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Spieletipps : Für Perlentaucher
Lifestyle 32 5 Min. 08.08.2016 Aus unserem online-Archiv

Spieletipps : Für Perlentaucher

Lifestyle 32 5 Min. 08.08.2016 Aus unserem online-Archiv

Spieletipps : Für Perlentaucher

Es gibt sie: Fernab vom ganzen Blockbuster-Hype der großen Publisher existieren kleine Spieleperlen, bei denen sich ein genauer Blick lohnt. Denn anstatt ihre Ideen in ein bombastisches Grafik-Kleid zu hüllen, zählen hier oftmals die inneren Werte.

Von Matthias Probst

"Overcooked"

Ein Kochspiel als Geheimtipp? Echt jetzt? Nicht gleich wegschauen! Hier verbirgt sich mehr Spaß als es den Anschein macht. Der nicht ernst gemeinte Titel richtet sich in erster Linie an Leute, die gerne in Gesellschaft zocken. Mit bis zu vier Spielern geht es zur munteren Küchenarbeit. Besonders lustig: Ein spezieller Zwei-Player-Modus mit nur einem Controller – da ist Chaos vorprogrammiert. Im Grunde müssen nur kleine Arbeitsschritte wie schneiden, braten, servieren und abwaschen absolviert werden. Doch dabei ist die Reihenfolge ebenso wichtig, wie das richtige Timing. Dass das Ganze mit nur zwei Knöpfen zu bedienen ist, macht den Titel selbst für Anfänger interessant. Für jede Menge spaßige Momente und Abwechslung sorgen die durchgeknallten Levels: Wer auf einem schwankenden Piratenschiff, fahrenden LKWs oder während eines Erdbebens einen kühlen Kopf bewahren kann, hat sich den Bocuse d'Or redlich verdient. Ein absolut leckeres Zockerpartygericht!

Erhältlich für: Xbox One, PS4, PC

"Fragments of Him"

Spiel oder nicht Spiel, das ist hier die Frage – oder etwa doch nicht? Denn was Entwickler Sassybot hier bietet, kann mit Fug und Recht als interaktive Geschichte bezeichnet werden. Dabei steht nicht das spielerische Können, sondern die Story im Vordergrund. In Rückblenden wird davon erzählt, wie ein Mann plötzlich sein Leben verliert und seine Bekannten um ihn trauern. Grafisch mag das Ganze wenig spektakulär herüberkommen, bewegt aber trotzdem durch die ungewöhnliche Art der Präsentation. Auf einfühlsame Weise wird das gesamte Geflecht an Beziehungen beleuchtet, das durch den Tod zum Erliegen kommt. Nach gerade mal zweieinhalb bis drei Stunden ist das Ganze bereits vorüber, aber einige Gedanken dazu werden sicherlich bleiben. Ein interessanter Ansatz der Trauerbewältigung.

Erhältlich für: Xbox One, PC

"Anarcute"

Zwergenaufstand: In dem nicht ganz so ernst gemeinten Spielchen der französischen Studententruppe Anarteam geht es tierisch zur Sache. Auf der ganzen Welt haben sich fiese, Masken tragende Streitkräfte ausgebreitet - mit nur einem Ziel vor Augen: Die Weltherrschaft an sich zu reißen. Das gefällt der eigentlich friedlichen Bevölkerung, die allesamt mit Tierköpfen ausgestatten ist, natürlich gar nicht – die Revolte folgt auf dem Fuß. Als kleiner Trupp von tapferen Widerstandskämpfern gilt es in den verschiedenen Metropolen dieser Welt für ordentlich Krawall zu sorgen. Je mehr putzige Bewohner sich dieser Bewegung anschließen, desto explosiver sind die Auswirkungen. Gesteuert wird dabei immer der gesamte Mob, der nach und nach auf immer weitere zerstörerische Fähigkeiten zurückgreifen kann: Angefangen bei einem mächtigen Aufstampfen bis hin zum Abriss kompletter Hochhäuser kann man sich als Spieler nach Herzenslaune austoben. Aber Vorsicht: Die Besatzer sind auf der Hut und verteidigen ihr Revier mit allen Mitteln. Auch wenn der Titel gegen Ende etwas die Luft ausgeht, sorgen die kurzen Krawallzüge für spaßige Unterhaltung. Ideal, um schnell mal eine Runde zwischendurch zu zocken – was aber schnell in ein paar Runden mehr ausarten kann. Niedlich, süß und eine nette Idee.

Erhältlich für: Xbox One, PC

"Prison Architect"

Genauer hinschauen: Auf den ersten Blick macht „Prison Architect“ vielleicht nicht den Anschein, dass sich hier ein äußerst komplexes und sogar tiefgründiges Spielchen verbirgt. Doch schon nach den ersten Spielminuten des Tutorials steht fest: Diese kleinen pixeligen Kameraden ziehen einen schnell in ihren Bann. In der Rolle eines Gefängnisdirektors darf der Spieler eine Verwahranstalt für schwere Typen leiten. Dabei orientiert sich die Aufbau-Simulation stark an Vorbildern wie „Sim City“ oder „Theme Park“. Aus der Vogelperspektive werden neue Gebäude geplant, Wege angelegt und die Stromversorgung gesichert. Was anfangs noch recht simpel daherkommt, wird bald zu einem komplexen System, in das der Spieler sachte hineingeführt wird – wirklich faszinierend. Eine emotionale Komponente bekommt die Simulation durch Entscheidungen, die ein Direktor eben zu treffen hat: Geräumigere Zellen und ein paar Aufenthaltsräume für die Insassen vermindern das Risiko einer Revolte. Doch warum sollte man nicht lieber Geld sparen – die Verbrecher haben ja nichts besseres verdient... Zwei Gedankengänge, die einen entscheidenden Einfluss auf das Verhalten der wuseligen Männchen haben wird. Wer also schon immer einmal das Knastleben aus einer ungewohnten Perspektive erleben wollte, bekommt hier eine prima Chance dazu.

Erhältlich für: Xbox One, PS4, PC

"Odin Sphere: Leifthrasir"

Tolle Mischung: Liebevoll animierte Grafik trifft auf ein knackiges 2D-Sidescroll-Beat’m-Up. Okay, okay, ganz so neu ist das Ganze allerdings nicht mehr: Bereits 2007 kam „Odin Sphere“ auf den Markt – damals für die PlayStation 2. Doch die Macher von Vanillaware haben ihrem Klassiker ein komplett überarbeitetes Remake mit dem Zusatz „Leifthrasir“ verpasst. Wüsste man es nicht besser, könnte man das Action-Rollenspiel glatt für einen aktuellen Titel halten. Erzählt wird dabei die Geschichte von fünf Helden, die jeweils für ihr Königreich kämpfen. In verschiedenen Level-Abschnitten müssen die Recken ihre Fähigkeiten einsetzen, um die anstürmenden Gegner zu vermöbeln. Das geschieht mithilfe von Nah- und Fernkampftattacken sowie mit mächtigen Zaubern. Als Belohnung gibt es Erfahrungspunkte, die wiederum in neue Fähigkeiten investiert werden dürfen – eine motivierende Suchtspirale. Das Konzept mag vielleicht nicht neu sein, überzeugt dennoch durch die wunderschön und von Hand gezeichneten Umgebungen und Charaktere. Hobby-Abenteurer sollten hier nicht lange überlegen.

Erhältlich für: PS4, PS3, PS Vita

"Inside"

Dass Spiele künstlerisch wertvoll sein können, sollte inzwischen keiner mehr in Frage stellen. „Inside“ aus dem Hause Playdead dürfte in diese Kategorie fallen. Als „Jump’n’Run“ in Reinform ist das größtenteils in Schwarz-Weiß gehaltene Abenteuer eine Erfahrung, die man so schnell nicht mehr vergisst. Die „Limbo“-Entwickler erzählen in ihrem neusten Werk die Geschichte eines kleinen, namenlosen Jungen, der in seiner Heimat eine furchtbare Entdeckung macht. Auf der Flucht werden immer mehr Details dieses Schreckens deutlich – nichts für junge Spieler! Neben den Lauf- und Hüpfpassagen sind es auch die teils kniffligen Rätsel, die für Abwechslung sorgen. Faszinierend ist dabei die Tatsache, dass die Story völlig ohne Worte auskommt. Ja, selbst Texteinblendungen (sei es zur Erklärung der Steuerung oder der Geschichte) fehlen komplett. Und dennoch reißt dieser Titel den Spieler emotional völlig mit sich – was größtenteils den sehr beklemmenden Bildern zu verdanken ist. Gerade das Ende geht mächtig unter die Haut ... Hut ab vor dieser einzigartigen Leistung!

Erhältlich für: Xbox One, PS4, PC



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