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Nur Glückspilze dürfen rein
Die Coyote Buttes zwischen Arizona und Utah bestehen aus fragilen Felsenformationen, die geschützt werden müssen.

Nur Glückspilze dürfen rein

Foto: Shutterstock
Die Coyote Buttes zwischen Arizona und Utah bestehen aus fragilen Felsenformationen, die geschützt werden müssen.
Lifestyle 4 Min. 19.05.2018

Nur Glückspilze dürfen rein

Da Millionen Besucher jährlich in die US-Nationalparks strömen und es besonders im Sommer sehr eng wird, wird in manchen Parks per Los über den Zutritt entschieden.

von Tina Horny (srt)

Mit Overtourism kennen sich die US-Nationalparks schon lange bestens aus. Mehr als 200 Millionen Besucher strömen jährlich in die über 300 Nationalparks. Besonders im Sommer wird's eng. Sowohl die Unterkunftskapazitäten wie auch die Infrastruktur reichen dann nicht aus, um dem Massenansturm gerecht zu werden und zugleich die Natur zu schützen. Auch die gerade angekündigte Eintrittspreiserhöhung um bis zu fünf US-Dollar auf meist 35 US-Dollar wird niemanden vom Besuch abhalten.

Um die Zahl der Gäste zu begrenzen, setzen daher einige Parks aufs Glück und verlosen ihre Besuchsgenehmigungen. Wer dabei sein will, der muss sich schriftlich bewerben und eine Gebühr bezahlen. Gewinnt er die Eintrittserlaubnis, werden selbstverständlich der Parkeintritt sowie die Kosten für die oft vorgeschriebene geführte Tour fällig.

Raften ohne Guide im Grand Canyon

Mit fast fünf Millionen Besuchern zählt der Grand Canyon zu den beliebtesten Nationalparks Amerikas. Er liegt größtenteils in Arizona, und die meisten Besucher bestaunen von den steil abfallenden Kliffrändern aus den gewundenen Lauf, den sich der Colorado in Millionen von Jahren gegraben hat. Wer auf dem Fluss zwischen Lees Ferry und Diamond Creek im eigenen Tempo und Schlauchboot heruntertreiben wollte, musste bis 2012 bis zu 27 Jahre auf die Erlaubnis warten! Erst seitdem entscheidet eine Lotterie über die jährlich 460 Lizenzen für 12- bis 25-tägige Trips. Wer nicht beim ersten Versuch eine Raftingerlaubnis gewinnt, rückt bei der nächsten Verlosung nach vorne, wenn er sich weiterhin bewirbt.

Coyote Buttes, Wellen aus Sandstein

Bizarr geformte Wellen aus Sandstein, die sich über das Wüstengebirge der Coyote Buttes im Grenzgebiet zwischen Arizona und Utah ziehen, gehören zu den fotogensten Naturwundern Amerikas. Leider bedingt der poröse Sandstein, dass die sanft geschwungenen Strukturen im Stein fragil sind und Tausende von Menschen sie zerstören würden. Deswegen ist die tägliche Besucherzahl auf 20 begrenzt. Zehn Plätze werden online verlost und die restlichen zehn Lizenzen vor Ort auch im Losverfahren vergeben.

Wandern im Yosemite Park

Rund 27 Kilometer lang ist der Rundweg auf den Half Dome – dem Wahrzeichen des Yosemite Parks in Kalifornien. Es ist eine ziemlich anspruchsvolle Tagestour, die nur zwischen Mai und Oktober erlaubt ist. In dieser Zeit werden die Klettersteige und Pfade des Berges gewartet. Trotzdem dürfen nur 300 Wanderer täglich auf den Gipfel.

Selbst wer werktags anreisen kann, hat bei der Verlosung nur eine Chance von sieben Prozent, einen der begehrten Permits zu ergattern. Fürs Wochenende sinken die Chancen gar auf zwei Prozent. Also am besten so früh wie möglich bewerben!

Bären im State Game Sanctuary

Der McNeil River im State Game Sanctuary in Alaskas Osten beherbergt eines der größten Braunbärenreservate. Im Sommer begeben sich fast 150 dieser beeindruckenden Kreaturen an den Fluss, um Lachs zu fischen. Vom 7. Juni bis zum 25. August sind täglich zehn Beobachter zugelassen, um dieses faszinierende Schauspiel zu erleben.

Wer ein Los gewinnt, ist berechtigt, vor Ort zu campen, das Reservat zu besuchen und an den geführten Bärenbeobachtungstouren teilzunehmen.

150 Kilometer auf der Denali Road

Zu einer der beliebtesten Straßen Alaskas gehört die Denali Road durch den gleichnamigen Park entlang der Alaskakette. Denali heißt auch der mit über 6 000 Metern höchste Gipfel weit und breit. Wegen der landschaftlichen Schönheit und der wilden Tiere wurde die nur 150 Kilometer lange Straße von bis zu 2 000 Autos pro Tag in der Hochsaison befahren.

Zu viel befand die Parkbehörde und beschränkte die Zahl der Wagen auf täglich 400 inklusive der kommerziellen Reisebusse. Das bedeutet, dass jährlich nur 1 600 Lizenzen für Privatfahrer ausgegeben werden. 


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