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Nachhaltiger Luxus
Lifestyle 2 Min. 25.12.2018 Aus unserem online-Archiv

Nachhaltiger Luxus

Nachhaltiger Luxus

Foto: Chopard
Lifestyle 2 Min. 25.12.2018 Aus unserem online-Archiv

Nachhaltiger Luxus

Manon KRAMP
Manon KRAMP
Wertvolle Ressourcen gewinnen und zugleich die Umwelt schonen und soziale Standards garantieren – wie fair produzierter Luxus funktioniert, beweist das Schweizer Juwelier- und Uhrenhaus Chopard, in dessen Ateliers nur noch Gold aus ethischer Herkunft verwendet wird.

Glühender Lava gleich ergießt sich die heiße, in grellem Orange leuchtende Flüssigkeit in die rechteckige Metallform, wo sie erkaltet und zu einem unansehnlichen Klumpen von gräulich brauner Farbe erstarrt. Kaum zu glauben, dass es sich dabei um acht Kilogramm Gold handelt, wie der mit einer Zange und dicken Handschuhen bewehrte Gießer im Atelier von Chopard erklärt: „Rund zehnmal am Tag produzieren wir in unserer Schmelze einen solchen Barren. Dazu nehmen wir sechs Kilogramm pures 24-karätiges Gold und erzeugen, unter Beimischung weiterer Metalle wie Silber und Kupfer für Gelb- und Roségold sowie Palladium für Weißgold, die 18-karätigen Goldlegierungen, die wir zur Weiterverarbeitung in den Ateliers benötigen. Allerdings verwenden wir hier nicht irgendein Gold, sondern fair geschürftes und gehandeltes Gold.“

Seit Juli dieses Jahres hat das familiengeführte Unternehmen Chopard nämlich ein von vielen Branchenkollegen mit Skepsis beäugtes Versprechen eingelöst: sämtliches Gold für die Produktion aller Kollektionen – von den Haute-Joaillerie-Kreationen bis zu den Schmuckserien und Uhren – aus verantwortungsbewussten Quellen beziehen zu können. Ein Beispiel dieser ökologischen Vision ist die von Caroline Scheufele, der Co-Präsidentin und künstlerischen Leiterin von Chopard, gestaltete Goldene Palme, die das Haus seit 1998 für die Filmfestspiele von Cannes fertigt: Sie besteht seit 2014 aus „Fairmined“-Gold.

Für das 20. Jubiläum der Zusammenarbeit wurde die Auszeichnung 2017 zusätzlich mit 167 Diamanten verziert, die das Siegel des Responsible Jewellery Councils (JRC) tragen, denn mittlerweile erstreckt sich das ethische Engagement ebenfalls auf die Provenienz vieler Edelsteine wie Diamant, Opal und Smaragd.

Co-Präsidentin des Hauses, Caroline Scheufele (l.), entwarf zusammen mit Hollywoodstar Julianne Moore ein Collier aus Fairmined-Weißgold für die Sonderkollektion „Green Carpet“.
Co-Präsidentin des Hauses, Caroline Scheufele (l.), entwarf zusammen mit Hollywoodstar Julianne Moore ein Collier aus Fairmined-Weißgold für die Sonderkollektion „Green Carpet“.
Foto: Greg Williams

Das „ethische Gold“ stammt aus verantwortungsbewussten und zurückverfolgbaren Quellen, die den international anerkannten und verifizierten Umwelt- und Sozialstandards entsprechen: neu geschürftes Gold aus kleinen Minen, die Teil der Swiss Better Gold Association (SBGA), der Fairmined- und Fairtrade-Initiativen sind, sowie „Chain of Custody“-Gold über Partnerschaften mit RJC-zertifizierten Scheideanstalten. Dies erlaube es, „auch etwas für das Leben der Menschen zu tun, die unser Geschäft ermöglichen“, so das Unternehmen.

Ist Fairtrade-Gold bislang noch ein Nischenprodukt – in Luxemburg etwa verarbeitet gerade mal eine Handvoll von Goldschmieden mit diesem Siegel ausgezeichnetes Edelmetall – so beweist Chopard als derzeit größter Käufer von „Fairmined“-Gold, dass sich die Investition in Nachhaltigkeit auch für ein umfangreiches Produktionsvolumen eignet. Das gelingt vor allem, weil alle Schmuckstücke und Uhren „in house“ gefertigt werden und sämtliche Arbeitsschritte – vom Rohmaterial über die Entwicklung bis hin zum fertigen Objekt – in Eigenarbeit erfolgen und einer ständigen Kontrolle unterliegen.

Möglich macht dies die Vielzahl an Handwerkern – Designer, Uhrmacher, Goldschmiede, Graveure, Edelsteinfasser, Dreher und Armbandhersteller –, die das Haus beschäftigt und selbst ausbildet. Die seit 1978 betriebene Werksgießerei ist Teil der geschlossenen Fertigungskette, bei der 70 Prozent aller Produktionsabfälle intern recycelt werden.

Foto: Chopard

Fair macht „happy“

Der britischen Wohltätigkeitsorganisation Fairtrade Foundation zufolge verdienen zurzeit weltweit dreißig Millionen Menschen ihren Lebensunterhalt mit dem Abbau von Gold. Ein Großteil davon schuftet unter härtesten Bedingungen und mit primitivstem Werkzeug in kleinen Minen. Soziale und legale Absicherungen sind selten. Die verantwortungsvolle Unternehmensphilosophie von Chopard ist somit auch ein humanitäres Vorhaben, dessen Auswirkungen schon lange weit über die Zufriedenheit der Kunden hinausreichen.



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