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„Ouni“ Verpackung : „Back to the Roots, nur moderner“
Obst und Gemüse wird es in Luxemburg zukünftig auch ohne Plastikverpackung geben.

„Ouni“ Verpackung : „Back to the Roots, nur moderner“

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Obst und Gemüse wird es in Luxemburg zukünftig auch ohne Plastikverpackung geben.
Lifestyle 2 Min. 01.03.2016

„Ouni“ Verpackung : „Back to the Roots, nur moderner“

Weg vom anonymen Einkaufszentrum, hin zum lokalen Bioladen – und noch dazu ohne unnötige Verpackungen. Das ist das Konzept von der Kooperative „Ouni“. Im Sommer soll ein solches Geschäft, das das erste seiner Art in Luxemburg sein wird, in der Hauptstadt eröffnen.

von Cheryl Cadamuro

Durchschnittlich produziert jeder Einwohner in Luxemburg 635 Kilogramm Müll, das sind etwa 1000 Tonnen pro Tag – die Hälfte davon Verpackungsabfall. Geschätzte 100 Millionen Tonnen Plastikmüll landen irgendwann im Meer.

Das soll sich nun ändern: Neun Frauen haben sich 2013 zusammengetan und ein Konzept entwickelt. Lebensmittel und Haushaltswaren soll man ohne Verpackungen erwerben können, in einem Geschäft namens Ouni. Das bedeutet nicht einfach nur „Ohne“, sondern auch „Organic Unpackaged Natural Ingredients“. Um was es sich dabei handelt? Ein Laden, in dem man Haushaltswaren und Bio-Lebensmittel ohne Verpackungen kaufen, an Workshops teilnehmen und damit zum Umweltschutz beitragen kann.

Zum Umdenken anregen

„Es ist aber keine Geschäftsidee im üblichen Sinn, wir wollen die Menschen zum Umdenken anregen“, erklären die Kooperative-Vorstandsmitglieder Christine Nehrenhausen und Anne Jacoby. „Es geht darum, weniger aber dafür Lebensmittel von hochwertiger Qualität, also in Form von lokalen und fair gehandelten Produkten, zu kaufen. Back to the roots, nur in modernerer Form.“

Doch nicht nur bewusstes Konsumieren, auch der Mensch steht bei diesem Konzept im Mittelpunkt. In einer Café-Ecke und bei Workshops rund um Umweltschutz sollen sich Käufer und Mitglieder der Kooperative treffen und austauschen können.

Großer Anklang

Die Idee findet viel positive Resonanz. Bei einer Informationsveranstaltung am vergangenen Donnerstag sind etwa 300 Menschen in die Rotondes gekommen – womit die Veranstalterinnen nach eigenen Angaben nie im Leben gerechnet hätten. Dort konnten die Besucher unter anderem erfahren, dass es von jedem Lebensmittel nur eine Sorte zur Auswahl geben wird.

Transportiert werden die Einkäufe in mitgebrachten Dosen, Kartons oder Beuteln. Alternativ kann man diese aber auch im Geschäft erwerben. Das hat viele Besucher überzeugt. So sehr, dass die Kooperative nun bereits 70 Mitglieder zählt – insgesamt 300 Anteile wurden bisher an den Mann gebracht. Das Konzept selbst fundiert auf einer soliden Basis. Ein Jahr lang haben sich die drei Gründungsmitglieder Vanessa, Patricia und Caroline nämlich bei 1,2,3 Go Social coachen lassen.

Was es noch braucht

Doch noch fehlt das nötige Kleingeld, um den Traum Wirklichkeit werden zu lassen, wie die Vorstandsmitglieder Christine Nehrenhausen und Anne Jacoby erklären. „Auch wenn wir uns freuen, dass innerhalb der ersten zehn Tage 35 000 Euro zusammengekommen sind. Noch fehlt eine Menge. Zum Eröffnen des Ladens benötigen wir nämlich insgesamt 180 000 Euro.“


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