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Prêt-à-Porter in Paris: feminine Eleganz und Weltraum-Punks
Lifestyle 27 4 Min. 06.03.2014

Prêt-à-Porter in Paris: feminine Eleganz und Weltraum-Punks

Lifestyle 27 4 Min. 06.03.2014

Prêt-à-Porter in Paris: feminine Eleganz und Weltraum-Punks

Bei den Pariser Modeschauen gibt es wieder viel fürs Auge. Die Panoplie reicht vom Spaziergang im Chanel-Supermarkt bis hin zu cooler Sexyness. Die Bilder der ersten Tage.

(dpa) - Im kommenden Winter sind Weinrot und Blütenmuster der Trend schlechthin. So wollen es auf jeden Fall die Designer der Pariser Prêt-à-Porter-Schauen.

Mode für Frauen in Bewegung zeigte die Britin Stella McCartney. Die Entwürfe wirkten extrem sportlich mit Steghosen im Stil von Skikleidung, superleichten Parkas mit großen Kapuzen, dicken Strickpullovern und sehr kurzen Kleidern, die wie Turnhemden geschnitten waren. Ovale Formen, goldene Reißverschlüsse als wellenförmige Verzierungen und aufgestickte Bänder in Smaragd, Weinrot oder leuchtendem Blau ließen die Models bei dieser starken Schau dennoch elegant und feminin wirken.

Der Libanese Elie Saab setzte auf einen Komplettlook und zeigte weite, lange Capes zu Hosenanzügen aus Wolle ganz in Weinrot oder mit einem Blütendruck auf schwarzem Grund. Vorne hochgeschlossene lange Kleider gewährten im Rücken durch weite Ausschnitte tiefe Einblicke.

Chloé-Designerin Claire Waight Keller präsentierte Farbharmonien in Pastell- und Nougattönen, ohne ins Süßliche abzugleiten. Weite Mäntel mit großen Kragen, Noppenpullover mit Schmetterlingsärmeln oder knielange Hosen setzte sie gegen zarte Kleider, die die Figur umspielten.

Chanel im Supermarkt

Die Modeleute staunten am Dienstag in Paris nicht schlecht, als sie sich bei Karl Lagerfelds Prêt-à-Porter-Schau für Chanel in einer bunten Einkaufswelt wiederfanden - mit einer Bauabteilung, die Chanel-Fußmatten und -Staubwedel anbot, Gemüseständen, Coco-Cookies (eine Anspielung auf Coco Chanel), Keksen, Bonbons oder Kaffee.

Die Models kamen zwischen den Regalen hervor, gewandet in einen superjung wirkenden alltagstauglichen Schichtenlook - mit übergroßen, breit taillierten Tweedmänteln in Pastelltönen, glitzernden Sneakers und Kleidern über Silberjeansröhren. Ihre Haare waren mit langen Bändern lose zusammengebunden. Sie trugen riesige Sonnenbrillen mit Tweedmuster am Rand, und ihre Chanel-Taschen glichen Edel-Einkaufskörben.

Geschickt verbarg die witzige Attitüde dieser Schau die piekfeine Anmutung vieler Entwürfe. Es gab bei Mänteln oder Kostümen viele Elemente klassischer Couture: fein gesetzte Knöpfe, schmale eingewebte Silberfäden, ovale Kurzjackenformen und sauber verarbeitete Nähte.

Das rasante Finale der modischen Einkaufstour war allerdings wohl ungeplant: Am Ende stürmten viele Journalisten, Blogger, Einkäufer und auch ein paar der Promi-Gäste von ihren Plätzen, um die Regale leer zu räumen.

Upperclass und Sexyness

Ähnlich begehrt war die Schau von Designer Hedi Slimane für Saint Laurent . Anklänge an die 1960er Jahre - an Swinging London oder New Yorks Popkultur - tönten unverkennbar durch die Kollektion. Die Models wirkten wie Zöglinge eines britischen Edel-Internats auf dem Weg zu einer Party.

Gekonnt mischte Slimane Upperclass und Sexyness - mit einer Reihe tadellos geschnittener Mäntel und Capes in Schwarz, Grau oder mit Karomuster, paillettenschimmernder Minikleider und glitzernder halbhoher Stiefel oder Schuhe. Ein bisschen Schräges war auch dabei - der Pelz mit Leopardenmuster oder der superkurz geschnitten Schottenrock mit Silberglanz.

Weltraumtrip und Punk-Image

Nach Schauen-Tagen mit teils etwas nüchternen Kollektionen wirkte Gaultier wie eine Vitaminspritze für die Pariser Mode. Das Setting erinnerte an die Kultserie „Raumschiff Enterprise“ mit Ordnern in Astronautenanzügen, zischenden Automatiktüren und einem Saal in Kapselform. Designer Jean Paul Gaultier ließ in einem futuristischen Gebäude des Architekten Oscar Niemeyer (1907-2012) seine Kollektion für Herbst/Winter 2014/15 „abheben“.

Alle Models, darunter auch Männer und eine „Punkerfamilie“ mit Irokesenschnitt, mussten erst einmal eine schrille Check-in-Prozedur wie im Flughafen durchlaufen. Erst dann konnten sie Gaultiers schillernde Entwürfe präsentieren, die gespickt mit Retro-Elementen waren und doch in die Zukunft wiesen. Anklänge an Designerstars der 1970er und 1980er Jahre geisterten durch die Kollektion: André Courrèges' Weltraumlook etwa, Claude Montanas Amazonen und Vivienne Westwoods Brit-Punk-Outfits. Reißverschlüsse und horizontale Nähte verpassten Pelzmänteln oder goldfarbenen Bikerjacken eine scharfe Struktur. Es gab haufenweise silberfarbene Leggings, teils mit wattierten Einsätzen, metallisch glänzende Kapuzen zu Jacken und Mänteln und daneben Schottenkaros und britische Flaggenmuster.

Die „Queen-Mom“ der britischen Mode Vivienne Westwood hatte sich sowohl von den Entwürfen des 1895 gestorbenen Haut-Couturiers Charles Frederick Worth als auch von einer Peru-Reise inspirieren lassen. Dies war in den Entwürfen aber nur vage spürbar, etwa an den stark taillierten Silhouetten, Rüschen und schweren Seidenstoffen sowie dem Ethno-Styling

Pailletten und 1960er Jahre

Der französische Designer Maxime Simoëns setzte in seiner Schau auf architektonische Konstruktionen. Die schmale gerade Silhouette seiner Kleider und Hosenanzüge erinnerte an die 1960er Jahre. Die Geometrie des Ganzen kontrastierte er durch aufwendige Stickereien in Stäbchenform, einen an Kieselsteine erinnernden Druck, glitzernde Silberpailletten und üppigen Pelzbesatz auf den Entwürfen. Bei den Farben hielt er sich an Schwarz und Creme - auch dies ein klares Statement.

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