Singapur und Bintan

Strand und die City

Der „Club Med Bintan“, an dessen Strand Sonnenanbeter entspannen können, ist mit der Fähre in rund einer Stunde von Singapur aus erreichbar.
Der „Club Med Bintan“, an dessen Strand Sonnenanbeter entspannen können, ist mit der Fähre in rund einer Stunde von Singapur aus erreichbar.
Foto: Club Med

von Michael Juchmes

Eine Zwischenlandung in New York, sechs Stunden Aufenthalt in Miami oder ein kurzer Stopp in Bangkok, bevor es mit der Fähre weiter in Richtung Strand und Sonne geht: Fernreisefans kennen viele Flughäfen wie ihre Westentasche – die Städte rundherum jedoch meist überhaupt nicht. Dabei bietet der erste Zwischenstopp auf der Reise doch gerade die Möglichkeit, die Metropole, in der man sich eigentlich nur kurz aufhält, einmal genauer kennenzulernen – und die Vorzüge des Großstadtlebens vor oder nach der Entspannung am Meer voll und ganz zu genießen.

Ein beliebter Zwischenstopp vor der Weiterfahrt in ein tropisches Inselparadies ist der Flughafen von Singapur. Der Stadtstaat, der im Norden an Malaysia grenzt, ist ein Drehkreuz für Flüge in den südostasiatischen Raum und die Pazifikstaaten. Jährlich landen hier rund 58 Millionen Passagiere (Stand 2016) – viele davon fliegen weiter, etwa nach Bali oder Australien, andere besuchen den Stadtstaat oder reisen in ein Ferienresort, das meist weniger als ein oder zwei Stunden von der Millionenmetropole entfernt liegt.

Ein Inselparadies

Nur rund 30 Kilometer Luftlinie von der Stadt Singapur entfernt, wo auf rund 720 Quadratkilometern mehr als 5,6 Millionen Menschen leben, liegt die indonesische Insel Bintan. Das Eiland, das Teil des Riau-Archipels ist, ist touristisch sehr gut erschlossen. Früher dienten die stillen Buchten als Rückzugsort für die Orang-Laut-Piraten – heute entspannen hier Touristen aus aller Welt. Vor allem im nur wenig bevölkerten Norden finden Sonnenanbeter eine Vielzahl von Resorts, die mit zauberhaften Stränden in einer tropischen, naturbelassenen Umgebung locken.

Eine dieser Alltagsfluchten ist das Ferienresort des französischen Unternehmens Club Med, das inmitten des Dschungels wie eine Oase der Entspannung auftaucht. Die Clubanlage – mehrere Bauten, in denen die Zimmer untergebracht sind, das Hauptgebäude mit Restaurantbereich und Bar sowie das große Spa – sind im Halbkreis um eine Bucht angeordnet, in der man ungestört in die Wellen eintauchen kann. Das türkisblaue Wasser lädt aber auch zum Tauchen und zu Wassersportaktivitäten ein.

Generell legt man im All-Inclusive-Club, der seit vergangenem Jahr in neuem Glanz erstrahlt, großen Wert auf sportliche Aktivitäten. Fitness, Windsurfen, Beachvolleyball, Stand-up-Paddeln und Golf – für jede Altersgruppe und jeden Geschmack ist meist etwas dabei. „Ein besonderes Highlight sind die Yoga-Kurse“, erklärt Vincent aus Belgien, der seit Jahren als G.O. („gentil organisateur“) für das Unternehmen arbeitet und im Club auf der Insel Bintan für das Sportprogramm zuständig ist. „Sie finden in einem kleinen Pavillon mit Blick auf das Meer statt.“ Wer hier ins Schwitzen kommt, kann zumindest dabei einen herrlichen Ausblick genießen.

Yoga-Kurs mit Strandblick.
Yoga-Kurs mit Strandblick.
Foto: Club Med

Clubchef Youssef Tobrouki, der als Kind in einem Ferienresort aufwuchs, steht nicht nur tagsüber als Ansprechpartner für die Gäste bereit, sondern auch spät am Abend. Als Teil des Club-Med-Teams heizt er bei den allabendlichen Partys auf der Bühne ein. Hier treffen Gäste aus Europa auf zahlreiche asiatische Urlauber. „Viele Club-Med-Touristen stammen aus Asien. Da sie oft nur wenige Tage Urlaub haben, verbringen sie häufig nur ein verlängertes Wochenende hier“, erklärt Tobrouki. „Die europäischen Urlauber verbinden den Strandurlaub immer häufiger mit einem vorherigen Aufenthalt in Singapur – oder sie hängen einfach ein paar Tage hintenan.“

Multikulti auf engstem Raum

Ob man Singapur nun vor oder nach dem Sonnenbaden erkunden will, ist jedem selbst überlassen. Eine Reise ist der Stadtstaat in jedem Fall wert. „Singapur ist eine Stadt der Superlative. Wer hierhin reist, sollte sich unbedingt Zeit für die Stadt nehmen und sie nicht nur als Durchgangsstation betrachten“, erklärt Reisebloggerin Sarah Althaus (www.rapunzel-will-raus.ch). „Als erstes stechen natürlich die Wolkenkratzer und die spektakulären Bauten wie beispielsweise das Hotel Marina Bay Sands ins Auge.“ Einen Kontrast dazu bilden Viertel wie Chinatown oder Little India. „Kleine Häuser, viel Farbe und ein etwas weniger aufgeräumtes Singapur als sonst. Obwohl man Unordnung auch hier vergebens sucht. Singapur ist so sauber und wohl geordnet, wie sonst kein anderer Platz in Südostasien.“

Das Hotel Marina Bay Sands in Singapur begeistert mit einem gigantischen Pool, der sich über das 
gemeinsame Dach der drei Türme erstreckt. Rechts daneben: das hoteleigene ArtScience-Museum.
Das Hotel Marina Bay Sands in Singapur begeistert mit einem gigantischen Pool, der sich über das 
gemeinsame Dach der drei Türme erstreckt. Rechts daneben: das hoteleigene ArtScience-Museum.
Foto: PR

Das Viertel Kampong Glam – auch Little Arabia genannt – hat es Reisebloggerin Melanie Schillinger (www.goodmorningworld.de) angetan. „Schon von weitem leuchtet einem die in der Sonne goldglänzende Kuppel der beeindruckenden Sultan-Moschee entgegen. In der farbenfrohen und lebendigen Arab Street hat man die Qual der Wahl zwischen unzähligen Restaurants und Cafés. Fast alle haben sich auf die orientalische und arabische Küche spezialisiert und locken mit gemütlichen Sitzgelegenheiten entlang der Fußgängerzone.“ Wer es internationaler mag, findet in den Malls und Paradestraßen Designerläden en masse. Die Reisekasse wird hier dann bis auf den letzten Cent geleert.

Club Med

Club Med, gegründet im Jahr 1950 vom Belgier Gérard Blitz, ist heute mit rund 15 000 Mitarbeitern einer der wichtigsten Ferienanlagenbetreiber weltweit. Das französische Reiseunternehmen setzt seinen Expansionskurs der vergangenen Jahre fort und plant zahlreiche Neueröffnungen. Bereits Ende 2017 wurden zwei neue Resorts für das Publikum freigegeben: das „Grand Massif Samoëns Morillon“ im französischen Département Haute-Savoie, südlich von Genf, und das „Tomamu Hokkaido“ in Japan. Und es geht in großen Schritten voran: Bis 2020 sollen pro Jahr drei bis fünf neue Clubanlagen hinzukommen.

Geplant ist unter anderem das erste Resort in Kanada: das „Le Massif de Charlevoix“ in Quebec, das rund eine Stunde von der gleichnamigen Provinzhauptstadt entfernt liegt. Zielgruppe sind vor allem Skifans aus Europa sowie Nord- und Südamerika.

In Südostasien, wo Club Med bereits seit Ende der Siebzigerjahre aktiv ist, wird für 2021 die Eröffnung des ersten Resorts in Vietnam angestrebt: der „Club Med Ho Tram“ in der Nähe von Ho Chi Minh City. Ebenfalls als neue Destination im Programm von Club Med ist Sri Lanka, bisher ein weißer Fleck auf der Unternehmens-Karte: Am Strand des Indischen Ozeans dürfen bereits 2019 die ersten Gäste des „Club Med Ceylon“ die Sonne genießen. „Sri Lanka ist ein wunderschönes Land mit einer besonderen Geschichte und einer außergewöhnlichen Kultur“, erklärt Geschäftsführer Henri Giscard d'Estaing. „Ich freue mich, ,Club Med Ceylon‘ in unserer Unternehmensfamilie begrüßen zu können.“

Nach den Malediven und Mauritius will Club Med nun auch auf den Seychellen Fuß fassen: Das Luxus-Resort mit rund 295 Zimmern wird voraussichtlich 2020 fertiggestellt.