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Nachhaltiger Einfluss in Berlin und Luxemburg
Lifestyle 5 Min. 07.12.2019

Nachhaltiger Einfluss in Berlin und Luxemburg

Michèle Singer lebt seit etwa zwei Jahren in der deutschen Hauptstadt und betreibt von dort aus mit einem ehemaligen Arbeitskollegen den Instagram-Account @nachhaltigerlebeninberlin.

Nachhaltiger Einfluss in Berlin und Luxemburg

Michèle Singer lebt seit etwa zwei Jahren in der deutschen Hauptstadt und betreibt von dort aus mit einem ehemaligen Arbeitskollegen den Instagram-Account @nachhaltigerlebeninberlin.
Foto: Felix Kayser
Lifestyle 5 Min. 07.12.2019

Nachhaltiger Einfluss in Berlin und Luxemburg

Kelly NIESEN
Kelly NIESEN
Studentin Michèle Singer aus Grevenmacher zeigt auf Instagram, wie man umweltbewusster leben kann.


Es ist die eine Frage, die aktuell eine ganze Generation bewegt: Wie können wir nachhaltiger leben und so unseren Lebensraum schützen? Mit dieser Thematik setzt sich die Luxemburgerin Michèle Singer auseinander – und das tagtäglich. Die 23-Jährige betreibt von Berlin aus gemeinsam mit Mitgründer Jonas (37) den Instagram-Account @nachhaltigerlebeninberlin.

Fast 40 000 Menschen, vorwiegend aus Berlin, Hamburg und München, folgen dem Duo auf der digitalen Plattform, die auf leicht verdauliche Weise ein Bewusstsein rund um Konsum und Klimawandel schafft. „Wir versuchen stets, Fakten positiv und interessant zu vermitteln. Mit Negativität erreicht man niemanden – ganz im Gegenteil, man verscheucht die Leute nur“, erklärt Michèle Singer.

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Ich wollte wissen, wieviel CO2 unsere Schuhe verursachen. Dafür musste ich zunächst rausfinden, wieviel Paare Schuhe in Deutschland pro Jahr pro Person gekauft werden. Dafür habe ich die Verkaufszahlen von Deichmann herangezogen. Die haben nämlich einem Marktanteil von 20% und so konnte ich das hochrechnen und bin auf insgesamt 292 Mio verkaufte Paar Schuhe pro Jahr in Deutschland gekommen. Bei 82 Mio Einwohnern kauft also jeder von uns ungefähr 3-4 Paar neue Schuhe. Bei Frauen stehen übrigens durchschnittlich 17 Paar Schuhe im Schrank, während Männer nur 8 Paar Schuhe besitzen. Als Nächstes haben mich die CO2 Emissionen von unterschiedlichen Schuhen wie Lederstiefeln oder Sneakern interessiert. Zum Glück haben Wissenschaftler vom MIT (Massachusetts Institute of Technology) exemplarisch einen Asics „Gel Kayanos“ auf seinen CO2-Fußabdruck analysiert. Dazu haben sie die kompletten 360 Produktionsschritte der 65 Einzelteile untersucht und alle CO2-Werte des Schuhs zusammengetragen: Von Produktion und Transport der Rohmaterialien bis hin zur Entsorgung. 90 Prozent aller Laufschuhe werden in Schwellenländern hergestellt. Die Gel Kayanos von Asics kommen aus China. Trotzdem spielt der Transport nach Europa oder in die USA (wie meistens) eigentlich keine Rolle und ist nur für 2% der CO2 Emissionen verantwortlich. Bei einem „Plastik-“Schuh machen die verwendeten Materialien auch nur etwa 30 Prozent der Emissionen aus. Der Großteil, nämlich ganze 68% der Emissionen, wird durch die Produktion verursacht. Die meisten Teile werden nämlich mit kleinen, alten Maschinen in Fabriken mit Kohlestrom zusammengesetzt. Das Ergebnis hat die Wissenschaftler überrascht: Zwischen 11,3 und 16,7 Kilogramm CO2 stecken in einem Paar. Wenn du also durchschnittliche 17 Paar Sneaker oder Laufschuhe zu Hause hast, schlummern dort ungefähr 238 kg CO2. Das entspricht laut atmosfair.de einem Flug von Berlin nach Venedig und wieder zurück. Wie sich die CO2 Emissionen von Lederschuhen zusammensetzen und die entsprechenden Quellen habe ich in die Kommentare gepackt, da Instagram diese dämliche Zeichenbegrenzung hat. ©️ Jonas #schuhe #sneaker #fashion #leder #leather #vegan

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Im Oktober 2017 zog die Grevenmacherin in die deutsche Hauptstadt, um an der Universität der Künste Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation zu studieren. Durch einen Job als Social-Media-Assistentin eines Start-ups der Marke Hochland lernte sie ihren heutigen Kollegen kennen. „Es ging in dem Unternehmen um einen nachhaltig produzierten Käse. Die Idee war, einen Instagram-Account aufzuziehen, der Tipps und Tricks für nachhaltigeres Leben gibt. Wenn der Käse dann auf den Markt kommt, sollten wir das Produkt dort integrieren und promoten“, erklärt die Studentin.

Doch dann kam alles anders: Die Seite, die bereits damals denselben Namen trug, kam so gut an, dass sich Jonas und Michèle nur noch darauf konzentrieren wollten. „Es kam uns zudem vor wie klassisches Greenwashing. Wir konnten uns mit diesem Start-up nicht identifizieren – mit dem Account aber schon“, verrät sie. Daher beschlossen die beiden zu kündigen und „Nachhaltiger leben in Berlin“ (NLIB) eigenständig und nach ihren Vorstellungen fortzuführen. Ein guter Schachzug, denn der Käse ist übrigens heute nicht mehr auf dem Markt.

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Es ist Montagmorgen und die meisten von euch sind wahrscheinlich eher im Kaffee- als Biermodus, aber der nächste Feierabend kommt bestimmt. 2011 hat Hofbräu zusammen mit der Universität Augsburg, den CO2-Fußabdruck vom Bier über die gesamte Prozesskette „vom Acker bis zum Kunden“ erfasst. Das Ergebnis: Etwa 0,04 kg CO2 verbraucht ein Liter Wiesn-Bier. Hofbräu hat übrigens schon vor der CO2 Bilanzierung im Jahr 2009 die Gesamte Brauerei auf Ökostrom aus Wasserkraft umgestellt. Wie sieht es mit der Currywurst aus? Laut klimatarier.com verursacht eine 170g Wurst 0,64 kg CO2e. Würde man noch 200g Pommes dazu nehmen, käme man (laut dem Artikel „Klimaschutz auf dem Teller“ auf daserste.de) auf insgesamt 1,7 kg CO2e. Das würde dann 42 Maß Bier entsprechen. Und wir wissen ja alle spätestens seit Per Anhalter durch die Galaxis, dass 42 die Antwort auf die Frage aller Fragen ist, nämlich die „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“. ©️ Jonas Quellen: - abendzeitung-muenchen.de/inhalt.oktoberfest-2019-klimaschutz-auf-der-wiesn-jetzt-gibt-s-co2-neutrales-bier.513f4ce4-9b2b-44e2-93da-778fa1e7204c.html - daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/2009/klimaschutz-auf-dem-teller-100.html #pommes #currywurst #food #beer #bier

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Mehr Bewusstsein für Nachhaltigkeit schaffen

Bereits als Kind habe Michèle Singer nie etwas wegwerfen wollen und Dinge wiederverwendet. Sie ernährt sich schon länger nach dem „avap“-Prinzip – as vegan as possible (so vegan wie möglich). Aber erst in Berlin, einer Stadt, die sich gerne „grün“ gibt und für Außenstehende als die Öko-Hochburg schlechthin gilt, seien Umweltverschmutzung, Ernährungsweisen und Klimaschutz zu ihren Hauptthemen geworden.

„Dass Nachhaltigkeit hier so eine große Rolle spielt, liegt womöglich auch daran, dass in einer Großstadt Dinge wie Verkehr, Konsum und Verschmutzung viel auffälliger sind. Es wird demnach schneller gehandelt. Natürlich gibt es auch hier immer noch viel zu tun, aber die Bewohner haben ein ganz anderes Bewusstsein für Umweltthemen“, findet sie.

Ein Bewusstsein schaffen wollen auch Michèle und Jonas mit ihrem Instagram-Profil. Dort werden in verschiedenen Formaten relevante Punkte im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit visuell und textlich dargestellt.

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Im Buch „How Bad are Bananas? The Carbon Footprint of Everything“ habe ich gelesen, dass die Universität Lancaster pro Jahr 72.000 Tonnen CO2 verursacht. Das sind für jede Studentin und Mitarbeiterin 8.000 kg im Jahr. Der Buchautor Mike Berners-Lee ist übrigens Professor an der Uni Lancaster. Er hat auch aufgelistet, warum der Betrieb einer Universität so viele Emissionen verursacht: Strom (für Gebäude, Computer, Server, Klimaanlage): 28%, Anschaffungen: 24%, Gas (Heizen): 17%, Fahrten zur Uni: 16%, Reisen (Flüge zu Konferenzen): 13%, Wasser: 2%. Die Uni Lancaster hat laut Berners-Lee übrigens keine Mensa, deswegen gibt es keine Kategorie Food. Für das Yoga Retreat auf Bali habe ich bei atmosfair.de nachgeschaut. Ein Flug von Berlin nach Denpasar und wieder zurück verursacht: 8.196 kg CO2. Unterkunft und Essen lasse ich wie beim Studium außer Acht. Dass ein Flug nach Bali krasse Auswirkung auf den eigenen CO2 Fußabdruck hat, ist den meisten wahrscheinlich inzwischen klar. Aber ich finde es überraschend, wie viel CO2 der Betrieb einer Uni verursacht. Um diese Zahlen besser einordnen zu können: Eine Deutsche verursacht im Durchschnitt 11.640 kg CO2 im Jahr. Studium oder Urlaub in Bali entsprechen jeweils ungefähr 70% davon. Disclaimer: Ich habe 14 Semester studiert und war auch schon auf Bali. Ich hoffe, das klar geworden ist, dass unsere „this or that“ Serie nicht bedeutet: Mach dies oder das! Wir wollen einfach mehr Bewusstsein für das abstrakte Thema CO2 Fußabdruck schaffen. Manchmal mit humorvollen, manchmal mit absurden Vergleichen. Bei 30 besuchten Semesterwochenstunden je Semester, kommen wir pro Studentin auf ungefähr 8 kg CO2 für eine Seminarstunde. Wer also letzten Mittwoch bei der Vorlesung „Makroökonomik II“ von Bernd Lucke war, hat damit also ungefähr 16 kg CO2 verursacht. Wir würde jetzt ja nicht sagen: „Hey, ein Gramm Koks verursacht nur 7 kg CO2. Zieh lieber ein paar Lines als zur Vorlesung zu gehen“. Naja, bei Lucke vielleicht schon… ;-) ©️ Jonas #berlin #bali #university #yoga

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In der Rubrik „Geile Idee“ werden Vorschläge und praktische Tipps geliefert, wie etwa das Mieten eines Weihnachtsbaums für die Feiertage. „Geht doch“ zeigt, wie Unternehmen einen Schritt in die richtige Richtung gehen. Das beliebteste Format ist jedoch „This or That?“: Es vergleicht meist zwei Produkte hinsichtlich ihres CO2-Fußabdrucks, zum Beispiel Kartoffelchips und Eiscreme, Avocados und Kaffee, Einwegbecher und Thermosflasche.

„Es geht dabei nicht darum, den Leuten das ‚Schlechtere‘ zu verbieten. Sondern darum, dass die Menschen überhaupt mal ein Gespür und ein Verständnis für ihren Konsum bekommen“, so Michèle Singer.

Dass sie sich dabei selbst nicht zu ernst nehmen, zeigt sich etwa dann, wenn sie die CO2-Emissionen von „Schnee“ (Kokain) mit Schnee (eine Woche Snowboarden) vergleichen. Oder den Feierabendjoint dem Feierabendbier gegenüberstellen. Wer hätte etwa gedacht, dass eine Portion Currywurst denselben CO2-Austoß verursacht wie 16 Flaschen Bier?

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Doduerch datt ech zu Berlin studeiren, meng Famill an mein Frend zu Letzebuerg wunnen, zitt et mech heinsdo an d Heemecht. Fir Gebuertsdeeg oder Chrechtdeeg reesen ech dann vun Berlin bis Heem. Dat eicht Joer sin ech emmer mam Flieger komm, well easyjet super Angeboter haat an ech einfach schnell doheem war. Dat huet sech dann fir een Weekend richteg gelount. Eng Stonn Fluch, dat war et. Mam Auto sin ech just gefuer wann ech mei lang bliwwen sin, z.b. Chrechtdaag, wou ech dann och puer Kadoen ze transporteiren haat 😉 Doduerch datt ech mir an den leschten zwee Joer awer seu vill Gedanken em mein Konsum an generell d Emwelt gemaat hun, hun ech et net mei Akzeptabel fonnd dei Streck emmer ze fleien. Ech soen extra "net emmer", well ech net ausschleißen niemei dei Streck ze fleien. Seit deem sin ech d Streck schon öfters mam Zuch gefuer oder hun Blablacar benotzt, wou een sech d Käschten an logecherweis och den CO2 Ofdrock "deelt" an sou mei emweltfrendlech vun A no B kennt. Den Auto wier awer, wann ech alleng fueren net vill mei Emweltfrendlech wei den Flieger, MEE et ennerstetzt een awer seu Fluchgesellschaften net, wat och schon vill ass! Elo kommen mer zum Eigentlechten Punkt. FANN DEN FEHLER! Wei kann et sin, datt en Fluch vun Berlin op Letzebuerg 9,99 Euro kascht an den Zuch 99,99 Euro ? Besser kann een den Problem an eiser Gesellschaft jo baal net duerstellen. Den CO2 Ennerscheed vun der selwechter Rees ass enorm, mee den Preis och. Et muss onbedengt eppes gescheihen domad den Zuch mei belleg gett an d Fleien VILL mei DEIER. Well et ass normal datt Leit, och ech, bei seu Preiser enorm an d Versuchung kommen den Fluch ze buchen an Platz vum Zuch. Wat halt dir dovunner ? An wei reest dir ? Macht dir iech Gedanken oder haaptsach belleg and d Vakanz ? Info: Op Deitschland bezunn: Wann d Klimapaket, wat beschloss gin ass durchgesaat sollt gin verännert sech net vill. Zuch gett vun 19% op 7% gesenkt, also kascht den Zuch dann emmer nach 89 €. Wann d Luftverkehrssteuer fir Flich an Europa em 5,65 € an d luut geht, kascht den Fluch trotzdem nemmen 15,55€, wat guer neicht ass. Leider. Sid leiw matdeneen 😉 Michèle #Letzebuerg #Luxembourg #nohallteg

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Dass da sogar Kritiker und Klimawandel-Leugner schmunzeln müssen, ist gut vorstellbar. Diese verewigen sich auch gerne in der Kommentarspalte. Grundsätzlich störe Michèle Singer dies nicht, jedoch: „Was mich am meisten nervt, sind Menschen, die aus Prinzip an ihren Gewohnheiten nichts ändern und sich nicht informieren wollen. Zusammen mit jenen, die leugnen, was gerade mit unserem Planeten passiert.“

Sie wünsche sich von der Gesellschaft mehr Offenheit für Veränderungen, gleichzeitig räumt sie auch mit einem gängigen Klischee auf: „Es ist falsch anzunehmen, dass man zu 100 Prozent alles richtig machen und in allen Bereichen des Lebens vollkommen nachhaltig sein muss. Jeder sollte lediglich seinen Beitrag leisten und versuchen, sein Bestes zu tun.“ So kommt es schon mal vor, dass Michèle fliegt, anstatt mit der Bahn zu fahren, obgleich dies eine echte Seltenheit ist. Und auch ein Bio-Ei kommt manchmal auf den Tisch – aber das sind Ausnahmen, keine Routine. Worin sie jedoch noch konsequenter werden will: Plastikmüll vermeiden.

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Datt Plastikstuuten schlecht sin, datt misst mettlerweil jidereen schon weinstens eenmol heiren hun. Iwwerliewensdauer vun enger Plastikstuut ass an der Regel net mei wei 20 Minuten eiert se an der Dreckskescht leit. Bis eng Plastikstut sech an der Natur zersaat huet, dauert et puer Honnert Joer. Am Ozean unkomm, brengt den Plastik net nemmen vill Deiren em, mee land esou och an eiser Liewensmettelkette. Do schwetzt een dann vun Mikroplastik, deen op an an eisem Kierper land. Natierlech denkt een sech dann, datt en Pabeierstuut eng besser Alternativ wier. Leider ass dat net ganz esou. An der Produktioun verbraucht eng Pabeierstuut duebelt seu vill Energie wei en Plastikstuut, se gett mat Chemikalien behandelt dei schlecht fir eis Loft an d Wasser sin an se ass och nach manner Lang haltbar, well se mei schnell futti geht. Den Jutebeutel/Baamwollstäsch ass reicht ökologesch, wann een se op manst 30mol benotzt gett, well d Hierstellung enorm vill CO2 verbraucht.. Eng Stofftäsch kann d ganz Liewen benotzt gin, wat se seu nohallteg mecht. En klengen Tipp zum Schluss: Am beschten ass et generell op Tuuten ze verzichten. Et geet net dorems, alles wat "schlecht" fir eis Emwelt ass, ze ERSETZEN, mee MANNER ze verbauchen. Manner ankaafen=manner Tuuten. D Stofftäsch mat bei den Bäcker huelen, mam Rucksaak an den Supermarché gohen, mam ToGo-Becher an den Café gohen, Den Cocktail ouni Streihallem bestellen (och keen aus Pabeier), mat der eegener Verpackung bei den Metzler gohen (wann der Fleesch iesst), Uebst an Gemeis ouni Tuut oder mat rem verwendbar Stofftuuten ankaafen, Produiten selwer machen an Plaatz alles ferdeg ze kaafen, etc. (c) Michèle #luxemburg #nohallteg #plastik

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Nachhaltiger leben, auch in Luxemburg

Daran, dass aufgrund des fehlenden Bewusstseins für Nachhaltigkeit einmal die Welt untergeht, wie es häufig in Science-Fiction-Filmen dramatisch dargestellt wird, glaubt die Luxemburgerin weniger. „Ich denke nicht, dass der Planet explodiert. Fakt ist aber, dass es irgendwann ganz viele Orte nicht mehr geben wird oder sie nicht mehr bewohnbar sein werden. Städte und Landflächen werden überflutet, sodass in bereits 50 Jahren eine solche Hungersnot entstehen wird, dass uns eine große Migrationskrise bevorsteht.“

Experten zufolge soll bis 2100 die Erde um vier Grad wärmer werden. Die Hitze führt zu unfruchtbarem Boden, Menschen können sich nicht mehr versorgen, Kriege entstehen. Auch einer Rettung durch die Technologie-Industrie steht Michèle Singer skeptisch gegenüber. Sie sei ja mit daran schuld, dass wir uns in der aktuellen Lage befinden. „Technologen werden es vielleicht schaffen, für akute Probleme Lösungen zu finden. Doch ich bezweifele, dass sie die Erderwärmung stoppen können. Das können nur wir Menschen, indem wir unser Konsumverhalten ändern.“


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Das will Michèle Singer zukünftig auch hierzulande erreichen: Den Instagram-Account namens @nohalltegletzebuerg gibt es zwar schon, doch fehle ihr die nötige Zeit und ein Partner, der die Seite mit ihr betreut. Schließlich hat Michèle Singer bereits mit der Berlin-Version einen 24-Stunden-Job – und das unbezahlt, versteht sich.

So ganz sicher, ob die Luxemburger bereit für nachhaltige Veränderungen sind, ist sie sich nicht. Die 23-Jährige werde in der Heimat für ihren Lebensstil oft noch belächelt. Doch nicht alle sind so: „Bei einem Konzert haben mich zwei Jungs, die hinter der Bar gearbeitet haben, tatsächlich wiedererkannt. Sie haben mich für mein Engagement gelobt und mir ein Bier ausgegeben.“


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