahre lang von Kalipso gefangengehalten worden sein. Doch keine Sorge, festgehalten wird man hier nicht von liebeshungrigen Nymphen, sondern nur von der wunderschönen Aussicht aufs Meer. Hat man etwas Appetit, sollte man den dort verweilenden Einheimischen ein paar Kaktusblüten zum Schlemmen abkaufen – damit tut man nicht nur den Einheimischen etwas Gutes, sondern auch seinem Magen.

Hat man dann noch Lust auf einen weiteren Zeitsprung zurück in die Vergangenheit, sollte man sich die Tempelanlage von Ggantija näher ansehen. Die sind 5 600 Jahre alt, die ältesten freistehenden Gebäude der Welt und wurden 1980 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.

Zeit zum Reisen

Doch wann lohnt sich eigentlich ein Ausflug auf die kleine Insel? „Eigentlich zu jeder Jahreszeit“, meint Reiseführerin Mariella. Doch die Monate April, Mai und Juni seien der allerbeste Zeitraum, um die Insel zu besuchen. „Dann ist der Panoramablick am schönsten. Es ist grün und nicht so heiß wie im Sommer”, erklärt Mariella.

Ansonsten seien aber auch Juli, August und September eine gute Zeit zum Reisen: „Das Wasser ist im Sommer kristallklar. Zudem kann man bei langen Sommernächten in den zahlreichen Cafés in Paceville oder St. Julians Bay sitzen und einfach eine gute Zeit verbringen”, so Mariella. Die Temperaturen in dieser Jahreszeit betragen dann gerne mal um die 39 bis 40 Grad Celsius. „Die Sonnencreme ist in dieser Saison also ein unverzichtbarer Reisebegleiter.“

Reiseinformationen

Die Republik Malta ist ein südeuropäischer Inselstaat im Mittelmeer und umfasst Malta, Gozo und Comino, sowie die unbewohnten Kleinstinseln Cominotto, Fifla, St. Paul's Islands und Fungus Rock.

Die Hauptinsel Malta ist in zwei Regionen mit fünf Bezirken gegliedert. Gozo und Comino bilden zusammen die dritte Region und den sechsten Bezirk.

Der Name Malta geht auf die punische Bezeichnung für einen Zufluchtsort „malet“ zurück, die Griechen nannten die Inseln „Melite“.

Am 21. September 1964 erhielt Malta die Unabhängigkeit, davor war der Inselstaat eine britische Kolonie. 2004 trat Malta der Europäischen Union bei – 2008 folgte die Einführung des Euros im kleinsten Staat Europas.

Luxair fliegt die Insel – ab dem 27. März – immer sonntags an.

LuxairTours bietet acht Hotels im Rahmen seines „Vakanz“-Programms an und etwa zehn weitere im „Book and Fly“- Programm. Die Preise variieren – Beispiel für eine siebentägige Reise für zwei Personen inkl. Flugkosten in der ersten Woche Mai – zwischen 427 Euro (Book&Fly) und 1117 Euro pro Person.


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