Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Sinnvolle Lockdown-Beschäftigung: Das Fahrrad fit machen
Lifestyle 4 Min. 25.03.2020

Sinnvolle Lockdown-Beschäftigung: Das Fahrrad fit machen

Mit Hochdruck wird zwar grober Dreck schnell entfernt, Experten empfehlen dennoch einen Eimer mit Spülmittel, Bürste und Schwamm.

Sinnvolle Lockdown-Beschäftigung: Das Fahrrad fit machen

Mit Hochdruck wird zwar grober Dreck schnell entfernt, Experten empfehlen dennoch einen Eimer mit Spülmittel, Bürste und Schwamm.
Foto: Steve Remesch
Lifestyle 4 Min. 25.03.2020

Sinnvolle Lockdown-Beschäftigung: Das Fahrrad fit machen

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Die durch die verschärften Ausgangsvorschriften gewonnene Zeit bietet sich für die Dinge an, die man sonst gerne auf die lange Bank schiebt. Wir zeigen Ihnen, wie Sie in acht Schritten Ihr Fahrrad fit für den Frühling machen.

Die Corona-Pandemie hat Europa fest im Griff und, um eine noch gravierendere Ausbreitung zu verhindern, musste auch in Luxemburg ein Großteil der Bevölkerung quasi unter Hausarrest gestellt werden. Der Versuchung, die Zeit mit der Chipstüte auf dem Fernsehsofa zu verbringen, werden die meisten inzwischen begegnet sein. Doch auch dabei dürfte mittlerweile bereits so mancher sich langweilen. Die gewonnene Zeit zu Hause gescheit zu nutzen, ist ohnehin um vieles befriedigender.   

Didier Lauer ist seit fast 30 Jahren Fahrradhändler.
Didier Lauer ist seit fast 30 Jahren Fahrradhändler.
Foto: Privat

Sinnvoll könnte dieser Tage zum Beispiel sein, das Fahrrad aus dem Keller zu holen. Denn kleinere Touren – alleine an der frischen Luft – bleiben trotz Ausgangsbeschränkungen derzeit noch erlaubt. Dafür sollte man das Bike aber zuerst fit für das Frühjahr machen und ihm mit etwas Liebe neuen Glanz verleihen.    

Fahrradprofi Didier Lauer von Bikeworld in Bereldingen beschreibt acht Arbeitsschritte, die in einer knappen Stunde bewältigt werden können und zu dauerhaftem Fahrvergnügen führen. 

1. Waschen und Putzen

Zwar sind Hochdruckreiniger sehr beliebt und auch öffentliche Fahrradwaschstationen immer weiter verbreitet, der Experte rät allerdings dennoch zu Eimer, einem guten Schwamm und gewöhnlichem Spülmittel. 

Kettenblätter und Ketten sollten sichtbar sauber sein. Dazu ist eine Bürste hilfreich.
Kettenblätter und Ketten sollten sichtbar sauber sein. Dazu ist eine Bürste hilfreich.
Foto: Steve Remesch

„Das entfettet sehr gründlich“, betont Didier Lauer. Mit dem Schwamm zuerst den Rahmen gut einseifen und zum Schluss Zahnkranzpaket, Kette und Kettenblätter. Für die Kassette empfiehlt er einen Pinsel oder eine Bürste. Bei schwer zugänglichen Stellen kann sich auch eine alte Zahnbürste als sehr nützlich erweisen. Das ganze Fahrrad soll im Anschluss dann auch gründlich mit einem weichen saugfähigen Tuch getrocknet werden. 

2. Kette entfetten 

Die Kette kann, wenn sie dann immer noch verschmutzt ist, auch mit WD-40-Spray behandelt werden. „Wichtig ist, dass dieses niemals direkt auf das Fahrrad gesprüht wird“, betont der 52-Jährige, der seit 1990 im Fahrradhandel tätig ist. „Es darf auf keinen Fall in die Bremsen gelangen. Deshalb ist es besser, das WD-40 auf einen Lappen aufzutragen und die Kette mit diesem abzureiben.“ 

3. Gut geschmiert fährt gut 

Die trockene Kette sollte sichtbar sauber sein. Dann muss sie auch schnellstmöglich wieder eingefettet werden, denn sonst rostet sie. Dafür wird das Öl bestenfalls auf die Ketteninnenseite getröpfelt. Dann sollten ein Durchlauf durch alle Gänge durchgeführt und danach das überschüssige Öl mit einem Lappen abgetupft werden. 

4. Gegen Rost und Oxidierung 

Auf dem sauberen Fahrrad sind nun aber möglicherweise kleinere Roststellen zu erkennen. „Da gibt es keine Wunderlösung“, betont Didier Lauer. „Etwas abschmirgeln und einen Farbklecks drauftun.“ Schrauben oxidieren zudem recht schnell. Auch hier kann WD-40 helfen. Aber wie immer gilt es, dieses mit einem Lappen aufzutragen, nicht direkt aus der Sprühdose. 

5. Reifen kontrollieren 

Vor der ersten Fahrt nach der Winterpause müssen auch die Fahrradreifen überprüft werden. Zunächst gilt es, diese den Vorgaben entsprechend aufzupumpen. Der Minimal- und der Maximaldruck ist stets auf den Reifenflanken vermerkt. „Wer auf glattem Fahrbahnbelag fährt, sollte sich an der Obergrenze orientieren, wer eher im Gelände unterwegs ist, besser im unteren Bereich“, erklärt Didier Lauer. „Wer vielseitig unterwegs ist, kann sich am Mittelwert orientieren.“ ¨

Für eine angenehme und sichere Fahrt ist der richtige Reifendruck entscheidend.
Für eine angenehme und sichere Fahrt ist der richtige Reifendruck entscheidend.
Foto: Steve Remesch

Zudem sollte auch der Zustand der Reifen untersucht werden. Risse im Gummi etwa sind für den erfahrenen Fahrradhändler ein sehr schlechtes Zeichen. „Falls es solche gibt, sollte der Mantel ersetzt werden. Wenn das Fahrrad länger als nur über die Winterpause im Keller stand, kann es vorkommen, dass die Reifen deformiert sind. Auch dann sollten Schlauch und Reifen ersetzt werden.“ 

6. Bremsen überprüfen 

Für eine sichere Fahrt braucht es auch funktionstüchtige Bremsen. „Wenn das Rad lange Zeit wenig gefahren wurde, dann kommt es vor, dass die Bremsgummis bei Felgenbremsen verhärten“, betont Didier Lauer. „Dann sollten sie durch neue ersetzt werden. Denn dann bremsen sie nicht mehr, sondern rutschen einfach über die Felge.“


Auch Bob Jungels muss es derzeit etwas ruhiger angehen lassen.
Netflix, Playstation und Indoortraining
Die Radprofis halten sich, so gut es geht, fit und überbrücken die Zeit mit den ganz normalen Dingen des Lebens.

Auch bei Scheibenbremsen gilt es, die Bremswirkung zu überprüfen. Die Bremsbeläge sollten nicht weniger als einen Millimeter dick sein. Zudem kann es auch nicht schaden, sowohl die Bremsbeläge wie auch die Bremsscheiben leicht mit feinem Sandpapier abzureiben, um die Patina zu entfernen. „Danach drei- oder viermal fest bremsen, und gut ist“, betont Didier Lauer. „Quietschen die Bremsen, sind zumeist auch Schmutz und Fett die Ursache, die mit Wasser und Spülmittel behoben werden können.“ 

7. Achtung bei der Schaltung 

Wichtig ist auch, die Gangschaltung zu überprüfen. Dabei sollte zunächst sichergestellt werden, dass nichts verhakt ist. „Die Justierung der Schaltung ist jedoch insgesamt eine sehr sensible und aufwendige Angelegenheit“, mahnt Didier Lauer. „Wer selbst nicht die nötigen Kenntnisse hat, sollte dies lieber einem Fachmann überlassen. 


Lok , Promenade a velo, Luxemburg-Stadt , Fahrradrundfahrt durch die Stadt , Foto: Guy Jallay/Luxemburger Wort
Fahrräder erobern die Hauptstadt
Am Mittwochabend fand in der Hauptstadt die vierte Auflage der Promenade à vélo statt - mit mehr als 1.000 Teilnehmern.

8. Schraube locker – Gefahr! 

Bevor man dann motiviert in den Sattel steigt, ist es wichtig, ein letztes Mal zu überprüfen, ob auch wirklich alle Schrauben angezogen sind, denn ansonsten kann es schnell gefährlich werden. „Das betrifft den Vorbau, den Lenker, die Bremssättel und ganz besonders auch die Radmuttern“, unterstreicht Didier Lauer. 

Wer das alles beherzigt, dem steht für einen gelungenen Saisonauftakt nichts im Wege. „Und bei Fragen, nicht zögern, den Fahrradhändler zu kontaktieren“, betont Didier Lauer abschließend. Denn auch während der Quarantäne seien die meisten von ihnen per Telefon, E-Mail oder Social Media zu erreichen. 

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.