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Office 2010 spricht Luxemburgisch
Word auf Luxemburgisch: nette Geste aus Redmond.

Office 2010 spricht Luxemburgisch

Word auf Luxemburgisch: nette Geste aus Redmond.
Lifestyle 2 Min. 15.03.2012

Office 2010 spricht Luxemburgisch

Rund 30 000 Nutzer haben bereits die Büro-Anwendungsreihe Microsoft Office von 2007 auf Luxemburgisch installiert. Am Donnerstag wurde in den Büros des Software-Giganten auf Cloche d'Or die Lokalisierung mehrerer Komponenten der neuesten Version Office 2010 präsentiert. Dies ist Teil der Strategie von Microsoft, seine Programme in so vielen Sprachen wie möglich verfügbar zu machen.

Von Roland Houtsch

Rund 30 000 Nutzer haben bereits die Büro-Anwendungsreihe Microsoft Office von 2007 auf Luxemburgisch installiert. Gestern wurde in den Büros des Software-Giganten auf Cloche d'Or die Lokalisierung mehrerer Komponenten der neuesten Version Office 2010 präsentiert. Dies ist Teil der Strategie von Microsoft, seine Programme in so vielen Sprachen wie möglich verfügbar zu machen.

Dabei baut man jeweils auf lokale Partner und bedient sich einer recht handlichen Technik. Die Benutzeroberfläche auf Luxemburgisch wird lediglich wie eine zweite Haut über ein englisch- oder französischsprachiges Microsoft-Programm gezogen. Dieses Pack, mit allen Komponenten rund 29 MB groß, wird aus dem Internet heruntergeladen und anschließend über das zuvor installierte Grundprogramm gestülpt – eine Angelegenheit von wenigen Minuten ...

Rechtschreibe- und Grammatikprüfung

Solche sogenannten Language Interface Packs gibt es für Luxemburgisch schon seit 2003 und das Betriebssystem XP sowie das damalige Office Paket. Die Tradition wurde mit Windows Vista und dem aktuellen Betriebssystem Windows 7 sowie den Office-Versionen 2007 und jetzt 2010 fortgeführt.

„Besonders beliebt in Luxemburg ist die in diesen Versionen enthaltene Rechtschreibe- und Grammatikprüfung für die Luxemburger Sprache“, meint Direktor Thierry Fromes (Microsoft Luxembourg). Diese wurde mit dem Centre de recherche public Gabriel Lippmann entwickelt. Von Anfang an dabei sind auch die MeeTincS, eine Übersetzungsfirma, und RTL. „Es ist für uns wichtig, Partner zu haben, die professionell mit dem Luxemburgischen arbeiten“, so Fromes.

„Wir haben natürlich ein besonderes Interesse daran, die Luxemburger Sprache zu verteidigen“, meint Frédéric Mousset im Namen von RTL. „Und auch für uns ist es interessant, mit der Luxemburger Sprache zu arbeiten“, ergänzt Übersetzer André Vasanne. „Über eine Million Begriffe sind seit Beginn der Zusammenarbeit übersetzt worden, der Löwenanteil bei der ersten Lokalisierung – aber selbst bei der dritten Office-Version kommen wegen der erweiterten Fähigkeiten immer noch neue Begriffe hinzu.“

Was geht und was nicht geht ...

Voraussetzung für eine Installation jedes der sechs Lokalisierungspacks ist das Grundprogramm in englischer oder französischer Sprache sowie 20 MB freier Speicherplatz (für Office 2010). Und auch die Nutzer der Mac-Office-Variante von Microsoft können von der Luxemburgisierung ihrer Büroprogramme nur träumen. Für sie bleibt LLP (Local Language Porgram) verschlossen. Schließlich wurden zwei Komponenten der Suite – Publisher und Access – nicht übersetzt.

Verfügbar sind Excel, OneNote, Outlook, Powerpoint und Word. Der Benutzer kann aber auch seine Bürooberfläche in der ursprünglichen Sprache lassen und aus dem Pack nur das Wörterbuch benutzen. Schließlich ist es dank der Benutzerprofile der Microsoft-Betriebssysteme sogar möglich eine luxemburgische und eine französische oder englische Oberfläche nebeneinander auf einem Rechner zu betreiben, sei es um verschiedensprachigen Nutzern zu helfen oder um so nebenbei im Büroalltag Sprachunterricht zu betreiben.

Was bezweckt die Softwareschmiede aus Redmond mit ihrem Programm für lokale Sprachen? In den im Internet veröffentlichten Texten zu LLP geht es vornehmlich darum, die Vorzüge der IT-Technologie möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen und dabei ihre Sprache und kulturelle Identität wahren zu helfen.

Das Programm bietet mittlerweile 38 Sprachen an, alle mithilfe lokaler Partner erstellt. Darunter finden sich afrikanische Dialekte (inklusive Afrikaans) aber auch die arabisch- und türkischsprachigen Microsoft-Varianten, in Europa gehören Elsässisch, Bretonisch und Baskisch, Galizisch und – natürlich – Katalanisch, neben Romanisch und Isländisch sowie Walisisch und Gaelisch zu den Exoten.