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Rückblick auf ein außergewöhnliches Reisejahr
Lifestyle 3 Min. 02.12.2020

Rückblick auf ein außergewöhnliches Reisejahr

Sommerurlaub in Travemünde, fast so, als wäre nichts gewesen - im August waren viele Reisen wieder möglich.

Rückblick auf ein außergewöhnliches Reisejahr

Sommerurlaub in Travemünde, fast so, als wäre nichts gewesen - im August waren viele Reisen wieder möglich.
Foto: dpa-tmn
Lifestyle 3 Min. 02.12.2020

Rückblick auf ein außergewöhnliches Reisejahr

Corona hat die Welt verändert - und für Urlauber ist sie vor allem kleiner geworden. Das Reisejahr 2020 war geprägt von Sorge, Ungläubigkeit, aber auch: Hoffnung. Eine Chronologie.

(dpa/tmn) - Zu Beginn des Jahres 2020 stritt man vor allem über das neue Phänomen „Flugscham“. Weniger fliegen für den Klimaschutz? Darüber wurde teils hitzig diskutiert. Zwar gab es Berichte über eine „neue Lungenkrankheit in China“, doch die Auswirkungen ahnten wohl die wenigsten. Im Rückblick könnte man sagen: Im Januar war die Welt des Reisens noch in Ordnung. 

Februar: Dunkle Wolken am Horizont 

Das Virus ist zunächst noch  weit weg - bis es scheinbar binnen weniger Tage über Norditalien hereinbricht. Surreale Szenen sind es, die sich hinter dem Brenner in einem der beliebtesten Reiseländer abspielen: Gemeinden werden zu Sperrzonen, Bars, Restaurants und Geschäfte geschlossen, der Markusplatz in Venedig ist wie leer gefegt. 

März: Das weltweite Reisen kommt abrupt zum Erliegen 

Es ist der Monat, der die Welt verändert: Die Pandemie erfasst den Globus. Innerhalb von rund zwei Wochen schließen die meisten Länder ihre Grenzen, der Flugverkehr wird eingestellt, Veranstalter sagen sämtliche Reisen ab, touristische Übernachtungen in Deutschland werden verboten und die Ferieninseln für Urlauber gesperrt. Die Welt im „Shutdown“ - und alle Reisepläne sind plötzlich Makulatur. Von Mexiko bis Thailand hocken Menschen in Hotelzimmern und bemühen sich um die letzten Rückflüge in die Heimat. 

Demonstration von Inhabern von Reisebüros und Reiseveranstaltern in Frankfurt: Die Pandemie stürzt die Branche in eine beispiellose Existenzkrise.
Demonstration von Inhabern von Reisebüros und Reiseveranstaltern in Frankfurt: Die Pandemie stürzt die Branche in eine beispiellose Existenzkrise.
Foto: dpa-tmn

April: Rückzug in die eigenen vier Wände 

Das Frühjahr ist die Zeit der schwindenden Horizonte. Der Osterurlaub: gestrichen. Mallorca, Kreta und Antalya: in weite Ferne gerückt. Von anderen Kontinenten gar nicht zu sprechen. Die weiteste Reise führt in diesen Tagen meist in den Supermarkt um die Ecke. Zugleich geht für viele Urlauber der Ärger los: Fluggesellschaften und Reiseveranstalter lassen sich mit der Erstattung abgesagter Reisen Zeit, verärgern ihre Kunden. Viele warten ewig auf ihr Geld. Die Reisebranche steckt da schon mitten in der Existenzkrise.


Die Zahl der Luxemburger Besucher in Spanien ist drastisch eingebrochen.
So wenig sind die Luxemburger im ersten Halbjahr verreist
Die Reisetätigkeit der Luxemburger ist im zweiten Quartal 2020 aufgrund der coronabedingten Einschränkungen deutlich eingebrochen - im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 85 Prozent.

Mai: Hoffen auf den Sommer 

Im schönen Monat Mai wächst ein zartes Pflänzchen Hoffnung: Die Corona-Einschränkungen werden vor Pfingsten gelockert, die ersten Urlaubsgäste zieht es wieder an die Nordsee. Plötzlich sieht es so aus, als könnte Corona schon bald hinter uns liegen. 

Juni und Juli: Das Virus scheint (fast) vergessen 

Mit etwas Verzögerung öffnet auch Spanien wieder seine Grenzen. Manch einer ergreift sofort die Chance und steigt in den Flieger nach Palma oder zu anderen Sonnenzielen rund um das Mittelmeer. Urlauber zieht es nach Griechenland und Kroatien, nach Frankreich und Portugal. Der Sommer mit seinen warmen Temperaturen weist das Virus in die Schranken und ermöglicht wieder relativ viel Reisefreiheit. Doch es ist eine Reisesaison unter den Bedingungen einer globalen Pandemie, die lediglich eine Sommerpause eingelegt: Maskenpflicht im Flugzeug, Hygieneregeln in den Hotels, Mallorca ohne Bierkönig. 

Geschlossener Bierkönig auf Mallorca: Der Ballermann macht im Corona-Jahr Pause.
Geschlossener Bierkönig auf Mallorca: Der Ballermann macht im Corona-Jahr Pause.
Foto: dpa-tmn

August und September: Die Einschläge kommen näher 

Dass die Pandemie nicht einfach überstanden ist, dürfte den meisten klar sein. Experten warnen vor der zweiten Welle im Herbst. Und auch für Urlauber schränken sich die Möglichkeiten langsam wieder ein. Reisewarnungen werden verlängert, in vielen Ländern Europas schnellen die Corona-Zahlen wieder hoch. Der Blick auf die Liste der Risikogebiete wird nun obligatorisch. 

Oktober und November: Hinein in einen grauen Winter 

Als der Herbst anbricht, wird fast allen klar: Die zweite Welle rollt - und mit ihr folgen neuerliche Einschränkungen. Große Teile Europas werden bis Ende Oktober zu Corona-Risikogebieten, schon sehr bald ist eher die Frage, wo man überhaupt noch hinreisen kann. Die Skisaison steht zur Disposition. Nicht die Flugscham hält die Menschen vom Reisen ab, es ist die Pandemie. Sie dauert an. Kaum jemand denkt noch an Urlaub. Und der Winter wird sehr lang. 


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