Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Outdoor-Filme: Abenteuer auf der Leinwand
Lifestyle 1 5 Min. 18.10.2019

Outdoor-Filme: Abenteuer auf der Leinwand

Unterwegs auf dem Dach der Welt: Der französische Abenteurer Eliott Schonfeld hat den Himalaja von West nach Ost durchquert.

Outdoor-Filme: Abenteuer auf der Leinwand

Unterwegs auf dem Dach der Welt: Der französische Abenteurer Eliott Schonfeld hat den Himalaja von West nach Ost durchquert.
Foto: EOFT
Lifestyle 1 5 Min. 18.10.2019

Outdoor-Filme: Abenteuer auf der Leinwand

Eric HAMUS
Eric HAMUS
Nicht jeder kann mal eben zum Skifahren aus einer Zeppelingondel springen. Zum Glück gibt es aber Filmemacher, die solche Abenteuer festhalten - und sie bei der "European Outdoor Film Tour" auch in Luxemburg zeigen.

Mit dem Golfball quer durch das mongolische Hochland, auf Skiern den 50 Grad steilen Lhotse-Couloir hinunter fahren oder auf Rollerskates durch Ruanda: Immer wieder treibt die Abenteuerlust Menschen dazu an, eigene Grenzen zu überwinden und neue Horizonte zu erschließen. Nicht jeder aber hat die Gelegenheit, den Himalaja von West nach Ost zu durchqueren oder mit dem Zeppelin Bergspitzen anzufliegen. Glücklicherweise gibt es mutige Filmemacher, die solche Abenteuer für die Ewigkeit festhalten – und die breite Öffentlichkeit schließlich im Rahmen der „European Outdoor Film Tour“ (EOFT) mit auf eine audiovisuelle Expedition nehmen.

Mit zehn Kurzfilmen aus den Bereichen Outdoor, Abenteuer und Reise wird die EOFT auch in Luxemburg Halt machen: In ihrem 19. Jahr legt die Dokureihe am 20. Oktober einen Stopp in der Escher Rockhal ein. Dass die Tournee nicht nur für Zuschauer ein Highlight ist, weiß auch Eliott Schonfeld. 2018 hat der Franzose den Himalaja von West nach Ost durchquert und seine Expedition auf Film festgehalten. „Für mich ist es eine besondere Ehre, meinen Film bei dieser Tournee zeigen zu dürfen“, betont Schonfeld. „Mein Ziel ist es, Geschichten zu erzählen und die Menschen zu inspirieren. Die Tournee erlaubt es mir, ein noch breiteres Publikum anzusprechen.“

„Le minimaliste – An Himalayan Adventure“ heißt das 27 Minuten lange Werk, mit dem das Publikum auch in Esch/Alzette Abenteuerluft schnuppern kann. Dabei nimmt der 26-Jährige die Zuschauer abseits ausgetretener Pfade mit durch weite Täler und über karge Pässe und Gletscher bis nach Nepal. Sein einziger Begleiter war streckenweise nur sein Pferd. Den Rest des Weges bewältigte er zu Fuß oder auf einem Floß. Ziel war es, so minimalistisch wie möglich zu leben und sich teils nur jener Mittel zu bedienen, wie sie auch die wenigen Einheimischen im Himalaja vorfinden.

Erstmals autonom

„Diese Reise ist die eines Menschen, der in der Stadt aufgewachsen ist und die Wildnis eigentlich nur durch Zufall entdeckt hat“, erklärt der junge Franzose. Erst auf diesen Expeditionen habe er richtig gelernt zu leben. „Vor meiner Himalaya-Expedition war ich in Alaska. Dort war ich erstmals autonom unterwegs, indem ich selbst nach Nahrung gesucht oder gefischt habe“, erklärt Schonfeld. Zum ersten Mal überhaupt musste er nicht zurück in die Zivilisation, um Nahrung zu besorgen. „Das war eine ganz neue Erfahrung.“

Kurzfilm „Africa Riding“: unterwegs auf Rollerblades auf den Straßen der ruandischen Hauptstadt Kigali.
Kurzfilm „Africa Riding“: unterwegs auf Rollerblades auf den Straßen der ruandischen Hauptstadt Kigali.
Foto: EOFT

Sein Trek durch das Himalajagebirge sei demnach der nächste, logische Schritt gewesen: „Ziel war es, wie die einheimische Bevölkerung zu leben und mich nur der Dinge zu bedienen, die ich an Ort und Stelle vorfinde“, fährt Schonfeld fort. Bis dahin habe er stets „die ganze Stadt“ in seinem Rucksack mitgeschleppt. „Im Himalaya aber war es eine richtige Metamorphose, indem ich nach und nach meine Mitbringsel im Rucksack durch natürliche Elemente ersetzt habe.“ Seinen Rucksack habe er beispielsweise gegen einen Tragesack nach nepalesischer Art ausgetauscht, aus Ziegenhaut habe er Decken und eine Jacke angefertigt und in Höhlen statt in Zelten geschlafen.


Filmkritik der Woche: Der neue Andy Bausch
Andy Bausch zeichnet ein schwarzes Bild der 1980er-Jahre geprägt von Affären, Morden, Attentaten und Protesten.

Dass er dadurch mitunter bitterkalte Nächte durchleben musste, sei nicht zu vermeiden gewesen: „So eine Wandlung kommt nicht von heute auf morgen. Es ist ein ganzer Lernprozess.“ Schlecht aber scheint es ihm bei diesem Prozess nicht ergangen zu sein. Im Gegenteil: Seine Erfahrungen hat er nun auch im Amazonas-Gebiet anwenden können. Eliott Schonfeld ist gerade erst zurück aus Französisch-Guayana, wo er die Reise von Raymond Maufrais, einem jungen Abenteurer aus den 1950er-Jahren, nachvollzogen hat. Leider habe Maufrais dabei aber sein Leben gelassen. Nur durch ein Wunder sei später dessen Tagebuch aufgetaucht. Er habe sich wie Maufrais' Seelenverwandter gefühlt, als er dessen Aufzeichnungen gelesen habe. „Ich fühlte mich dazu verpflichtet, seinen Traum zu Ende zu führen.“

Golfen, Klettern und Laufen

In Esch/Alzette wird am 20. Oktober aber zunächst „nur“ Schonfelds Himalaja-Film gezeigt. „Le minimaliste“ ist eine von zehn Kurzdokus, die an diesem Tag gleich zwei Mal im Club der Rockhal aufgeführt werden. Gezeigt wird beispielsweise auch „Freedom to Roam“, ein Porträt von Sarah McNair-Landry, die als jüngster Mensch die beiden Polkappen aus eigener Kraft erreichte und als erste Frau überhaupt zum „Master Polar Guide“ ernannt wurde. „The Longest Hole“ zeigt den Versuch von zwei Briten, die Mongolei zum abenteuerlichsten Golfplatz der Erde zu machen, während „Lhotse“ zwei Skialpinisten bei ihrer Abfahrt vom 8 531 Meter hohen Berg folgt. Zuvor war es noch nie gelungen, den Nachbarn des Mount Everest – immerhin der vierthöchste Berg der Welt – auf Skiern abzufahren.

„Nina Williams: Highly Illogical“ ist ein Porträt des gleichnamigen Kletterprofis. „Too big to fail“ heißt die Route, die sie sich in den kalifornischen Buttermilks herausgesucht hatte. Eine Route, die von Ausnahmekletterer Alex Honnold etabliert wurde und an die sich nur die Besten aus der Highball-Boulder-Szene herantrauen. Was hingegen die Mountainbiker Brett Rheeder, Casey Brown, Matt Hunter und Joey Schusler zum Thema Grounding zu sagen haben, lässt sich zwar nicht unbedingt in Worten ausdrücken, dafür aber umso besser in „Return to Earth“ bestaunen.

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

„Contraddiction“ befasst sich mit den Gewissenskonflikten, die Profi-Snowboarder Elias Elhardt antreiben: Als Aushängeschild der Szene beschäftigt den Allgäuer die Frage, wann seine Begeisterung für Berge zerstörerische Ausmaße annimmt und was er tun kann, um die Umwelt bei der Ausübung seiner Leidenschaft besser zu schützen. Bei „Africa Riding“ verschlägt es die Zuschauer dann nach Kigali, die Hauptstadt Ruandas, wo Rollerskater wie Abdul Karim Habyarimana einen noch seltenen Anblick bieten.

Der Titel des Kurzfilms „Zeppelin Skiing“ lässt kaum Raum für Interpretationen: Die dreiminütige Reportage zeigt drei Skifahrer beim Versuch, sich aus einer geschützten Zeppelingondel abzuseilen, um bei der anstehenden Abfahrt neue Wege zu finden. Und in „The Movement“ wird die älteste Form der Fortbewegung überhaupt gefeiert: das Laufen.

Die „European Outdoor Film Tour“ macht am 20. Oktober in der Escher Rockhal Halt. Vorführungen sind um 16.30 und 20 Uhr. Die Tickets kosten 16,50 Euro.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.