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„Soziale Netzwerke sind ein Gewinn“
Lifestyle 2 Min. 03.02.2014

„Soziale Netzwerke sind ein Gewinn“

Dr. Charles Max ist Professor an der Uni Luxemburg.

„Soziale Netzwerke sind ein Gewinn“

Dr. Charles Max ist Professor an der Uni Luxemburg.
Foto: Guy Jallay
Lifestyle 2 Min. 03.02.2014

„Soziale Netzwerke sind ein Gewinn“

Die Tatsache, dass unzählige Menschen heutzutage im Internet ihr privates Leben ausbreiten, erklärt Erziehungswissenschaftler Charles Max nicht zuletzt mit psychosozialen Effekten.

(aa) - Professor Charles Max von der Uni Luxemburg, hat sich in mehreren Forschungsprojekten mit sozialen Medien und dem Lernen mittels neuer Technologien beschäftigt.

Die Tatsache, dass unzählige Menschen heutzutage im Internet ihr privates Leben ausbreiten, erklärt er nicht zuletzt mit psychosozialen Effekten. „Angebote wie Facebook bieten eine einfache Möglichkeiten ein positives Bild von sich zu erzeugen“, so der Erziehungswissenschaftler. Mit Exhibitionismus habe das nichts zu tun, da Informationen selektiv weitergegeben werden könnten. Forschungsresultate hätten gezeigt, dass auch die Eigenreputation eine Rolle spiele, d.h. Facebook-Nutzer gestaltet ihr Profil nicht nur für andere, sondern auch für sich selbst. Und es gibt noch weitere Gründe. „In Zeiten erhöhter Mobilität bieten soziale Netzwerke eine Möglichkeit mit anderen verbunden zu bleiben“, sagt Max. In diesem Zusammenhang wäre es interessant, einmal zu untersuchen, wie viele aus Portugal stammende Einwohner Luxemburgs diese Möglichkeiten nutzen, um den Kontakt zur alten Heimat aufrecht zu erhalten.

„Des Weiteren bieten soziale Netzwerke auch eine Möglichkeit, Isolation zu überwinden“, wenn es Personen beispielsweise schwerfalle, Kontakte in direkten Gesprächen zu knüpfen. Eine Gefahr, dass sich gelebte Freundschaften, ins Netz verlagern könnten, sieht der Professor nicht. Facebook etwa ersetzt keine vorhandenen Beziehungen, sondern es ergänzt diese. „Wer jedoch im echten Leben keine Freunde hat, wird auch auf Facebook keine Erfüllung finden“, sagt Max. Zweifelsohne gebe es jedoch gewisse Risiken. Wenn Nutzer beispielsweise depressiv seien oder Beziehungsprobleme hätten, könne die übermäßige Nutzung sozialer Netzwerke dies verstärken. Die eigentliche Ursache seien diese jedoch kaum.

Das Problem an Angeboten wie Facebook, sei vielmehr der Datenschutz, vor allem wenn Nutzer unüberlegt Informationen preisgäben und diese in verknüpfter Form von Unternehmen ausgebeutet, von Cyberstalkern missbraucht oder von Dritten gelesen würden, für die sie eigentlich nicht bestimmt seien. Unter dem Strich seien soziale Netzwerke jedoch ein Gewinn, vorausgesetzt, dass man bewusst und verantwortungsbewusst herangehe, dies gelte insbesondere für Kinder. So stehe Facebook offiziell erst Personen ab 13 Jahren offen. „Von 10- bis 12-jährigen Kindern haben wir aber gehört, dass viele von ihnen alleine ins Internet dürfen“, so Max. Das betreffe nicht allein Facebook, aber auch. „Da sind ganz klar die Eltern gefordert. Sie müssen mit den Kindern darüber sprechen und sich mit ihnen auseinandersetzen.