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„N°5 Culture Chanel“: Couture, Kunst und ein mysteriöser Duft
Lifestyle 11 3 Min. 10.05.2013

„N°5 Culture Chanel“: Couture, Kunst und ein mysteriöser Duft

Lifestyle 11 3 Min. 10.05.2013

„N°5 Culture Chanel“: Couture, Kunst und ein mysteriöser Duft

Weltbekannt ist ihr Parfüm N°5, das Coco Chanel 1921 auf den Markt brachte. Bis zum 5. Juni gibt eine Ausstellung im Pariser „Palais de Tokyo“ einen Einblick in das Lebenswerk der Modeschöpferin und die Kultur um das mythische Parfüm.

Von Catherine Noyer

Weltbekannt ist ihr Parfüm N°5, das Coco Chanel 1921 auf den Markt brachte. Der von Ernest Beaux kreierte, zeitlose Duft hat fast ein Jahrhundert lang die Frauen begleitet und schreibt auch heute noch Erfolgsgeschichte. Bis zum 5. Juni gibt eine Ausstellung im Pariser „Palais de Tokyo“ einen Einblick in das Lebenswerk der Modeschöpferin und die Kultur um das mythische Parfüm.

Die Eröffnung der Ausstellung am 5. Mai war das Event par excellence: Leinwandstars, die alle für N°5 auf Werbeplakaten und in Spots posierten, trafen sich im „Palais de Tokyo“, um der Veranstaltung den richtigen Rahmen zu geben.

In Chanel Haute-Couture-Modellen – versteht sich: Vanessa Paradis im knappen Spitzen-Ensemble, Audrey Tautou im Seiden-Satin-Rock mit dunklem Bolero, Anna Mouglalis im weißen, mit Perlen bestickten Seiden-Ensemble und Carole Bouquet im langen Kleid mit floralem Muster und breitem Feder-Saum. Sie gehören zu der Riege der Botschafterinnen und – mit Brad Pitt – Botschaftern des 1921 kreierten Duftwassers.

Der Zugang zur Ausstellung „N°5 Culture Chanel“ führt durch einen Garten mit heimischen Pflanzen. Er soll unterstreichen, dass das Parfüm, trotz der hier erstmals verwendeten Aldehyde, ein Produkt mit natürlichen Zutaten ist.

Um die Verbindung zu den Ausstellungsräumen zu schaffen, wurde die Anzahl der Pflanzen – 5.000 – an die Zahl der Bücher der Bibliothek von Gabrielle Chanel angepasst.

Mysterium um die Person Coco Chanel

Da Bücher eine fundamentale Rolle im Leben der Modeschöpferin spielen, bildet eine Bücherreihe das Rückgrat der Ausstellung, das durch die Mitte der beidseitig angeordneten Vitrinen verläuft. Entschlüsseln soll die Ausstellung nicht nur das Mysterium um ein solch legendäres Parfüm wie N°5, sondern auch um die Person Coco Chanel, die sich mit avantgardistischen Künstlern dieser Epoche umgab.

Am Anfang der Ausstellung steht die Liebesgeschichte von Gabrielle Chanel und Arthur Capel, einem britischen Bergwerksbesitzer, der ihr den Horizont für die Literatur und die Esoterik öffnete. Als er 1919 durch einen Unfall stirbt, klammert sie sich an die Bücher, die er ihr schenkte und an Zeichen und Zahlen, die für beide eine besondere Bedeutung hatten, um ihre Trauer zu bewältigen.

Eine Reise nach Venedig lässt sie für die Lagunenstadt entflammen und einige Jahre später eine Liaison mit Großherzog Dimitri Pavlovitch von Russland träumen. All diese Einflüsse spielen in die Duftkreation von Ernest Beaux, der Gabrielle Chanel ein Parfüm für die Ewigkeit kreiert.

1921 erblickt N°5 das Licht der Welt – kurz nach der Revolution der Kunst durch den Kubismus in Frankreich und den Futurismus in Italien. Abstraktion ist angesagt ob in der bildenden Kunst, Poesie, Literatur oder Musik. Zu Coco Chanels Freundeskreis zählen unter anderem Cocteau, Picasso, Apollinaire, Stravinsky und Dali.

Manifest für Modernität

Dazu passt ein Parfüm, dass durch seinen mysteriösen Duft und seine Bezeichnung ebenso abstrakt ist. N°5 scheint ein Manifest für Modernität – parallel zu Kubismus, Dadaïsmus und Surrealismus.

In diesem Kontext steht die Ausstellung. Anhand von Briefen, Büchern, Fotos und zahlreichen Kunstobjekten, die für Gabrielle Chanels Kreativität von Bedeutung waren, wird die Verbindung zu N°5 und der Zeit des künstlerischen Umbruchs hergestellt. Der puristische Flakon, der an eine Apotheken-Phiole erinnert, wird als Kunstobjekt dargestellt und seine Entwicklung mit Verpackung und Etikett demonstriert.

Nicht fehlen dürfen die Film-Ikonen, die das Parfüm in der Werbung präsentierten. Allen voran Marylin Monroe, die auf eine Interviewfrage, wass sie nachts trage, mit „nur Chanel N°5“ antwortete und Catherine Deneuve, deren damaliger Look auf dem Foto von Richard Avedon ein Ebenbild von Brancusis „Beauté Idéale“ sein könnte. Die Ausstellung ist eine Reise in das Chanel-Universum. Im Zentrum steht die Kreation, die dem Besucher auf verschiedene Art vermittelt wird. Gabrielle Chanel starb 1971. Ihr mythisches Parfum schreibt weiterhin Erfolgsgeschichte. Mit N°5 hat sich die Modeschöpferin über Raum und Zeit hinweg gesetzt.

  • „N°5 Culture Chanel“ bis zum 5. Juni 2013, Palais de Tokyo, 13, Avenue du président Wilson, 7516 Paris.
  • Ein Interwiev mit Chanel-Parfümeur Jacques Polge finden Sie auf den Lifestyle-Seiten in der Freitagausgabe des ''Luxemburger Wort''.

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