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SMS schreiben mit einem Wisch
Lifestyle 4 3 Min. 24.01.2015 Aus unserem online-Archiv
Tastatur-Apps für Smartphones

SMS schreiben mit einem Wisch

Lifestyle 4 3 Min. 24.01.2015 Aus unserem online-Archiv
Tastatur-Apps für Smartphones

SMS schreiben mit einem Wisch

Beim Tippen auf dem Smartphone-Bildschirm geht der Finger leicht mal neben die richtige Taste. Doch es gibt viele Alternativen wie Wischgesten, Daumenbedienung und Bildertastaturen.

(dpa/tmn) - Eigentlich ist die Bildschirmtastatur - diese Simulation eines physischen Keyboards auf dem flachen Smartphone-Display - ein Anachronismus. Nach wie vor schreiben aber die meisten Nutzer mit ihr. Gerade auf kleinen Bildschirmen landen die Finger schnell neben den Tasten, ein haptisches Feedback gibt es nicht. Und irgendwie müsste das einzelne Eintippen der Buchstaben doch leichter gehen. Geht es zum Glück auch. Neben den vorinstallierten Tastaturen der Hersteller von Android bis Windows Phone gibt es immer mehr Tastatur-Apps, die dem Nutzer die Texteingabe leichter machen wollen.

„Für iOS von Apple sind die meisten Tastatur-Apps ab der Version 8 verfügbar“, sagt Timm Hoffmann vom IT-Verband Bitkom. „Für Android-Geräte funktionieren sie ab Version 4 und auch im Windows Phone Store gibt es entsprechende Angebote.“ Der größte Unterschied: Bei vielen alternativen Bildschirmtastaturen muss ein Text nicht mehr Buchstabe für Buchstabe eingegeben werden. Stattdessen geben Apps wie Swiftkey oder Swype schon nach wenigen eingetippten Buchstaben Vorschläge, einige Modelle erlauben es, die Wörter per Wisch über die Tasten einzugeben. Will man also „Hallo“ schreiben, wischt man vom „H“ zum „a“ zum „l“ und endet beim „o“ - das Programm erkennt die Geste und schreibt das Wort.

Das ist besonders für Menschen mit großen Fingern oder kleinen Telefonen praktisch. „So können Wörter und Texte schneller auf Mobilgeräten geschrieben werden“, sagt Hoffmann. Schließlich spiele die Genauigkeit beim Tippen keine große Rolle mehr und man müsse weniger korrigieren. Und auch für Nutzer mit kleinen Händen oder sehr großen Smartphones, sogenannten Phablets, können Alternativen zur Standardtastatur eine gute Lösung sein. „Thumbfan etwa ist eine Tastatur für die Bedienung nur mit einem Daumen“, sagt Wolfgang Reszel vom Fachmagazin „mac&i“. Auch andere Tastaturen wie One-Hand Keyboard oder Thumbwriter erleichtern die einhändige Bedienung der immer größer werdenden Smartphones.

Bei der reinen Buchstabeneingabe hört es aber nicht auf. Tastatur-Apps wie PopKey erlauben beispielsweise das Versenden animierter GIF-Bilder zu verschiedenen Themen. Statt langer Texte schickt man also einfach einen kurzen Clip. Fleksy Keyboard lässt den Nutzer komplette Wörter per Wischgeste schreiben. Gibt man den Beginn eines Wortes ein, schlägt das Tastaturprogramm ganze Wörter zur Auswahl vor. Gefällt der Vorschlag nicht, wischt man ihn einfach weg.

Was passiert mit den Informationen?

Manch eine Tastatur-App braucht für den vollen Funktionsumfang allerdings weitreichende Rechte. Wenn beispielsweise eingegebene Wörter gespeichert und zwischen verschiedenen Geräten synchronisiert werden, werden Eingaben über das Internet übertragen. Einige Programme analysieren auch die Texteingaben und schlagen dann kontextabhängig mögliche Folgewörter vor. „Das kann sicherheitstechnisch bedenklich sein“, sagt Manuel Schreiber von der Computerzeitschrift „Chip“. „Was genau mit den eingegeben Daten passiert, kann man nicht sagen.“

Das sieht auch Reszel so. Viele Hersteller würden zwar versprechen, die Eingaben nicht auszuwerten oder zu speichern. Überprüfbar sei das aber nicht. Und es gibt auch die Chance, dass aus Versehen sensible Informationen wie Passwörter gespeichert werden, auch wenn beispielsweise Apples iOS aus Sicherheitsgründen keine Eingabe mit alternativen Tastaturen in Passwortfeldern zulässt. Deswegen sollte den Programmen nur ganz bewusst voller Zugriff eingeräumt werden, oder man sollte solche nutzen, die auch ohne Netzzugang funktionieren. „Die einzige Tastatur-App, die ohne vollen Zugriff gut funktioniert, ist Swype“, sagt Reszel.

Die Hersteller haben den Trend zur komfortableren Bildschirmtastatur mittlerweile erkannt. Seit iOS 8 liefert auch Apples Standardkeyboard Wortvorschläge, in vielen Androidgeräten sind die Wischgesten mittlerweile integriert und Windows Phone schlägt bei aktiviertem Netzzugriff ebenfalls Wörter vor. Wem das alles nicht reicht, der hat auch die Möglichkeit, zurück zu den echten Tasten zu gehen. Viele Bluetooth-Tastaturen funktionieren auch gut mit Smartphones. „Die sind besonders für Vielschreiber interessant“, sagt Reszel. Für den mobilen Einsatz sind sie wegen ihrer Größe allerdings nicht so gut geeignet.

Wie kommen die Tastaturen auf das Telefon?

Sind sie nicht schon im Telefon integriert, wie bei manchen Android-Geräten, lassen sich Tastatur-Apps über den App Store (iOS), den Play Store (Android) oder den Windows Phone Store suchen und dort herunterladen. Dann müssen sie über die Tastatureinstellungen im Telefon ausgewählt werden.


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