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Seifenstücke: In aller Hand
Lifestyle 8 2 Min. 16.03.2020

Seifenstücke: In aller Hand

Kleines Goldstück: Die Seife „Michelle, ma belle“ von Lush (um 9 Euro) mit Kakaobutter und Tonerde hat einen leichten Peelingeffekt und duftet nach Vanille und Buttertoffee.

Seifenstücke: In aller Hand

Kleines Goldstück: Die Seife „Michelle, ma belle“ von Lush (um 9 Euro) mit Kakaobutter und Tonerde hat einen leichten Peelingeffekt und duftet nach Vanille und Buttertoffee.
Foto: Hersteller
Lifestyle 8 2 Min. 16.03.2020

Seifenstücke: In aller Hand

Michael JUCHMES
Michael JUCHMES
Das Seifenstück erlebt derzeit ein großes Comeback - und das nicht nur aufgrund der Corona-Virus-Krise.

Gründliches Händewaschen liegt im Trend – was vor allem dem Corona-Virus geschuldet ist. Wer regelmäßig zu Seife greift, vermindert nämlich die Gefahr, sich anzustecken: Die in der Seife enthaltenen Alkalisalze der Fettsäuren – entstanden aus Fetten in Verbindung mit Laugen – lösen die Fettmembran des Virus auf und machen es inaktiv.

In der Öffentlichkeit sollte man natürlich auf Flüssigseife zurückgreifen, zu Hause darf es aber gerne ein Seifenstück sein. Denn: Entgegen aller Vorurteile ist feste Seife nicht unhygienischer als ihr flüssiges Pendant. Krankheitserreger, Keime und Bakterien werden auf dem Seifenstück zwar nicht sofort abgetötet, aber sie überleben auch nicht lange, denn auf ihr herrscht kein gutes Wachstumsmilieu. Bei der Flüssigseife steckt die Gefahr hingegen im Detail: dem Pumpspender, auf dem sich Erreger sammeln können.

Lange Tradition

Die Menschheit nutzt Seifen bereits seit Jahrtausenden: Das erste Rezept ist rund 4 500 Jahre alt und stammt von den Sumerern. Sie vermischten Pflanzenasche und Öle, setzten das Gemisch aber zunächst als Heilsalbe ein. Zur Reinigung diente die natürliche Mixtur erst ab dem 2. Jahrhundert nach Christus. Die heute gebräuchliche Seife entstand einige Jahrhunderte später – aus in einer Ätzlauge erhitzten Ölen und alkalischen Salzen. Kalk sorgte damals für zusätzliche Festigkeit.

Der Aufstieg der Seife zum bevorzugten Produkt zur Körperpflege erlebte ab dem 14. Jahrhundert einen herben Dämpfer: Als sich die Pest ausbreitete, glaubte man an eine Übertragung der Erreger durch das Badewasser – Wasser und Seife waren daher unbeliebt. Erst durch den Sonnenkönig, Ludwig XIV, erlebte die Seife ein Comeback. Der Monarch erließ sogar ein Reinheitsgebot, um die Qualität des Produktes – durch einen hohen Anteil wertvoller Öle – zu sichern. Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich die Seife schließlich auch zum Massenprodukt, das – hergestellt aus günstigem Hanf- oder Leinöl – in gewöhnlichen Haushalten Einzug fand.


25.1.2015 Luxembourg, Luxembourg, Hände waschen, Hygiène , waschen, saubere Hände , Krankheit photo Anouk Antony
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Das Seifenstück verlor in den vergangenen drei Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung – obwohl es meist wesentlich günstiger als Flüssigseife ist. Und auch in Sachen Umweltschutz kann die feste Seife punkten. „Seifen erleben eine Renaissance“, erklärt die Marktforscherin Elfriede Dambacher im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Wer auf Verpackungsmüll verzichten und die Umwelt schonen will, greife wieder zum Seifenstück – auch in der Dusche oder sogar beim Haarewaschen. „Der Schaum der Seife zerfällt und belastet die Gewässer nicht“, sagt Dambacher. Außerdem sei Seife sehr ergiebig. „Ein Stück hält so lange wie vier Flaschen Shampoo oder Duschgel.“

Wer mit Seife nicht nur seine Hände, sondern auch seinen Körper wäscht, sollte aber Vorsicht walten lassen, denn Seife – und auch Duschgel – greift den Säureschutzmantel der Haut an. Dermatologen empfehlen daher, um Ekzeme oder Allergien zu vermeiden, regelmäßig auf pH-neutrale Produkte zurückzugreifen und die Haut mit Hilfe von parfumfreien Lotionen oder Handcremes mit Feuchtigkeit zu versorgen. 


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