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So geht Homeoffice
Lifestyle 1 4 Min. 19.03.2020 Aus unserem online-Archiv

So geht Homeoffice

Es klingt unheimlich verlockend: mit dem PC im Bett lümmeln ... doch das sorgt nicht gerade für Effizienz. Darum heißt es auch: ab an den Schreibtisch!

So geht Homeoffice

Es klingt unheimlich verlockend: mit dem PC im Bett lümmeln ... doch das sorgt nicht gerade für Effizienz. Darum heißt es auch: ab an den Schreibtisch!
Grafik: Shutterstock
Lifestyle 1 4 Min. 19.03.2020 Aus unserem online-Archiv

So geht Homeoffice

Von Chatapplikationen bis Powerfood - wer derzeit in den eigenen vier Wänden seiner Arbeit nachgeht, sollte nichts dem Zufall überlassen.

von Michael Juchmes und André Wesche

Corona macht's möglich: Viele Luxemburger und auch die meisten Grenzgänger dürfen derzeit ihrem Broterwerb von zu Hause aus nachgehen. Vor allem für Arbeitnehmer, die keinen Kundenkontakt haben und zeitlich unabhängig sind, werden die eigenen vier Wände zum temporären Büro. Doch was so einfach klingt, birgt einige Schwierigkeiten – nicht nur rechtlicher Art. Daher sollte man sich sein Homeoffice bestmöglich einrichten.

Selbstdisziplin

Der beste Weg zur Effizienz lautet: Routinen einhalten. Wer effektiv arbeiten möchte, sollte ähnlich vorgehen wie auch an einem gewöhnlichen Arbeitstag – aufstehen, Duschen, sich anziehen, frühstücken und dann ab an den Schreibtisch. Wer nicht an feste Arbeitszeiten gebunden ist, kann sich seine Zeit vollkommen frei einteilen. 

„Viele finden es super, selbstbestimmt und ortsunabhängig arbeiten zu können“, erklärt Unternehmerin und Homeoffice-Expertin Bettina Wittmann (bettinawittmann.com). Das fördere die Kreativität. Wer nicht von 9 bis 17 Uhr arbeiten müsse, könne sich etwa auch abends an den PC setzen. „Besonders wichtig sind Vertrauen und Transparenz zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.“

Wer – ganz unabhängig von der Zeit – Probleme hat, sich zu konzentrieren, kann mit dem Tool Focusme andere Anwendungen und Webseiten blockieren – damit fällt die Ablenkung durch YouTube und Co. weg.

Das optimale Arbeitsumfeld

Es klingt natürlich verlockend: mit dem PC im Bett lümmeln ... doch das sorgt nicht gerade für Effizienz. „Wenn möglich, würde ich einen eigenen, abgetrennten Arbeitsbereich empfehlen. Vielleicht kann man im Schlafzimmer ein Mini-Büro einrichten“, sagt Bettina Wittmann. „Man muss mit seiner Familie ganz klar kommunizieren: Hey, ich bin zwar jetzt hier, aber von da bis da bin ich unabkömmlich, als ob ich auf Arbeit wäre.“ Wer will, kann auch ein „Bitte nicht stören!“-Schild an der Tür anbringen. „Die Umwelt muss im Alltag verstehen, dass man arbeitet.“

  Entscheidend sind auch technische Fragen. Etwa: An welchem Platz in der Wohnung oder im Haus habe ich die beste Internetverbindung? Oder Optische: In welchem Raum gibt es einen perfekten Rahmen für Onlinemeetings?  

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Kommunikation

„Für die Heimarbeit eignen sich vor allem Cloud-basierte Produkte, um effektiver miteinander zu arbeiten und kommunizieren“, sagt Bettina Wittmann. „Offene und regelmäßige Kommunikation ist das Wichtigste. Wenn man sich nicht in den gleichen Räumlichkeiten aufhält muss man verstärkt für Kommunikation untereinander sorgen. Dafür eignen sich neben regelmäßigen gesammelten E-Mail oder Slack Updates auch tägliche oder wöchentliche Stand-ups, die über diverse Kommunikationstools ermöglicht werden.“ Wer die Videosoftware „Zoom“ nutzt, kann Onlinekonferenzen sogar aufzeichnen und für andere Mitarbeiter zugänglich machen.

Für die schnelle Kommunikation eignen sich Onlinetools wie Slack und Skype. Sogar WhatsApp kann hier zum Einsatz kommen: Die Desktop-Version Web.Whatsapp ist in wenigen Sekunden eingerichtet – so kann man kinderleicht am Rechner tippen (auch in den Pausen mit Freunden). Vertragsunterzeichnungen klappen hervorragend mit Tools wie DocuSign, AdobeSign oder SignNow.

Um Überblick über alle Projekte zu behalten, empfiehlt Bettina Wittmann das Einhalten einer To-do-Liste – etwa über das Tool Wunderlist. Weitere Kommunikationswege zählt die Expertin in ihrem Leitfaden auf, den sie auf ihrer Homepage kostenlos zur Verfügung stellt.

Energiezufuhr

Wer im Homeoffice sitzt, sollte sich auch Gedanken um seine Ernährung machen. „Gerade wenn man von zu Hause aus arbeitet, dann kann es passieren, dass man sich in einer Art Tunnel befindet und die Zeit vergisst“, so Bettina Wittmann. „Auch ich ertappe mich öfters dabei, dass ich um 15 Uhr nachmittags immer noch nichts Vernünftiges gegessen habe – oft aus Zeitmangel oder schlechtem Gewissen gegenüber der Arbeit.“ 

Die Expertin weist darauf hin, dass man auch im Homeoffice ein Recht auf seine Mittagspause hat. Dabei sollten leicht verdauliche Lebensmittel schwerer Kost wie Pizza und Co. vorgezogen werden, damit der Körper am Nachmittag nicht mit der Verdauung vollkommen ausgelastet ist.

In der aktuellen Situation, so die Expertin, lohnt es sich, die Pausen auf seine Familie anzupassen. Wer nicht allzu viel Zeit in der Küche verschwenden will, findet im Netz übrigens jede Menge Rezepte – etwa bei Bloggerin Nadja Zimmermann (loumalou.ch).

Haltung bewahren

Viele Arbeitnehmer sind in den eigenen vier Wänden nicht optimal ausgestattet. Wer seinen Rücken schonen will, sollte daher auf Sofa und Bett verzichten und sich zumindest an einen Tisch setzen. Der Stuhl, empfiehlt Autor Frank Thömmes („Wer länger sitzt, ist früher tot“) sollte in jedem Fall eine stützende Rückenlehne haben.

Ein Problem stellt auch der Rechner dar: Viele müssen derzeit mit einem Laptop vorlieb nehmen, dessen Bildschirm sich nicht auf Augenhöhe befindet. Wer über eine zweite Tastatur verfügt, sollte diese in jedem Fall einsetzen – und den Laptop selbst mit Hilfe von Büchern ungefähr auf Augenhöhe bringen. Auch auf die optimale Lichtzufuhr muss geachtet werden – schließlich sollten die Augen nicht noch zusätzlich angestrengt werden.


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Bewegung

Homeoffice am kleinen Schreibtisch, dabei stundenlanges Sitzen auf einem Stuhl, der dafür eigentlich nicht ausgelegt ist – das klingt schon beim Lesen nach Rückenschmerzen. Abhilfe schaffen hier kleine Übungen: die Schultern kreisen lassen und Schultern und Halsmuskulatur dehnen, Entspannungsgymnastik, zwischendurch immer wieder aufstehen, sich strecken, die Gelenke lockern – und wenn möglich in den Pausen kleine Spaziergänge einlegen.

Anleitungen und Videos zum Thema finden sich im Netz. Wer möchte, kann auch einem Online-Fitnessstudio wie etwa Gymondo (gymondo.com) beitreten. Diese bieten spezifische Kurse an – etwa das zwölfwöchige Programm „Stronger Back“ (ab rund 6 Euro pro Monat). 

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.



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