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Toyota Prius: Öko-Pionier mit Ecken und Kanten
Lifestyle 3 Min. 27.02.2016 Aus unserem online-Archiv

Toyota Prius: Öko-Pionier mit Ecken und Kanten

Der Toyota Prius kommt laut Toyota auf einen Normverbrauch von drei Litern je 100 Kilometer.

Toyota Prius: Öko-Pionier mit Ecken und Kanten

Der Toyota Prius kommt laut Toyota auf einen Normverbrauch von drei Litern je 100 Kilometer.
Foto: Toyota
Lifestyle 3 Min. 27.02.2016 Aus unserem online-Archiv

Toyota Prius: Öko-Pionier mit Ecken und Kanten

Nathalie RODEN
Nathalie RODEN
Das hat es wahrscheinlich schon lange nicht mehr gegeben: eine neue Automobilgeneration mit weniger PS unter der Haube als zuvor. Toyota wagt es, der Prius der vierten Generation gewinnt trotzdem, die Betriebseffizienz erreicht einen neuen Bestwert. Mehr noch: Das gesamte Fahrzeug wurde erheblich verbessert.

von Henri Leyder

Keines der bisherigen Prius-Modelle hätte eine Misswahl gewonnen. Toyota hat ohnehin keine auf den Laufsteg geschickt ... Die Karosserie des Japaners sollte immer nur innovativ-fortschrittlich aussehen, gleichzeitig maximal windschnittig sein. Beides ist geglückt und beides wird weiterhin gepflegt, auch bei der vierten Generation.

Die Robe sieht kantiger aus als zuvor, behält trotzdem ihre eigene Identität – und legt nochmals bei der Aerodynamik zu: Ein cw-Wert von 0,24 ist der Beweis. Verfeinerungen an allen Ecken und Enden machten es möglich, auch hinter dem Kühlergrill und am Unterboden.

Wirkungsgrad von 40 Prozent

Geblieben ist der 1,8-Liter-Vierzylinder-Ottomotor. Tiefgehender Feinschliff boostet das Leistungspotenzial, nicht um zusätzliche PS zu mobilisieren, sondern um den thermischen Wirkungsgrad nochmals zu verbessern. Laut Toyota erreicht er jetzt 40 (zuvor 38,5) Prozent. Die beiden ihm angeflanschten Elektromotoren bauen kleiner. Die in ihren Maßen unveränderte Hybridbatterie verfügt über eine höhere Energiedichte.

Das Ziel aller Maßnahmen war die Verbrauchsreduzierung, sie übertrifft alle vorherigen. Der Normdurchschnitt geht (mit 15-Zoll-Rädern) von 3,9 auf 3,0 Liter pro 100 Kilometer zurück, der CO2-Ausstoß von 90 auf 70 Gramm pro Kilometer. Anlässlich der internationalen Pressevorstellung wurden (auf 17-Zoll-Reifen und ohne „Niedrigverbrauchversuch“) Werte unter 5,1 Liter erreicht.

Die gesteigerte Qualitätsanmutung im Prius-Cockpit fällt sofort auf.
Die gesteigerte Qualitätsanmutung im Prius-Cockpit fällt sofort auf.
Foto: Toyota

Bei einer ruhigen, überlegten Fahrweise auf Landstraßen ist nicht über 4,5 Liter hinauszukommen wohl keine Hexerei. Negativpunkt: die maximale Zuladung von nur 415 Kilogramm, darin enthalten 75 Kilogramm für den Fahrer. Drei Fahrmodi stehen wie bisher für eine zweckorientierte Benutzung des Hybridantriebs zur Verfügung. „EV“ erlaubt kurze Strecken im Elektrobetrieb.

Insgesamt weiß der neue Prius mit einem Qualitätssprung aufzuwarten. Nicht nur beim Antrieb, obwohl ihm keine sportlichen Leistungswerte zu entlocken sind – die Kunden der meisten Hybridautos ohnehin nicht suchen. Dank Elektrounterstützung beschleunigt das Auto aus dem Stand, akustisch sehr diskret, drehmomentstark auf Reisegeschwindigkeit. Der Antriebsstrang scheint in Watte gepackt, sogar beim Vollgasbeschleunigen ist das CVT-charakteristische laute Hochdrehen des Motors nicht stärker zu vernehmen als das von Planetengetrieben.

Direkteres Handling, mehr Stabilität

Die Karosserie ruht auf einer vollständig neuen, TNGA (Toyota New Global Architecture) genannten Plattform, 60 Prozent verwindungssteifer als bisher. Zusammen mit einer neuen Doppelquerlenker-Hinterachse und überarbeiteten MacPherson-Federbeinen vorne beschert sie dem Fünftürer ein wesentlich direkteres Handling, mehr Stabilität und eine geringere Wankneigung als bisher. Die neue elektrische Servolenkung arbeitet weit gefühlvoller.

Der Innenraum legt in seinen Maßen leicht zu. Die gesteigerte Qualitätsanmutung fällt sofort auf. Eher gewöhnungsbedürftig ist die weiße Ablageschale auf dem Mittentunnel. Die neuen, jetzt sechs Zentimeter tiefer als bisher stehenden Sitze sind gut ausgeformt und stellen einen echten Fortschritt dar. Die Leistungsbatterie ist vom Kofferraumuntergeschoss unter die Fondsitze gewandert, lässt dessen Fassungsvermögen von 445 auf 502 Liter wachsen.

Das meiste, was in puncto aktive Sicherheit up to date ist, ist an Bord, Nennen wir das mehrfarbige Head-Up-Display, den Fernlicht-, den Spurhalte- und den Verkehrszeichenassistenten, das intelligente Einparksystem, den Tote-Winkel- und den Rückwärts-Auspark-Warner, die jetzt jederzeit arbeitende, radargesteuerte Geschwindigkeitsregelanlage und das ab 10 km/h aktive Pre-Collision-System, das auch Fußgänger erkennt. Qi-kompatible Smartphones lassen sich ohne Ladekabel aufladen. Die Unterhaltungselektronik ist dem hingegen eher stiefmütterlich behandelt worden.

Ob die eben aufgeführten Features alle im Lieferumfang enthalten sind, hängt von der Ausstattungslinie ab. Deren gibt es zwei zu Listenpreisen ab 29 310 (Comfort) bzw. 33 130 Euro (Lounge). Hinzu kommt eine Business bezeichnete Variante (30 140 Euro). Das Navi kostet 899 Euro extra.


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