Seat Arona: Ibiza auf Abwegen
Mit 4,14 Meter Länge übertrifft der Seat Arona den Ibiza um knapp acht Zentimeter. Zudem ist er rund zehn Zentimeter höher.

Seat Arona: Ibiza auf Abwegen

Foto: Seat
Mit 4,14 Meter Länge übertrifft der Seat Arona den Ibiza um knapp acht Zentimeter. Zudem ist er rund zehn Zentimeter höher.
Lifestyle 1 3 Min.26.11.2017

Seat Arona: Ibiza auf Abwegen

Marc Bourkel
Marc Bourkel

Mit dem Ateca ist Seat im vergangenen Jahr spät, aber erfolgreich ins SUV-Geschäft eingestiegen. Was mit dem Ateca geklappt hat, soll jetzt auch eine Nummer kleiner mit dem Arona gelingen.

Von Sully Prud'homme

Das Segment der kompakten Crossover wächst unaufhaltsam. Dies ist vor allem der Vielseitigkeit besagten Fahrzeugkonzepts zuzuschreiben, denn die Kombination aus sportlichem Offroader und komfortablem Stadtauto verspricht hohen Nutzwert und viel Fahrspaß. Vom Crossover-Boom will jetzt auch Seat profitieren und bringt deshalb jetzt den Arona auf den Markt.

Wie seine Konzernbrüder Skoda Karoq und VW T-Roc und auch der hauseigene Ibiza ist der Arona auf der markenübergreifenden Plattform des modularen Querbaukastens (MQB) aufgebaut, die selbst unterschiedliche Radstandskonfigurationen erlaubt.

Seine Präsenz wirkt bullig – nicht zuletzt durch die robuste Frontpartie mit ihrem markant ausgeprägten, dreidimensionalen Look. Dreieckige Frontscheinwerfer sorgen für ein unverwechselbares Aussehen, die doppelten Heckleuchten signalisieren eine satte Straßenlage.

Attraktive Farbkombinationen

Durch spezielle Stoßfänger, Radläufe und graue Seitenschwellerverkleidungen, vereinzelte Aluminium-Applikationen und die Dachreling erscheint der Arona größer, als er tatsächlich ist. Als attraktiver Blickfang erscheint dabei das prominent an der C-Säule ins Blech eingravierte X als optische Trennlinie zwischen Karosserielackierung und optionaler Zusatzfarbe der Dachpartie. So entstehen attraktive Farbkombinationen in insgesamt 68 verschiedenen Individualisierungsmöglichkeiten.

Der Kofferraum fällt etwas größer aus als bei den meisten Wettbewerbern und liefert 400 Liter Fassungsvermögen. Praktische Details sind vier Metallhaken zur Befestigung eines Gepäcknetzes und ein doppelter Ladeboden unter der Kofferraumabdeckung, der dafür sorgt, dass bei umgeklappter Rücksitzbank eine ebene Ladefläche mit einem Stauvolumen von 1 280 Liter entsteht.

Das Cockpit wirkt Seat-typisch aufgeräumt.
Das Cockpit wirkt Seat-typisch aufgeräumt.
Foto: Seat

Auch im Interieur hat der Kunde die Möglichkeit, seinem eigenen Geschmack Ausdruck zu verleihen, zum Beispiel mit einer erhöhten Mittelkonsole, die farblich auf das auf den Fahrer ausgerichtete Armaturenbrett (Mitte 2018 auch als Virtual Cockpit) abgestimmt werden kann. Ausgeprägte horizontale Linien unterstreichen dabei die Geräumigkeit, während bequeme, allerdings vielleicht ein wenig zu kurz geratenen Sitze ansonsten guten Halt und eine entspannende, erhöhte Sitzposition bieten.

Eine Vielzahl an Sicherheitssystemen und Konnektivitätslösungen, die man aus höheren Fahrzeugklassen kennt, sind beim Arona serienmäßig an Bord, wie etwa das Umfeldbeobachtungssystem Front Assist mit City-Notbremsfunktion und Fußgängererkennung, aber auch Berganfahrassistent und Multikollisionsbremse. Daneben gibt es optionale Helfer wie Toter-Winkel-Assistent, Parkassistent und automatische Distanzregelung.

Nur mit Frontantrieb

Der Seat Arona hat zwar einen sportlichen Crossover-Charakter, wird aber leider ohne Allradantrieb angeboten, dafür aber mit kräftigen, kleinen Motoren, die im Verbund mit der erhöhten Bodenfreiheit des Spaniers auch einen kleinen Ausflug jenseits befestigter Straßen ermöglichen.

Zum Marktstart gibt es drei Motor-Getriebe-Kombinationen mit Handschaltung oder Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Einstiegsmotorisierung ist ein 1,0-Liter-TSI-Dreizylinder-Benziner in zwei Leistungsstufen (95 oder 115 PS). Weitere Triebwerke – darunter auch ein Erdgasantrieb – sind laut Seat in Vorbereitung und werden das Motorenportfolio zu einem späteren Zeitpunkt ergänzen.

Der Arona kann in Zweifarblackierung bestellt werden.
Der Arona kann in Zweifarblackierung bestellt werden.
Foto: Seat

Der kleine Ateca-Bruder wird in den Ausstattungslinien „Reference“, „Style“, „Xcellence“ und „FR“ angeboten, wobei letztere Version durch eine besonders dynamisch-sportliche Optik auffällt und optional das Seat Drive Select mit der Wahl zwischen zwei Federungskomfortstufen und vier verschiedenen Fahrmodi bietet. Exklusive 19-Zoll-Leichtmetallräder, ein spezielles FR-Design für den Kühlergrill und den hinteren Stoßfänger sowie eine in Schwarz gehaltene Armaturentafel mit Dekorleiste in Lederoptik komplettieren das „FR“-Paket.

Technische Daten

Motoren: zwei 1,0-Liter-TSI-Dreizylinder-Benziner; Leistung: 70 kW (95 PS) bzw. 85 kW (115 PS); Maximales Drehmoment: 175 bzw. 200 Nm; Kraftübertragung: Fünf- oder Sechs-Gang-Schaltgetriebe bzw. Sieben-Gang-DSG, Frontantrieb; Länge x Breite x Höhe: 4 138 x 1 780 x 1 552 Millimeter; Leergewicht: 1 165 bis 1 210 Kilogramm; Kofferraumvolumen: 400 bis 1 280 Liter; 0-100 km/h: 11,4 bzw. 9,8 Sekunden; Höchstgeschwindigkeit: 173 bzw. 182 km/h; ECE-Verbrauch: 4,9 bis 5,0 Liter pro 100 Kilometer; CO2-Ausstoß: 112 bis 114 Gramm pro Kilometer; Preis: 15 375 Euro.

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