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Pauschalreisen im Umbruch
Lifestyle 2 Min. 16.03.2019

Pauschalreisen im Umbruch

Im Urlaub nur am Hotel-Strand liegen - wie hier auf Rhodos - das ist genau das, was viele Millennials nicht wollen.

Pauschalreisen im Umbruch

Im Urlaub nur am Hotel-Strand liegen - wie hier auf Rhodos - das ist genau das, was viele Millennials nicht wollen.
Foto: dpa
Lifestyle 2 Min. 16.03.2019

Pauschalreisen im Umbruch

Bei Millennials haben Pauschalreisen nicht den besten Ruf. Doch auch sie zählen laut aktueller Zahlen zu denen, die diese Form des Verreisens wegen ihrer Vorteile schätzen.

(mij/dpa) - „Am Strand liegen kann ich, wenn ich alt bin.“ „Massenabfertigung!“ „In diesen Bunkern liegt man dann wie die Sardinen am Pool nebeneinander.“ Solche Sätze bekam das Urlaubsportal Holidaycheck zu hören, als es junge Leute zum Thema Pauschalreise befragte. Diese wird von vielen gleichgesetzt mit All-inclusive, wenig Selbstbestimmtheit und mangelnder Privatsphäre. Es gibt jedoch Zahlen, die gegen die These sprechen, dass junge Leute dem Pauschalurlaub gegenüber abgeneigt sind. Nach Ergebnissen einer Analyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen liegt der Anteil von Pauschal- und Bausteinreisen bei den 14- bis 29-Jährigen bei 46 Prozent. Zwischen 30 und 69 Jahren sind es dagegen nur 42 Prozent.

Die Erklärung von Studienleiter Martin Lohmann: Auch die Millennials (Geburtsjahrgänge 1980 bis 2000) machen gerne Urlaub am Mittelmeer. „Und wer zum Beispiel günstig nach Griechenland will, landet beim Veranstalter“, so der Tourismusforscher. „Grundsätzlich gibt es bei den Jüngeren keine Abneigung gegen die Pauschalreise.“


Scenic summer sunset view of Nyhavn pier with color buildings, ships, yachts and other boats in the Old Town of Copenhagen, Denmark
So reist Europa 2019
Öfter, dafür kürzer verreisen, möchten immer mehr Menschen. Dabei gefällt Touristen der Aktivurlaub in der Stadt oder auf dem Land, gerne mit Kulturprogramm.

Tatsächlich wird das Publikum bei den großen Veranstaltern tendenziell jünger, wie die Fachzeitschrift „touristik aktuell“ kürzlich berichtete. „Die Pauschalreise lebt“, stellt auch Joe Schroeder von LuxairTours fest. Der Veranstalter aus dem Großherzogtum hat nach eigenen Angaben von 2017 auf 2018 ein Wachstum von elf Prozent in diesem Bereich verzeichnen können. „Hier weiß der Kunde ganz genau, was er gekauft hat und was er bekommt. Der Kunde hat Garantien und Sicherheiten. Keine böse Überraschungen oder ungeplante Kosten. Service und Qualität sind garantiert. Dies ist auch Millennials wichtig.“

Imageproblem

Studien wie die von Holidaycheck sprechen aber eine deutliche Sprache: Die Pauschalreise hat ein Imageproblem. Der Begriff müsse weg, sagt etwa Stefanie Berk von Thomas Cook. „Das klingt nach Mottenkiste.“ Pauschalreisen, das bedeute nicht automatisch Gruppenreisen oder Animationsprogramme. „Der Kunde bestimmt, wie er seinen Urlaub verbringen will“, erklärt Joe Schroeder von LuxairTours. „Unsere Angebote und Produkte ermöglichen die Vielfalt, damit jeder Kunde das findet, was er sucht.“

Es brauche vor allem eine andere Ansprache als früher, sagt Stefanie Berk von Thomas Cook. Die Veranstalter setzen daher vermehrt auf Social Media und eine Ästhetik, die wenig mit bunten Werbefotos von Hotelpools aus Reisekatalogen früherer Tage zu tun hat. Interaktion mit der Marke auf den digitalen Kanälen sei wichtig, so Berk. Likes und Shares: Die Kunden werben selbst für ein Hotel, durch Instagram-Bilder zum Beispiel. „Man braucht kein klassisches Fotoshooting mehr.“ Die richtige Werbung ist das eine, das Produkt das andere.

Nach Ansicht von Tourismusforscher Lohmann haben sich die Veranstalter aber ins Zeug gelegt und die Pauschalreise schon soweit individualisiert, dass sie oft kaum noch „zu fühlen“ sei. „Relevant zu bleiben ist eine große Aufgabe für die Veranstalter und bleibt es auch“, sagt Lohmann. „Bislang haben die das ganz gut hinbekommen.“


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