Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Naturkosmetik im Test : Gemüse auf meiner Haut
Lifestyle 4 Min. 21.01.2018

Naturkosmetik im Test : Gemüse auf meiner Haut

Ideal für Einsteiger: Beim „Zitronenbad für weiche Füße“ kommt man mit nur zwei Zutaten bequem ans Ziel.

Naturkosmetik im Test : Gemüse auf meiner Haut

Ideal für Einsteiger: Beim „Zitronenbad für weiche Füße“ kommt man mit nur zwei Zutaten bequem ans Ziel.
Foto: Eden Books/Berndl & Hofer
Lifestyle 4 Min. 21.01.2018

Naturkosmetik im Test : Gemüse auf meiner Haut

Dass Eigelb gut fürs Haar ist und Olivenöl der Haut Feuchtigkeit spendet, hat man wohl schon mal gehört, aber kaum ausprobiert. Gerade dazu wollen Karin Berndl und Nici Hofer ihre Leser(innen) mit Naturkosmetikrezepten ermutigen. Funktioniert's? Ein Selbstversuch.

von Nicole Werkmeister

Zugegeben, ich bin ein Fan von Naturkosmetik und versorge mich gerne mit Pflegeprodukten aus dem Bioladen und den „grünen“ Regalen der Drogerien. Shampoos, Haarspülungen oder gar Cremes selbst herzustellen, hatte ich bislang für zu kompliziert gehalten und mich nicht näher damit beschäftigt. Bis mir ein Buch in die Hände fiel, das sich anschickte, meinen Glauben zunichte zu machen.

Die aus Österreich stammenden Autorinnen, Nici Hofer und Karin Berndl, die heute in London leben, haben sich seit längerem der Naturheilkunde verschrieben und mit „Zwiebelwickel, Essigsocken & Co.“ bereits einen Ratgeber zur Verwendung alter Heilmittel veröffentlicht. In ihrem aktuellen Buch „Pretty natural – Naturkosmetik einfach selber machen“ widmen sich die beiden der Verwendung pflanzlicher Zutaten für die Schönheit von Haut und Haar.

Karin Berndl & Nici Hofer: Pretty Natural; Eden Books, 112 Seiten, ISBN 978-3959101233, um 15 Euro
Karin Berndl & Nici Hofer: Pretty Natural; Eden Books, 112 Seiten, ISBN 978-3959101233, um 15 Euro

Überraschend wirksam

„In unserer modernen Gesellschaft kommen Lebensmittel aus dem Supermarkt und Heilmittel aus der Apotheke. Diese Trennung erscheint uns heute völlig normal, ist aber in Wirklichkeit verheerend.“ Mit diesem Denkanstoß wird man in der kurz gehaltenen Einführung begrüßt. Nach ein paar grundsätzlichen Tipps beginnen bereits die Rezepte, die mit Fotos der Autorinnen übersichtlich und ansprechend gestaltet sind.

Für meinen Erstversuch wähle ich ein Rezept, das nur wenige, leicht verfügbare Zutaten enthält und auch in der Anwendung unkompliziert scheint: „Zitrone für weiche Füße“. Beim Wochenendeinkauf steuere ich also ohne Umwege die Lebensmittelabteilung an: zwei Zitronen und natives Olivenöl. Mehr sollte für den ersten Versuch nicht nötig sein.

Zuhause angekommen kann mein Mini-Wellness-Event beginnen: Der Anleitung folgend presse ich die Zitronen aus und fülle warmes Wasser in eine Fußwanne. Zwanzig Minuten lang soll ich meine Füße nun darin baden. Die beste Gelegenheit, um endlich das Magazin zu lesen, das schon seit einer Woche unangetastet auf dem Sideboard liegt. Kaum habe ich die Welt um mich herum vergessen, klingel der Handywecker. Die Zeit ist um. Ich hebe meine etwas aufgeweichten Füße aus dem Trog, bearbeite die üblichen Problemstellen an Ferse und Zehen anleitungsgemäß mit einem Sisalschwamm und massiere anschließend das Olivenöl ein. Das lasse ich noch einziehen und begutachte dann das Ergebnis. Respekt! So einfach hätte ich mir eine wirksame Kur für strapazierte Winterhaut nicht vorgestellt. Ich bin begeistert.

Auch in der äußeren Anwendung gesund und pflegend: Avocado und 
Kokosöl dienen als Feuchtigkeitsspender für Haut und Haar.
Auch in der äußeren Anwendung gesund und pflegend: Avocado und 
Kokosöl dienen als Feuchtigkeitsspender für Haut und Haar.
Foto: Eden Books/Berndl & Hofer

Also der nächste Test: „Rosmarin-Haarwasser für eine glänzende Mähne“. Das könnte eine Alternative zu meinem bisherigen Haarwasser werden, das ich jüngst ausgemustert habe, weil der zur Konservierung beigefügte Alkohol meine Kopfhaut ausgetrocknet hatte. Erneut ist die Zubereitung äußert einfach: Kamillenblüten und Rosmarin gebe ich in kochendes Wasser und lasse den Topf den Vorgaben entsprechend zwei Stunden lang ziehen. Das Ergebnis, ein wie abgestandener Kräutertee aussehender, bräunlicher Sud soll ich mir nach der nächsten Haarwäsche übers Haupt gießen. Nicht gerade eine Verlockung. Aber die Spülung, die ich dann doch beherzt anwende, tut durchaus ihre Wirkung.

So motiviert will ich mich nochmals um eine Schwierigkeitsstufe steigern und entscheide mich für „Selbst gemachtes Deo“. Die umfangreiche Zutatenliste hätte mich vielleicht warnen können. Aber in meiner Euphorie notiere ich mir Bienenwachs, Sheabutter, Kokosöl und diverse ätherische Öle auf meinem Einkaufszettel für die nächste Woche. Im Bioladen gelingt es mir zwar das Kokosöl zu erstehen, für die restlichen Zutaten muss ich mein Glück aber im nächsten Naturkosmetikgeschäft versuchen. Lavendelöl, Teebaumöl und Sheabutter kann mir die Verkäufern anbieten – aber die restlichen Aromaöle müssen bestellt werden. Damit steigen die Ausgaben für dieses Projekt gewaltig in die Höhe. Denn auch wenn je nur ein paar Tropfen der wertvollen Aromaöle benötigt werden, muss ich je ein Fläschchen erstehen – zu Preisen ab sechs Euro aufwärts. Die Fertigstellung meines kostbaren Naturdeos lässt also noch etwas auf sich warten. Glücklicherweise lassen sich die angeschafften Zutaten bis dahin auch für andere Beauty-Rezepte – oder zum Kochen – verwerten. Aber ich bleibe dran. Karin und Nici sei Dank.

Die Kraft der Pflanzen

1. Olivenöl: antibakteriell, entzündungshemmend, schützt und pflegt die Haut.

2. Zitrone: antibakteriell, antiviral, reinigend, reich an Vitamin C und Flavonoiden – verfügt über konservierende Eigenschaften.

3. Grüner Tee: enthält Polyphenole und Katechine, wirkt entzündungshemmend und antibakteriell.

4. Kaffee: verbessert Kreislauf und Durchblutung und ist ein perfektes Körperpeeling.

5. Kartoffeln: entzündungshemmend, entgiftend, antiseptisch, wirken beruhigend und abschwellend. Sie enthalten viel Kalium, Vitamin B und C sowie Kalzium und Eisen.

6. Ingwer: entzündungshemmend, desinfizierend, hautregenerierend, stimuliert Immunsystem und Durchblutung.

7. Haferflocken: entzündungshemmend und entgiftend, begünstigen die Wundheilung und wirken entgiftend.

8. Himbeeren: enthalten starke Antioxidantien und haben entzündungshemmende Eigenschaften.

9. Banane: reich an feuchtigkeitsspendendem Kalium und Vitamin E, um freie Radikale zu binden.

10. Honig: wirkt desinfizierend, antiviral und heilend, ist nahrhaft und belebend.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Basenfasten: Mehr Schwung durch Obst und Co.?
Eine Woche lang nur Obst und Gemüse - das ist Basenfasten. Der gewünschte Effekt: Der Körper soll einen Energie-Kick bekommen - und nebenbei können auch ein paar überflüssige Pfunde Körpergewicht purzeln.
Zum�Themendienst-Bericht von Sabine Meuter vom 10. August 2016: Obst und Gem�se so viel man will:�Das ist das Prinzip des Basenfastens.  (Archivbild vom 06.02.2013/Nur zur redaktionellen Verwendung durch Themendienst-Bezieher.) Foto: Monique W�stenhagen
Clean Cosmetic: Kosmetik ohne Sorgen?
Sie tragen ihren vermeintlichen Vorteil schon im Namen: Clean Cosmetics verzichten auf kritische Wirkstoffe. Aber sind sie deshalb wirklich besser für die Haut?
Zum Themendienst-Bericht �Sch�nheit ohne Sorgen? Clean Cosmetic verzichtet auf kritische Stoffe� von Andrea Abrell vom 5. Juli 2016:  Was kommt da auf die Lippen? Clean Cosmetic l�sst manche kritische Inhaltsstoffe aus. (Archivbild vom 18.10.2008/Nur zur redaktionellen Verwendung durch Themendienst-Bezieher.)  
Foto:�Magdalena Rodziewicz
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.