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Tesla Model X: Haarsträubender Antrieb
Durch die in der Mitte verbauten Batterien verfügt der Tesla Model X über eine ausgezeichnete Stabilität und bleibt in schnell gefahrenen Kurven sicher in der Spur.

Tesla Model X: Haarsträubender Antrieb

Foto: Tesla
Durch die in der Mitte verbauten Batterien verfügt der Tesla Model X über eine ausgezeichnete Stabilität und bleibt in schnell gefahrenen Kurven sicher in der Spur.
Lifestyle 3 Min. 19.06.2016

Tesla Model X: Haarsträubender Antrieb

Marc WILLIERE
Marc WILLIERE
Das Model X von Tesla ist kein Auto wie jedes andere. Mit seinen hinteren Flügeltüren fällt es bereits optisch aus dem Rahmen. Aber auch hinsichtlich Leistung und Fahrvermögen trumpft das erste hundertprozentig elektrische SUV der Welt groß auf. Selbiges trifft allerdings auch auf den Preis zu.

von Marc Willière

Fahrzeuge von Tesla sind ein Phänomen. Noch bevor sie überhaupt in Produktion gehen, sind die Auftragsbücher des Elektroauto-Pioniers aus dem kalifornischen Palo Alto bereits gut gefüllt. Der Umstand, dass dabei die Produktion der Stromer nicht mit der Nachfrage Schritt halten kann, tut dem Hype allerdings keinen Abbruch. Im Gegenteil scheinen sie Teslas Autos dadurch noch begehrlicher zu machen. Dieses „Schicksal“ könnte auch dem Premium-SUV Model X widerfahren, das jetzt in Europa debütiert.

In den USA gingen die hohen Erwartungen, die Unternehmenschef Elon Musk bereits 2012 mit dem Model X schürte, erst im vergangenen Jahr in Erfüllung. Anfang Juli hat das Warten nun auch in unseren Breitengraden ein Ende. Über den genauen Zeitpunkt der Lieferung des elektrischen Stadt-Geländewagens, der jetzt online zusammengestellt und bestellt werden kann, hält sich Tesla aber noch bedeckt. Vorerst würden im niederländischen Tilburg, wo das Auto zusammengebaut wird, erst noch ältere Vorbestellungen abgearbeitet. Insider sprechen von Wartezeiten bis zu einem Jahr.

Das zweite Großserienmodell von Tesla leugnet seinen Ursprung nicht, sieht es doch der erfolgreichen Limousine Model S mit seiner kühlerlosen Front sehr ähnlich. Geblieben ist die elegante, schnörkellose Designlinie; in seinen Dimensionen indes hat das E-SUV kräftig zugelegt und sprengt fast schon das Maß der Oberklasse. Seine Länge von über fünf Metern und seine Breite von 2,27 Metern (mit Spiegeln) lassen das Model X sicher nicht zum Dauergast in engen Parkhäusern werden. Auch die engen Innenstädte wird man mit ihm tunlichst meiden.

Raffinessen und Schnickschnack

Dafür wartet der edle E-Familienvan mit einigen technischen Raffinessen und auch einigem Schnickschnack auf. Ein echter Hingucker sind die beiden hinteren Flügeltüren. Sie sorgen für den gewissen Aha-Effekt, wenn sie sich langsam öffnen und dabei nochmals falten, um seitlich möglichst wenig Platz zu beanspruchen. Ihren praktischen Nutzen offenbaren die „Falcon Wings“ in engen Parklücken, wo der Einstieg oder das Beladen der Rücksitze mit einem bislang nicht gekannten Komfort vonstatten gehen.

Der Fond lässt sich mit drei, vier oder fünf Sitzen entsprechend des benötigten Platzbedarfs ausstatten. In der dritten Reihe sind Kopf- und Kniefreiheit allerdings eingeschränkt. Dafür genießt man von allen (nur elektrisch verstellbaren) Sitzpositionen aus eine einmalige Sicht – dank der größten gewölbten Windschutzscheibe, die je in einem Serienfahrzeug verbaut wurde. Sie reicht bis an die B-Säule, so dass der Rückspiegel mittig und nicht wie sonst üblich am oberen Fensterrand platziert ist.

Wenn auch das Raumgefühl im Model X außergewöhnlich ist, so kommt die Innenausstattung eher spartanisch daher. Knöpfe sowie Dreh- und Kippschalter haben Seltenheitswert; Hebel gibt es nur für die Gangwahl sowie Blinker und Scheibenwischer. Das dominierende Element im klar strukturierten, futuristischen Cockpit ist der riesige, 17 Zoll große Touchscreen, über den sämtliche Fahrzeugfunktionen gesteuert werden.

Auch im Interieur ist die Verwandtschaft mit dem Model S unverkennbar.
Auch im Interieur ist die Verwandtschaft mit dem Model S unverkennbar.
Foto: Tesla

Empfindliche Nasen kommen dank eines besonderen Filtersystems in den Genuss von Luft von klinischer Qualität. Zudem kann wie in Flugzeugen ein Überdruck im Fahrzeug erzeugt werden, was die Insassen sogar vor Angriffen mit Biowaffen schützen soll!

Typisch amerikanisch ist auch die Modus-Bezeichnung „Ludicrous“ (haarsträubend) für das Topmodell, das lautlos in 3,4 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h katapultiert wird. Tesla schickt sein Model X auch mit beachtlichen Reichweiten ins Rennen: Entsprechend den drei angebotenen „Motorisierungen“ können laut Herstellerangaben bis zu 489 Kilometer mit einer Batterieladung zurückgelegt werden.

Dafür muss man sich aber beim Gasgeben zurückhalten und auf die brutale Beschleunigung des fast 2,5 Tonnen schweren Autos verzichten, so eindrucksvoll und einladend dies auch sein mag. Der Elektro-Spaß hat aber seinen Preis, der bei 94.500 Euro beginnt.

Technische Daten

Motoren: zwei Elektromotoren; Motorleistung: 193 kW/263 PS (vorne) und 193 kW/263 PS bzw. 375 kW/510 PS (hinten); Drehmoment: 600 bis 967 Nm; Kraftübertragung: stufenloses Automatikgetriebe, Allradantrieb; Batteriekapazität: 90 kWh; Reichweite: 467 bis 489 Kilometer; L x B x H: 5 029 x 2 070 x 1 684 (2 200 bei geöffneten Flügeltüren) Millimeter; Leergewicht: 2 391 bis 2 441 Kilogramm; Kofferraumvolumen: 187 (vorne) und 1 993 (hinten) Liter; 0-100 km/h: 3,4 bis 5,0 Sekunden; Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h; Preis: ab 94 500 Euro. 


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