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Selfies aus dem Flug
Lifestyle 2 Min. 06.06.2017 Aus unserem online-Archiv
Fliegende Minikameras

Selfies aus dem Flug

Passt in eine Handfläche, kann fliegen und soll Selbstpoträts aus spannenden Positionen schießen: Die fliegende Mini-Kamera AirSelfie.
Fliegende Minikameras

Selfies aus dem Flug

Passt in eine Handfläche, kann fliegen und soll Selbstpoträts aus spannenden Positionen schießen: Die fliegende Mini-Kamera AirSelfie.
Foto: dpa-tmn
Lifestyle 2 Min. 06.06.2017 Aus unserem online-Archiv
Fliegende Minikameras

Selfies aus dem Flug

Nicole WERKMEISTER
Nicole WERKMEISTER
Die Steigerung des Selfie-Sticks sind Selfie-Drohnen. Die kleinen Multikopter schießen Selbstporträts aus der Vogelperspektive. Sind sie nur ein unnützes Spielzeug? Oder können sie der besonders bei Touristen beliebten Foto-Stange den Rang ablaufen?

(dpa/tmn) - Die Minikamera summt durch die Luft, macht einen Looping und schwebt dann auf der Stelle. Per Smartphone-Kommando schießt sie Fotos oder Videos. Und damit jeder Zeuge des digitalen Narzissmus' sein kann, landen die Bilder auf Wunsch noch während des Fluges in sozialen Medien.

Sogenannte Selfie-Drohnen versprechen ganz besondere Fotos aus neuen Perspektiven. Doch können sie wirklich den Selfie-Stick oder auch die „Vollpfostenantenne“ ersetzen? So nennen einige die Teleskopstange, an der viele Touristen ihr Smartphone vor sich her tragen. Mit ein paar umständlichen Verrenkungen fotografieren sie sich selbst - vor dem Pariser Eiffelturm oder dem Brandenburger Tor in Berlin. Damit auch jeder weiß, dass sie wirklich da waren.

Die Produktbeschreibungen der Mini-Quadrocopter klingen nach einem Spielzeug, das Spaß machen kann. Sie heißen Air-Selfie, Revell C-me oder Elfie. Ihr Preis liegt zwischen 40 und 300 Euro. Dafür versprechen einige Hersteller einfache Bedienung, HD-Videos und sogar eine „Follow me“-Einstellung. Und was sagen Experten?

Revells C-me Kamera-Dröhnchen hat Rotoren zum Ausklappen.
Revells C-me Kamera-Dröhnchen hat Rotoren zum Ausklappen.
Foto: dpa-tmn

„Wenn Sie ein halbwegs anständiges Smartphone haben, wird das um ein Vielfaches bessere Fotos machen, als die Kamera einer vergleichsweise günstigen Drohne“, sagt Daniel Schräder, Redakteur beim Online-Technik-Magazin „Techstage“. „Günstig“ sei in dem Fall jede Drohne unter 500 Euro.

Verspricht der Hersteller acht Megapixel, sagt das zunächst wenig aus. „Es kommt auch auf die Qualität der Linsen, auf die Größe und Qualität des Bildsensors an“, sagt Daniel Schräder. Spare der Hersteller daran, glichen die Bilder denen von billigen Handykameras.

Gesteuert werden die kleinen Flugkameras per Smartphone-App. Je nach Hersteller gibt es entweder ein Steuerkreuz auf dem Bildschirm oder man nutzt die Lagesensoren des Telefons. Als Funkverbindung zur Übertragung von Steuerkommandos und Fotos oder Videos werden die WLAN-Module in Drohne und Telefon genutzt. Entsprechend gering ist die Reichweite. Auch der Wind spielt eine Rolle. Im Gegensatz zum Selfie-Stick müssen die kleinen Kamera-Copter permanent Winde und Luftströmungen ausgleichen. Machen sie das nicht, verwackelt das Bild. Teure Modelle fliegen hier deutlich stabiler.

Zum Themendienst-Bericht von Sarah Thust vom 1. Juni 2017: Pro von DJI ist mit besserer Kameratechnik ausgestattet als günstige Modelle. Mit einem Kaufpreis von mehr als 1000 Euro ist sie aber auch kein Einsteigermodell.
Zum Themendienst-Bericht von Sarah Thust vom 1. Juni 2017: Pro von DJI ist mit besserer Kameratechnik ausgestattet als günstige Modelle. Mit einem Kaufpreis von mehr als 1000 Euro ist sie aber auch kein Einsteigermodell.
Foto: dpa-tmn

Einige Funktionen der Selfie-Drohnen verstoßen sogar gegen deutsche Gesetze. „Die Follow-Me-Einstellung, also dass die Handydrohne selbstständig hinter einer Person herfliegt, ist in Deutschland nicht zulässig“, sagt Daniel Schräder. Der Nutzer muss das Gerät steuern und im Blick behalten. Für die Mini-Quadrocopter gilt unter anderem die Drohnenverordnung.

Generell sollten sich Nutzer genau überlegen, wo sie ihre Drohne fliegen lassen. Wer die Fotos ungeprüft in einem sozialen Netzwerk teilt, riskiert eine kostenpflichtige Abmahnung.

Was bleibt also übrig vom fliegenden Selfie-Auge? Gerade bei den günstigen Modellen muss man Abstriche bei der Qualität der Fotos machen. Wer das nicht will, muss mehr Geld investieren. Leistungsfähige Video- und Foto-Drohnen wie DJIs Mavic Pro kosten mehr als 1000 Euro.

Zudem sollte man sich vor dem Kauf genau mit den rechtlichen Bedingungen auseinandersetzen. Insbesondere über Datenschutz- und Drohnengesetze sollten Nutzer gut informiert sein. Und weil die meisten Privathaftpflichtversicherungen nicht für Quadrocopterschäden aufkommen, sollte eine geeignete Versicherung abgeschlossen werden.


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