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Rettet die Bienen
Bienen brauchen Blüten, an deren Nektar sie gut herankommen – und die nicht mit Pestiziden verseucht sind.

Rettet die Bienen

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Bienen brauchen Blüten, an deren Nektar sie gut herankommen – und die nicht mit Pestiziden verseucht sind.
Lifestyle 2 Min. 09.05.2018

Rettet die Bienen

Für den Naturschutz kann jeder etwas tun – im Garten oder sogar auf dem kleinsten Balkon in der Stadt. Denn Wild- und Honigbienen suchen inzwischen gerade hier Pflanzen, die ihnen Nektar bieten.

von Simone Mayer

Bienen, aber auch viele andere Insekten, haben es schwer. Kunstdünger und Insektizide in der Landwirtschaft und damit einhergehende Krankheiten setzen den Völkern zu. Aber auch in vielen Gärten finden sich nur noch Pflanzen, die ihnen weder Nahrung noch Unterschlupf bieten. Ganz abgesehen von mit Steinen ausgelegten Vorgärten, die keinerlei Lebensraum bieten. Dabei ist es gar nicht so schwer als Hobbygärtner Gutes für die Bienen, Schmetterlinge, Schwebfliegen und andere wichtige Insekten zu tun.

Blüten, die Bestäuber brauchen

Es gibt Pflanzen, die sich für Bienen im Garten besonders anbieten: Man spricht hier von Bienenweiden oder Bienennährgehölzen. Aufgrund des steigenden Interesses und der Diskussionen zum Bienensterben kennzeichnen viele Händler Pflanzen inzwischen auch mit Bienensymbolen.

Ganz konkret bieten sich zum Beispiel bei den Bäumen der Feldahorn, die Linde, die Kastanie oder die Stieleiche an. Aber auch Apfelbäume werden von Honig- und Wildbienen sowie Hummeln gerne angesteuert.

Auch für die Bepflanzung der Beete ist die Bandbreite groß: Viele Zwiebelblumen, Bodendecker und Stauden bieten Bienen Nahrung. Der Deutsche Imkerbund zählt die – in dieser Saison bereits verblühten – Schneeglöckchen und Krokusse, aber auch Leberblümchen, Gänsekresse, Lungenkraut, Silberwurz und Steinkraut auf. Auch das Vergissmeinnicht, Maiglöckchen, Goldnessel, die Fetthenne, Ziermohn und Kugeldistel gehören in die Liste bienenfreundlicher Gewächse, genauso wie Sonnenhut, Lavendel und Beinwell.

Wer Kletterpflanzen sucht, sollte zu Wildem Wein, Klematis oder Efeu greifen. Und unter den Blühpflanzen gehören die beliebten Malven, Sonnenblumen und etwa Herbstanemone dazu.

Neben vielen Beetpflanzen, die sich auch im Topf ziehen lassen, kann schon ein kleiner Kräutergarten auf dem Balkon Bienen fördern. Der Imkerbund rät zu Thymian, Ysop, Schnittlauch, Salbei, Weinraute, Zitronenmelisse und Bärlauch. Die Tierschutzorganisation Peta empfiehlt auf größeren Balkonen, auch Wildblumenmischungen auszusäen, die es im Fachhandel gibt. Sie sind ein Landeplatz für Insekten – ein hübscher dazu.

Verzicht auf Pestizide

Blüten, die für Bienen als Nahrungsquelle dienen, sind oftmals nicht die prächtigsten. Denn die Insekten können nicht immer bis in ihr Innerstes und bis zum Nektar vordringen, wenn die Blütenblätter besonders dicht sind – man spricht dann von gefüllten Blüten. Auch sollte man bei der Auswahl auf sterile Blüten verzichten – dazu gehören etwa Forsythien, Hortensien und Geranien. All diese hochgezüchteten Pflanzenformen produzieren keine oder weniger Pollen und Nektar. Die einfach blühenden Wildformen, die es von vielen Pflanzenarten im Handel gibt, sind für die Insekten wesentlich wertvoller.

Und was ganz besonders wichtig ist: Die gekauften Pflanzen sollten unbedingt pestizidfrei aufgezogen worden sein. Denn selbst wenn man als Hobbygärtner auf giftige Hilfsmittel und Kunstdünger verzichtet, sind Pflanzen aus konventioneller Aufzucht von solchen Stoffen bereits beim Kauf stark belastet, sodass ihr Nektar für die Insekten zum Todestrunk werden kann. 


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