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Skoda Kamiq: Aufgebocktes Lifestyle-Mobil
Lifestyle 3 Min. 15.09.2019

Skoda Kamiq: Aufgebocktes Lifestyle-Mobil

Der knapp 4,25 Meter lange Skoda Kamiq wirkt recht robust, fährt aber ohne Allradantrieb vor.

Skoda Kamiq: Aufgebocktes Lifestyle-Mobil

Der knapp 4,25 Meter lange Skoda Kamiq wirkt recht robust, fährt aber ohne Allradantrieb vor.
Foto: Skoda
Lifestyle 3 Min. 15.09.2019

Skoda Kamiq: Aufgebocktes Lifestyle-Mobil

Mit dem Kamiq rundet Skoda seine SUV-Familie zumindest vorerst nach unten ab.

von Henri Leyder

Kleine SUV-Modelle haben in rasantem Tempo das städtische und vorstädtische Straßennetz erobert. Kein Großserienhersteller will sich dieser Entwicklung verschließen – auch Skoda nicht. Schließlich mussten die Tschechen den City-SUV und folglich den Kamiq nicht erst erfinden; Anfang Oktober steht er bei den Händlern.

Wer die Messlatte anlegt, stellt fest, dass das kleinste SUV-Modell aus dem Hause Skoda etwa so groß ist wie der Audi Q2 oder der VW T-Roc. Was darüber hinwegtäuscht, dass der Kamiq auf der MQB-A0-Plattform aufbaut, der sich die kleineren VW T-Cross und Seat Arona bedienen.

Wer City-SUV denkt, erwartet ein schlankes, wendiges und handliches Automobil. Und womöglich ein elektrisch angetriebenes. 4,24 Meter kurz, ziemlich hohe Sitzposition, gute Rundumsicht und ausreichend leichtgängige Lenkung – nichts drängt den Kamiq hinaus aus der Stadt. Von Elektroantrieb war anlässlich der internationalen Pressefahrvorstellung aber keine Rede. Die Skoda-Kundschaft verlangt wahrscheinlich nicht nach einem deutlich teureren Stromer …


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Der Name Kamiq stamme aus der Sprache der im Norden Kanadas und Grönland lebenden Inuit und stehe für etwas, das in jeder Situation perfekt passt, doziert der Hersteller über den Ursprung der Modellbezeichnung. Perfekt passt er erst einmal zu den Bezeichnungen seiner zwei SUV-Brüder Karoq und Kodiaq.

Zu jeder Situation passt er auch als Auto, nur, er soll sich, trotz im Vergleich zum Skoda Scala um 39 auf 188 Millimeter erhöhter Bodenfreiheit nicht als Geländewagen versuchen. Obwohl sie, die Bodenfreiheit, „Bestwert im Segment“ ist (O-Ton Skoda), muss der Kamiq im Gegensatz zum K&K-Bruderpaar ohne Vierradantrieb auskommen.

Viel Platz für Passagiere und Gepäck

Mini-SUV ist nicht unbedingt gleichbedeutend mit Enge oder Knappheit. Wenigstens nicht beim Skoda-Junior. Das Interieur ist gut bemessen. Eingeengt dürften nur die Wenigsten sich fühlen. Hinein und hinaus gelangt man bequem, auch dank der etwas höheren Sitzposition. Die Ladekapazität wird mit beachtlichen 400 Litern angegeben. Für größere Transportaufgaben lassen sich Rücksitz- und Beifahrersitzlehnen umklappen. Das Cockpit ist ein Musterbeispiel an Aufgeräumtheit, Übersichtlichkeit und logischer Bedienung – und sieht klasse aus.

Das Cockpit des Kamiq ist übersichtlich und aufgeräumt.
Das Cockpit des Kamiq ist übersichtlich und aufgeräumt.
Foto: Skoda

Der kompakte Fünftürer fährt sich auch klasse – vor allem mit dem 1,6-Liter-Dieselmotor und Sieben-Gang-DSG-Getriebe. 85 kW (115 PS) Leistung und 250 Nm maximales Drehmoment sind keine Spitzenwerte, reichen aber vollauf, um den 1,3 Tonnen leichten Kamiq flott genug bewegen zu können. Auf der anspruchsvollen Kennenlernstrecke verglühte der Turbodiesel im Schnitt 6,5 Liter, der 1,0-Liter-Benziner mit gleicher Automatik sogar 8,4 Liter.

Zur Ehrenrettung sei aber erwähnt, dass der Dreizylinder und die Gangstufenschaltung über die Wippen hinter dem Lenkrad zu einer sportlich-flinken Gangart angestachelt hatten. Das vortrefflich abgestimmte Sportfahrwerk (nicht Serie) ging dabei exakt zur Hand; die serienmäßig vorhandene Differenzialsperre verbessert die Traktion, vor allem auf nassem Belag. Im städtischen Alltag dürfte der Kraftstoffverbrauch um Einiges niedriger ausfallen.

Bei der Ausstattung schwang Schmalhans nicht das Zepter. Zum Serien-Equipment gehören im Bereich aktive Sicherheit der Spurhalteassistent, Frontradarassistent mit City-Notbremsfunktion und vorausschauendem Fußgängerschutz sowie eine Multikollisionsbremse. LED-Scheinwerfer und -Heckleuchten sind ebenfalls an Bord.

Laura versteht auch schwierige Dialekte

Je nach Ausstattungslinie oder Kundenbereitschaft sich noch einiges Zusätzliche zu gönnen, steht noch so manches zur Verfügung, was in einem noch höheren Maße für die Bereiche Infotainment und Konnektivität zutrifft. Der Kamiq gehöre sogar zu den Vorreitern in diesem Segment, betont Skoda. Dank einer eingebauten eSIM-Karte ist der Fahrer immer online. Apps lassen sich frei downloaden, und die Navigationskarte Over-the-Air kann laufend aktualisiert werden. Mehr noch: Die digitale Assistentin Laura versteht fließend gesprochene ganze Sätze, online unterstützt sogar schwierige Dialekte.


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