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Nachhaltige Kosmetik aus dem Labor
Lifestyle 3 Min. 27.10.2021
LIST und Nuxe

Nachhaltige Kosmetik aus dem Labor

Jean-Sébastien Thomann führt durch das LIST-Labor: Durch die Zusammenarbeit mit dem Partner aus dem Großherzogtum profitiert Nuxe nicht nur von jeder Menge Expertise, sondern auch von Instrumenten, auf die das Unternehmen selbst nicht zurückgreifen kann.
LIST und Nuxe

Nachhaltige Kosmetik aus dem Labor

Jean-Sébastien Thomann führt durch das LIST-Labor: Durch die Zusammenarbeit mit dem Partner aus dem Großherzogtum profitiert Nuxe nicht nur von jeder Menge Expertise, sondern auch von Instrumenten, auf die das Unternehmen selbst nicht zurückgreifen kann.
Foto: Clemens Sarholz
Lifestyle 3 Min. 27.10.2021
LIST und Nuxe

Nachhaltige Kosmetik aus dem Labor

Bessere und nachhaltigere Wirkstoffe: Das Kosmetikunternehmen Nuxe greift auf die Expertise des Luxembourg Institut of Science and Technology zurück.

Von Clemens Sarholz

Wie kann man die natürlichen Ressourcen, die sowieso schon vorhanden sind, im Wert steigern und nutzbar machen für die Kosmetikindustrie? Wie können die Abfallprodukte der Produktion in wertvolles Material umgewandelt werden?

Diese Fragen stellten sich sowohl die Wissenschaftler des Luxembourg Institut of Science and Technology (LIST) als auch die des französischen Kosmetikherstellers Nuxe – und fanden so schließlich zusammen. Insgesamt 834.000 Euro werden nun in den kommenden sechs Jahren in ein Joint Venture investiert, das den zuvor erwähnten Fragen auf den Grund gehen wird.

Neuland für den Kosmetikhersteller 

„Wir ergänzen uns in unseren jeweiligen Expertisen“, erklärt Eve Merinville, Research and Prospective Director bei der Societé de Recherche Cosmétique (SRC), einem Tochterunternehmen von Nuxe, das seit 2012 in Luxemburg beheimatet ist. Nuxe sei ein Experte in Sachen Naturprodukte und kenne sich mit der Anwendung auf der Haut hervorragend aus, das LIST wiederum habe ein großes Fachwissen in der Materialwissenschaft. 

Die Kooperation mit einer luxemburgischen Forschungseinrichtung, gar mit einem externen Partnerlabor, ist dabei Neuland für Nuxe: Das Unternehmen besitzt 40 Patente, die bisher intern im eigenen Labor in Paris entwickelt wurden.

Die Vertragspartner sprechen von „grüner Chemie“ und bewerben ihr gemeinsames Projekt „Biomico“ (Biobased microsphere for cosmetic products). Ziel dessen ist es, die Produktion und die Produkte des Kosmetikherstellers „nachhaltiger, sicherer, effizienter“ zu gestalten und eine „Alternative“ zu gewöhnlichen Produkten anzubieten: In herkömmlichen Cremes ist der Wirkstoff in Liposomen eingeschlossen. Das sind mikroskopisch kleine Bläschen, die den Wirkstoff einkapseln. Außerdem werden häufig Lösungsmittel verwendet. Dies soll in den nächsten Jahren überflüssig gemacht werden. 

Muriel Koch, CEO der Nuxe-Gruppe, und Thomas Kallstenius, CEO des LIST, freuen sich über eine forschungsintensive Partnerschaft.
Muriel Koch, CEO der Nuxe-Gruppe, und Thomas Kallstenius, CEO des LIST, freuen sich über eine forschungsintensive Partnerschaft.
Foto: Clemens Sarholz

Alles im Sinne der Nachhaltigkeit 

Durch die Zusammenarbeit mit dem luxemburgischen Partner werde laut Nuxe ein Ansatz verfolgt, der in der Fachwelt „sustainable by design“ genannt wird. Es gehe darum, negative Umweltauswirkungen zu vermeiden, erneuerbare Ressourcen zu verwenden und die Konsumenten mit der natürlichen Umwelt zu verbinden. Nicht nur das Produkt soll besser werden, auch der Herstellungsprozess soll all diesen Anforderungen entsprechen.

Sollte die Zusammenarbeit erfolgreich sein, wird das Projekt einen nachhaltigen, kosmetischen Inhaltsstoff natürlichen Ursprungs liefern, der die Haut schützen soll und beispielsweise als Anti-Aging-Creme wirkt. Beide Partner, Forscher und Unternehmer, gehen zumindest davon aus, im Verlauf des Projektes verschiedene neue Patente entwickeln zu können – und das auch mit Unterstützung: Der Fonds National de la Recherche (FNR) erklärte sich bereits im Dezember 2020 dazu bereit, einen Teil des Projektes zu finanzieren.


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Damien Lenoble, Direktor des „Materials Research and Technology Department“ (MRT) des LIST, sagte bei der Unterzeichnung der Verträge: „Wir sind sehr stolz darauf, dass eine internationale Gruppe wie Nuxe, ein führendes Unternehmen in der Verwendung natürlicher Ressourcen, auf das LIST setzt.“ Thomas Kallstenius, CEO des LIST fügt hinzu: „Dieses Projekt beweist, dass Luxemburg als Forschungs- und Innovationszentrum sehr attraktiv ist.“

Der Löwenanteil der Forschung werde nach Angaben von LIST und Nuxe im Großherzogtum geleistet. Das biete beiden Partnern die Möglichkeit zu einer engen Zusammenarbeit. Die ebenfalls in Luxemburg angesiedelte Nuxe-Tochtergesellschaft SRC besteht aus einem Team von Wissenschaftlern, das sich der Identifizierung der Wünsche von Konsumenten widmet und technische Lösungen entwickelt und anbietet. 

Am MRT arbeiten mehr als 200 Mitarbeiter. Sie arbeiten an etwa 125 Forschungs- und Innovationsprojekten in den Bereichen Nanotechnologie, Nanomaterialien, Polymere oder Verbundwerkstoffe und intelligente Synthese. Auf diese Weise möchte es zu einer nachhaltig wirtschaftlichen Gesellschaft beitragen. Das LIST gilt mit über 600 Mitarbeitern wiederum als größte öffentliche Einrichtung für Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen in Luxemburg.  

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