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Putzmittel selber machen: Viel mehr als nur Natron und Soda
Lifestyle 03.01.2017

Putzmittel selber machen: Viel mehr als nur Natron und Soda

Ein selbstgemachtes Scheuerpulver ist sehr mild und schont die Oberflächen im Vergleich zu handelsüblichen Produkten.

Putzmittel selber machen: Viel mehr als nur Natron und Soda

Ein selbstgemachtes Scheuerpulver ist sehr mild und schont die Oberflächen im Vergleich zu handelsüblichen Produkten.
Foto: dpa
Lifestyle 03.01.2017

Putzmittel selber machen: Viel mehr als nur Natron und Soda

Kevin WAMMER
Kevin WAMMER
Viele Menschen bauen Gemüse aufwendig im Garten an, stricken Schals selbst und bauen Regale. Die Do-it-yourself-Bewegung will kreativ sein, sie will aber vor allem sicherstellen, gute Qualität und Inhalte zu bekommen. Manche mischen auch Putzmittel selbst.

(dpa) - Spülmittel, Badreiniger, Scheuermilch: Einfache Putzmittel kann man selbst herstellen. Ökologisch verträglicher sind sie nicht immer, da man auch ihre Zutaten einzeln verpackt im Geschäft kaufen muss. Dafür weiß man genau, was drin steckt. Und das ist bei handelsüblichen Haushaltsreinigern nicht immer der Fall.

„Grundsätzlich benötigt man im Haushalt nur zwei Arten von Reinigern, die einen Großteil der üblichen Verschmutzungen entfernen können: einen Reiniger mit niedrigem pH-Wert, der Kalkflecken an der Spüle oder in der Dusche entfernt, sowie einen Reiniger mit hohem pH-Wert, der fetthaltige Verschmutzungen beseitigt“, erklärt Buchautorin Sandra Cramm. Einen hohen pH-Wert findet man bei Waschsoda oder Haushaltsnatron, niedrigen pH-Wert haben Inhaltsstoffe wie Essig, Essigessenz oder Zitronensäurepulver.

Warum sollte man sich die Mühe machen? Überzeugte Selbermacher wollen es nicht der Industrie überlassen, was sie verwenden. „Ich will die Dinge selbst in die Hand nehmen und nicht getäuscht werden“, sagt die Buchautorin Tatiana Warchola. Und Sandra Cramm ergänzt: „Die Industrie setzt bei ihren Reinigern auf künstliche Tenside, die ordentlich schäumen und entfetten, aber in den Kläranlagen nur schwer von den Mikroorganismen abgebaut werden. Auch Phosphate und andere Zusätze gelangen so in unsere Gewässer.“

Ein Kalkreiniger entsteht aus einem Mix aus 100 Milliliter Essigessenz, 300 Milliliter Wasser und 30 Tropfen Teebaum-, Lavendel- oder Eukalyptusöl.
Ein Kalkreiniger entsteht aus einem Mix aus 100 Milliliter Essigessenz, 300 Milliliter Wasser und 30 Tropfen Teebaum-, Lavendel- oder Eukalyptusöl.
Foto: dpa

Im Laden erkenne man die aggressiven Reiniger kaum, erklärt Philip Heldt von der deutschen Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfahlen. Allerdings sehe er nicht die Notwendigkeit, dass alle Menschen jetzt ihre Putzmittel selbst machen müssten. „Basisreiniger sind so harmlos für die Umwelt, dass es keinen ökologischen Nutzen macht, diese selbst anzumischen“, sagt er. Doch Heldt findet: „Spezialreiniger sind in den meisten Fällen Geldverschwendung.“

Da Essigessenz und Natron die Atemwege reizen können, ist aber Vorsicht geboten. „Wenn viel Kalk gelöst werden soll, kommt es zu einer starken Reaktion mit aufsteigenden Dämpfen der Essigsäure“, erklärt Cramm. Schutzbrille, Handschuhe und ein feuchtes Tuch um den Mund sowie gründliches Lüften helfen. Auch sollte man erst an einer unauffälligen Stelle testen, ob die Oberfläche den Reiniger verträgt. Lackierte Flächen und Kunststoffe reagieren oft empfindlich.


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(Archivbild vom 28.08.2015/Die Ver�ffentlichung ist f�r dpa-Themendienst-Bezieher honorarfrei.) 
Foto: Andrea Warnecke
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(ACHTUNG - HANDOUT - Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit dem genannten Text und nur bei vollst�ndiger Nennung der Quelle. Die Ver�ffentlichung ist f�r dpa-Themendienst-Bezieher honorarfrei.) Foto: UNECE