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Teller und Tiegel statt Tonne
Auch an die Schönheit wurde gedacht: Kiwi-Avocado-Peeling.

Teller und Tiegel statt Tonne

Foto. Riva Verlag / Africa Studio
Auch an die Schönheit wurde gedacht: Kiwi-Avocado-Peeling.
Lifestyle 17.05.2018

Teller und Tiegel statt Tonne

Michael JUCHMES
Michael JUCHMES
Jeder Luxemburger erzeugt im Jahr mehrere Hundert Kilogramm Abfall. Eine Reduktion ist jedoch nicht nur mit Verzicht möglich. Oftmals werden auch Reste entsorgt, die noch weiterverarbeitet werden können. Wie man diese sinnvoll nutzt, erklärt ein neues Buch.

Trotz vieler Anstrengungen in den vergangenen Dekaden, den Abfallberg zu reduzieren, verursacht jeder Luxemburger im Schnitt rund 400 bis 500 Kilogramm Müll im Jahr. Beinahe ein Viertel davon sind Lebensmittel, die – zumindest aus Sicht des Konsumenten – nicht mehr für den Verzehr geeignet sind. Sei es aufgrund des überschrittenen Mindesthaltbarkeitsdatums oder aufgrund eines Zustands, der nicht unserer heutigen Auffassung von "frischem Obst und Gemüse" entspricht.

Schuld daran ist häufig ein planloses Einkaufsverhalten, das dazu führt, dass viel mehr Lebensmittel im Einkaufskorb landen als eigentlich nötig. Auch falsche Lagerung kann dazu führen, dass Lebensmittel, vor allem Frischeprodukte wie Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse, schneller verderben – und damit ein Fall für die Tonne sind.

Veronika Pichl: „Zero Waste Kitchen“, riva Verlag, 128 Seiten, ISBN 978-3742305060, € 9,99
Veronika Pichl: „Zero Waste Kitchen“, riva Verlag, 128 Seiten, ISBN 978-3742305060, € 9,99

Kochen mit Resten

Viele Reste, vor allem pflanzlicher Art, lassen sich aber durchaus verwerten – oder sogar verzehren. Wie dies funktioniert, erklärt Veronika Pichl in ihrem neuen Buch "Zero Waste Kitchen". Die Buchautorin aus Bayern, die bereits mehrere Ratgeber zu Themen wie gesunde Ernährung, Abnehmen, Bewegung und Glücklichsein verfasst hat, bietet dem Leser auf 128 bunt bebilderten Seiten eine praktische Anleitung zur Abfallreduktion.

Mit insgesamt rund 60 Rezepten widmet sich Veronika Pichl verschiedensten Lebensmitteln, von Äpfeln über Fenchel bis hin zu Papaya und Roter Beete. Dabei zeigt sie dem Leser auf, wie viel aus einem einzelnen Stück Obst oder Gemüse werden kann und dass Kreationen wie Kohlrabiblättersalat, frittierte Rettichschalen oder Kohl-Fritters den täglichen Speiseplan durchaus aufzupeppen vermögen – ohne dabei allzu sehr an Nachkriegsküche zu erinnern.

Veronika Pichl hat bereits mehrere Bücher zum Thema Ernährung und Wohlbefinden verfasst.
Veronika Pichl hat bereits mehrere Bücher zum Thema Ernährung und Wohlbefinden verfasst.
Foto: Riva Verlag / J.G. Thiel Fine Art Photography

Wichtig ist bei diesen Rezepten natürlich darauf zu achten, dass die Zutaten – häufig Schalen oder Blätter – nicht behandelt, also frei von Pestiziden sind. Ansonsten ist ein Verzehr nämlich nicht zu empfehlen. Bioware ist daher auf jeden Fall herkömmlichen Produkten vorzuziehen.

Schön und günstig

Neben Kochrezepten hat die Buchautorin auch noch einige Anleitungen zur Herstellung von "grüner" Kosmetika untergebracht. Avocadokern-Shampoo und Kiwi-Avocado-Peeling sorgen nicht nur für reine Haut und saubere Haare, sondern auch für ein gutes Gewissen: Hier sind alle Bestandteile hundertprozentig abbaubar. Mikroplastik und Co. haben in diesen Rezepten nichts zu suchen. Da freut sich die Umwelt gleich doppelt.


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