Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Nissan: Der Anti-Tesla aus Japan
Der neue Nissan Leaf macht nicht nur optisch eine gute Figur.

Nissan: Der Anti-Tesla aus Japan

Foto: Nissan
Der neue Nissan Leaf macht nicht nur optisch eine gute Figur.
Lifestyle 2 Min. 27.01.2018

Nissan: Der Anti-Tesla aus Japan

Das meistverkaufte Elektroauto der Welt, der Nissan Leaf, fährt künftig weiter und das auch teil-autonom.

(mid/MB) - Auch wenn beim Thema Elektroauto meistens als erstes der Name Tesla fällt, ist der Nissan Leaf nach wie vor das meistverkaufte Elektrofahrzeug der Welt. Nach rund sieben Jahren Bauzeit schicken die Japaner jetzt die zweite Generation ihres Erfolgsmodells an den Start.

Zugegeben, der erste Leaf war kein Hingucker. Nissan versuchte, das E-Auto so normal wie möglich aussehen zu lassen – und dann doch irgendwie anders. Der neue Leaf sieht besser aus – deutlich besser. Zum Szenemobil mit Coolness-Faktor hat es jedoch dann doch nicht gereicht. „Das bisherige Modell sollte sich aus der Masse abheben und auffallen. Er war nicht unbedingt eine Schönheit“, räumt Chefdesigner Satori Tai ein. „Das ist beim neuen Modell anders. Er sieht einfach viel besser aus.“ Die Proportionen stimmen definitiv, auch wenn der 17-Zoll-Radsatz mindestens eine Nummer zu klein wirkt.

Innen präsentiert der Japaner sich wie ein ganz normales Auto – mit dem Cockpit aus analoger Runduhr für den Tacho und einer digitalen Multifunktionsanzeige vielleicht etwas zu normal für ein Modell, das die Massen elektrisieren soll. Immerhin übernimmt der zentrale Touchscreen in der Mitte des Cockpits alle wichtigen Funktionen.

Im Kartenmodus zeigt er nicht nur Straßen und Gebäude an, sondern hält auch alle Informationen zu Ladestationen, deren Öffnungszeiten und Bezahlmodi parat. Das Platzangebot liegt auf dem Niveau des Vorgängers, auch wenn der neue Leaf 3,5 Zentimeter länger und zwei Zentimeter breiter ist. Unverändert sitzt es sich etwas zu hoch, da das Akkupaket im Fahrzeugboden eingebaut ist.

Wichtig war für die Nissan-Verantwortlichen natürlich in erster Linie eine Verlängerung der Reichweite. Der neue Leaf leistet 110 kW (150 PS) und kann laut Nissan unter idealen Bedingungen bis zu 378 Kilometer weit fahren. Bisher war bei 280 Kilometer Schluss. Und noch besser: Bei 378 Kilometern wird es nicht bleiben. Denn neben der Basisvariante wird Nissan einen Leaf E-Plus anbieten, der 160 kW (220 PS) und eine Reichweite von 500 Kilometern bietet.

Die Höchstgeschwindigkeit soll bei 150 beziehungsweise 160 km/h liegen. An einem Hochleistungs-Ladegerät soll der Leaf deutlich schneller als bisher wieder zu Kräften kommen. In 40 Minuten erholt sich das Elektromobil nach Herstellerangaben wieder auf 80 Prozent seiner maximalen Kapazität.

Bessere Akkus und neue Assistenzsysteme

Die neuen Akkus des Elektro-Bestsellers sind laut Chefentwickler Hiroki Isobe leistungsfähiger denn je. „Nach 500 Aufladungen haben wir noch mehr als 90 Prozent der Akkukapazität. Die Verbesserungen im Bereich der Akkutechnik sind vergleichbar mit denen zwischen einem iPhone 4 und 7“, so Isobe. Damit der Kunde entspannt ist, gibt es für den Akku eine Garantie über acht Jahre oder 160 000 Kilometer Reichweite.

Neueste Assistenzsysteme sollen zudem für eine stets sichere Zeit an Bord des Japaners sorgen. Hierzu gehört das ProPilot-System, das teilautomatisiertes Fahren auf Autobahnen ermöglicht. Mithilfe von vier hochauflösenden Kameras und zwölf Ultrasensoren parkt der neue Leaf zudem in Sekundenschnelle von ganz allein ein. Ganz neu ist das e-Pedal, durch das sich der Japaner fast ausschließlich mit einem Pedal beschleunigen und abbremsen lässt.