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Eine Geschichte voller Lichtblicke
Lifestyle 10 3 Min. 26.06.2021
Sonnenbrillen

Eine Geschichte voller Lichtblicke

Kunterbunter Schutz für die Augen: Sonnenbrillen mit runder Fassung aus der „Glazed Ice“-Kollektion von Izipizi, jeweils um 40 Euro.
Sonnenbrillen

Eine Geschichte voller Lichtblicke

Kunterbunter Schutz für die Augen: Sonnenbrillen mit runder Fassung aus der „Glazed Ice“-Kollektion von Izipizi, jeweils um 40 Euro.
Foto: Hersteller
Lifestyle 10 3 Min. 26.06.2021
Sonnenbrillen

Eine Geschichte voller Lichtblicke

Wie sich die Sonnenbrille vom einfachen Schutzmittel gegen Schneeblindheit zum angesagten Lifestyle-Accessoire für jedermann mauserte.

Von Christian Satorius

Sonnenbrillen sind ein modisches Lifestyle-Accessoire und praktischer UV-Schutz zugleich – doch das war nicht immer so. Dort, wo die Geschichte der Sonnenbrille beginnt, laut Londoner College für Optometrie vor „wahrscheinlich 4 000 Jahren“ in der Arktis, hatten die dort lebenden Menschen nur eines im Sinne: ihre Augen vor den schädlichen UV-Strahlen zu schützen, die von Schnee und Eis besonders gut reflektiert wurden und im schlimmsten Fall zur Schneeblindheit führten. 

Glas war damals noch unbekannt. Daher griffen die Bewohner der nördlichsten Region der Erde auf Schneebrillen zurück, hergestellt aus einem breiten Stück Walrosselfenbein, Tierknochen, Karibuhorn oder Holz, in das Sehschlitze geschnitzt wurden. Durch diese konnte nur noch ein geringer Teil der schädlichen UV-Strahlung bis ins Auge vordringen. Doch das war nicht das Ende der Geschichte. 

Smaragde und Quarze 

Schon dem römischen Kaiser Nero (37-68) wurde nachgesagt, er habe die Gladiatorenkämpfe durch grüne Smaragde verfolgt. Auch wenn manche Historiker ihre Zweifel anmelden, ob es sich hierbei wirklich schon um die Vorläufer der heutigen Sonnenbrillen gehandelt habe, so sind doch durchaus Sonnenbrillen überliefert, die an Stelle von Gläsern dünngeschliffene Quarze besaßen. Im Mittelalter benutzten chinesische Richter derartige Brillen etwa bei der Zeugenbefragung, um ihre Emotionen besser verbergen zu können. 

Farbige Gläser kamen aber erst nach dem Mittelalter so richtig in Mode, interessanterweise allerdings nicht aus Sonnenschutzgründen. Vielmehr handelte es sich um Erholungsbrillen, also um Hilfsmittel, mit denen die Ärzte versuchten, Augenleiden zu lindern. Besonders von der Farbe Grün versprach man sich damals viel. 


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So schön bunt die Welt hinter diesen Gläsern auch aussah, gegen UV-Strahlen schützten diese Brillen natürlich nicht. Nachdem der deutsche Physiker Johann Wilhelm Ritter die ultraviolette Strahlung 1801 entdeckt hatte, dauerte es noch etwas, bis auch deren schädigende Wirkung bekannt wurde. Erst 1908 gelang es dem Schweizer Augenmediziner Alfred Vogt dies nachzuweisen. Damit war die eigentliche Gefahr, die in den Sonnenstrahlen lag, zwar erkannt, aber noch nicht gebannt. Sonnenbrillen, die einen ernstzunehmenden Schutz vor UV-Strahlen boten, kamen erst später auf den Markt. 

Die damals beliebten farbigen Brillen ohne ausreichenden UV-Schutz hatten einen nicht zu unterschätzenden Nachteil: Da sie die Lichtintensität reduzierten, weiteten sich die Pupillen umso mehr und boten somit der schädigenden UV-Strahlung eine noch größere Angriffsfläche. Diese Brillen dienten Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts aber nicht nur als modisches Accessoire: Sie schützten nicht zuletzt auch vor Wind und Wetter, was im Zeitalter der zunehmenden Mobilität immer wichtiger wurde. 

An Bahnhöfen konnten sogenannte Eisenbahnbrillen erworben werden, die in den anfangs oft noch offenen Waggons nicht nur vor Fahrtwind, Staub und Insekten schützten, sondern auch vor dem allgegenwärtigen Ruß der Dampflokomotive. Auch den Autofahrern wehte zu Beginn der Automobilgeschichte noch der Wind um die Nase, den Motorrad- und Fahrradfahrern sowieso.

Brillen fürs offene Cockpit

Besonders ärgerlich war das blendende und Kopfschmerzen verursachende Sonnenlicht aber wohl für Piloten, die anfangs noch in offenen Flugzeugen saßen. Auf ihre Initiative hin entwickelte das US-amerikanische Unternehmen Bausch & Lomb eine Sonnenbrille speziell für Piloten, die auch wirklich vor UV-Strahlung schützte, was damals durchaus bemerkenswert war. Diese Brille mit dem Namen „Aviator“ wurde praktisch zum Synonym für die Pilotenbrille schlechthin. Ab 1937 vermarktete Bausch & Lomb sie mit einer eigenen Tochterfirma namens Ray-Ban (übersetzt: Strahlenschutz). Beim UV-Schutz griffen die Entwickler auf eine sogenannte Polarisationsfolie zurück, ein Patent der Firma Polaroid aus dem Jahr 1933. 

Mit den amerikanischen Piloten und Soldaten kamen diese Brillen - so auch die bekannte „Wayfarer“ - nach dem Zweiten Weltkrieg nach Europa, wo sie bald zum Inbegriff des American Way of Life wurden. Nicht zuletzt auch dank zahlreicher Filme, in denen die Mimen mit diesen heute als Klassikern angesehenen Sonnenbrillen für einprägsame Filmmomente sorgten, wie etwa Audrey Hepburn in „Breakfast at Tiffany's“ oder Tom Cruise in „Top Gun“. 


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Ab den 1950er-Jahren erfreute sich vor allem die Damenwelt an Brillen, deren Gläser an die Form von Schmetterlingsflügeln erinnern. Später kamen runde Brillen in Mode, die den Hippie-Stil auch noch bis in die Gegenwart tragen. Kunststoff war damals das Material der Zeit – und setzte sich bei Rahmen und Gläsern immer weiter durch. 

Heute sind Retro-Modelle ebenso gefragt wie zeitgenössische oder futuristische Designs. Egal ob nun runde, eckige oder ovale Fassungen in neutralen oder kunterbunten Farben – Hauptsache die Augen sind ausreichend geschützt. 

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(ACHTUNG - HANDOUT - Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit dem genannten Text bis 31.12.2016 und nur bei vollst�ndiger Nennung der Quelle. Die Ver�ffentlichung ist f�r dpa-Themendienst-Bezieher honorarfrei.) 
Foto: Essilor GmbH