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Schwerelos trainieren
Lifestyle 3 Min. 02.08.2018

Schwerelos trainieren

Aerial Yoga im Tuch ist viel schwieriger, könnte man meinen. Tatsächlich kann das Tuch aber wie hier bei der Übung Fledermaus auch eine Stütze sein.

Schwerelos trainieren

Aerial Yoga im Tuch ist viel schwieriger, könnte man meinen. Tatsächlich kann das Tuch aber wie hier bei der Übung Fledermaus auch eine Stütze sein.
Foto: dpa
Lifestyle 3 Min. 02.08.2018

Schwerelos trainieren

Sich so leicht fühlen wie ein Vogel und dabei den gesamten Körper gesund halten - genau das versprechen Trendsportarten wie etwa Aerial Yoga oder Flying Pilates.

(dpa) - Ein Kitzeln im Bauch, ein Hauch von Schwerelosigkeit - und dabei auch noch die Muskeln stählen: Sport in von der Decke herabhängenden Tüchern und Ringen vereint beides miteinander. Welche der Aerial Sportarten die richtige ist, hängt vom eigenen Interesse ab. Manche setzen eher auf Kraft und Choreographie, andere auf Entspannung. Das Wichtigste sind ein gut ausgebildeter Trainer und sicheres Equipment.

Aerial Yoga

Die Übungen des Aerial Yoga helfen, die sogenannten Faszien zu lockern. Faszien sind das Muskeln, Gelenke und Organe umgebende Bindegewebsnetz. Der Körper soll aus verkrampften Haltungen gelöst werden, wie sie gerade bei sitzender Tätigkeit vorkommen. Die Wirbelsäule wird entlastet, die Teilnehmer können sich komplett aushängen und dabei entspannen. Stellungen, die aus dem Yoga bekannt sind - wie der herabschauende Hund, bei dem man aus Händen, Füßen und Boden ein Dreieck bildet -, werden durch das Tuch leichter. Gerade Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder Übergewicht finden so einen Weg, die oft anstrengenden Asanas zu meistern.

Auch die Geborgenheit, die entsteht, wenn man sich in das Tuch wie in einen Kokon einhüllt, spiele eine große Rolle, erläutert Simone Kieltyka, Lehrbeauftragte am Institut für Tanz und Bewegungskultur der Deutschen Sporthochschule Köln. Ganz ohne Anstrengung geht es aber auch beim Aerial Yoga nicht. Dadurch, dass das Tuch immer etwas in Schwingung ist, sucht der Körper permanent nach Ausgleich. Allerdings geschehe dies fast unbemerkt.

Flying Pilates

Eine recht neue Trainingsmethode. die noch nicht weit verbreitet ist. Flying Pilates wird häufig in speziellen Studios unterrichtet, aber auch in Tanz- oder Fitness-Centern. Es gilt das Pilates-Prinzip der Bewegungspräzision, das Tuch gebe dem Schüler sofort Rückmeldung, ob die Bewegung kontrolliert ausgeführt wird.

Flying Pilates ist dynamischer als Aerial Yoga. Wichtig ist die korrekte Ausführung jeder Bewegung.
Flying Pilates ist dynamischer als Aerial Yoga. Wichtig ist die korrekte Ausführung jeder Bewegung.
Foto: dpa

Das Training ist dynamischer gestaltet als im Aerial Yoga und stärkt vor allem die Tiefenmuskulatur des Rumpfes, Arme und Schultern. Das Gewicht lässt sich besser verteilen und ans Tuch abgeben. Neben kräftigenden Effekten beim Ausbalancieren und Wiederherstellen des Gleichgewichts könnten die Teilnehmer dadurch tiefere Dehungspositionen erreichen. Wer Respekt vor Handständen hat, dem wird das Tuch eine sichere Stütze sein. Am Schluss jeder Stunde lockt eine Entspannungsphase, bei der sich die Schüler komplett in das Tuch wickeln.

Aerial Hoop

Hier kommt kein Tuch zum Einsatz, sondern ein großer Ring, der von der Decke herabhängt. Das freie Schaukeln oder Über-Kopf-Hängen ist so wie früher auf dem Spielplatz. Bekannt ist dieser Sport aus Varieté und Zirkus, mittlerweile bieten viele Poledance-Studios Kurse an.

Beim Aerial Hoop kommt statt eines Tuchs ein Ring zum Einsatz.
Beim Aerial Hoop kommt statt eines Tuchs ein Ring zum Einsatz.
Foto: dpa

Gerade für Anfänger sei es wichtig, auf die Level-Einteilung der Schule zu achten. Zu Beginn sollte der Hoop nicht zu hoch hängen, weil es den Schülern ohne Vorerfahrung noch schwerfällt, in den Ring zu kommen. Da sei es häufig leichter, sich erst einmal in das Gerät zu setzen, um auf niedriger Höhe die ersten Bewegungen auszuprobieren und Kraft aufzubauen.

Jeder kann im Hoop tanzen, man sollte allerdings mit der Zeit ausreichend Kraft und Körperspannung entwickeln, um seinen Körper im und am Hoop halten zu können. Was es braucht ist Leidenschaft, Geduld und viel Training, wenn man wirklich vorankommen will. Denn das Training kann durchaus schmerzhaft sein. Das Schmerzgefühl lernen die Schüler zu kontrollieren, indem sie im richtigen Moment die Muskeln anspannen und sich auf die korrekten Kontaktpunkte am Trainingsgerät konzentrieren.

Aerial Hammock

Auch diese Aerial-Sportart spricht vor allem Tanzbegeisterte an. Neben Kraft- und Flexibilitätsübungen werden hier kürzere oder längere Choreographien mit akrobatischen Elementen erarbeitet und durchgetanzt. Es gibt aber auch reine Technikkurse. Das Tuch hilft kontrolliert in die Dehnung hineinzukommen und Kraft aufzubauen.

Aerial Hammock hat viele akrobatische Elemente. Häufig wird in den Kursen eine Choreographie komplett durchgetanzt.
Aerial Hammock hat viele akrobatische Elemente. Häufig wird in den Kursen eine Choreographie komplett durchgetanzt.
Foto: dpa

Das Tuch zu greifen ist etwas gewöhnungsbedürftig und schwieriger als beim Hoop. Hier kann Schwindel zum Problem werden. Die Schüler können zunächst auch alles ohne Drehungen üben, um sich langsam daran zu gewöhnen.

Für alle Aerial Sportarten gilt: Wer gerade mit einer akuten Erkältung, einem Bandscheibenvorfall oder Knieproblemen kämpft, sollte sich vorab lieber mit einem Arzt absprechen. Auch bei Bluthochdruck oder hohem Augeninnendruck ist Vorsicht geboten, weil die Teilnehmer oft über Kopf hängen. Wer häufig Kopfschmerzen und Migräne bekommt oder schwanger ist, sollte ebenfalls vorher mit dem behandelnden Arzt sprechen.


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