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Möbelmesse IMM Cologne: „Purismus ist out"
Lifestyle 3 Min. 18.01.2016

Möbelmesse IMM Cologne: „Purismus ist out"

Einen Retro-Touch haben viele aktuelle Möbelentwürfe - zum Beispiel die Beistelltische LO12 und LH12 von Müller Möbelwerkstätten.

Möbelmesse IMM Cologne: „Purismus ist out"

Einen Retro-Touch haben viele aktuelle Möbelentwürfe - zum Beispiel die Beistelltische LO12 und LH12 von Müller Möbelwerkstätten.
Foto: Koelnmesse
Lifestyle 3 Min. 18.01.2016

Möbelmesse IMM Cologne: „Purismus ist out"

Oft sind es die kleinen Dinge, die ein Möbel wirklich liebenswert und bequem machen: gute Rollen, robuste Oberflächen und technische Finessen wie eine Aufladestation fürs Handy in der Kommode. Auf der IMM Cologne sind ab diesem Montag viele solcher Ideen zu sehen.

(dpa/tmn) -  Sind grüne Sofas 2016 im Trend? Kommt die Farbe Rot in Mode oder werden Stühle voluminöser? Dies soll sich auf der Internationalen Möbelmesse IMM Cologne in Köln (noch bis 24. Januar) zeigen. Aber wirkliche Revolutionen kann die Möbelbranche dort und derzeit allem Anschein nach nicht bieten. Muss sie aber auch nicht, finden Experten. Sie kann auch einfach nur das Vorhandene erst mal noch besser und bequemer im Gebrauch machen.

Letztlich ist die Zeit der großen Trends vielleicht ohnehin vorbei. Ein Megatrend sei nämlich die Individualisierung der Einrichtung, schreibt der Verband der Deutschen Möbelindustrie in einem aktuellen Trendbericht. „Es gibt nicht mehr die eine Hauptrichtung“, sagt auch IMM-Sprecher Markus Majerus. Was also können wir erwarten von der größten deutschen Einrichtungsmesse? Ein Überblick:

Ausgefeiltere Details

Viele Neuheiten haben nichts mit der Optik zu tun. „Die Möbelhersteller sind innovativ in den Details“, sagt Ursula Geismann. So werden etwa Beschläge immer besser. „Oberflächen sind nicht mehr so empfindlich gegenüber Fingerabdrücken“. Und Bezugsstoffe für Sofa und Stühle werden immer robuster. „Man kann einen weißen Bezug nehmen und muss nicht Angst haben, dass er nach zwei Wochen dreckig ist“, berichtet die Trendexpertin. „Es geht den Designern um komfortables Wohnen durch größtmögliche Unterstützung der Möbel selbst.“

Mehr Gemütlichkeit und Authentizität

Flauschige Kissen, warme Farben, sanfte Materialien und Formen sind schon seit ein paar Saisons der Zug, auf den immer mehr Einrichtungsfirmen aufspringen. Und auch 2016 ist eines der oft gehörten Schlagworte auf der Messe sein: Gemütlichkeit. Das heißt im Grunde: „Wir sind ganz weg von kühlen, zurückhaltenden Sachen“, erklärt Geismann.

Gemütliches Wohnen bleibt im Trend, dabei werden die Sofas aber wieder schmaler und filigraner. So hat etwa der Hersteller Verzelloni gemeinsam mit dem Designstudio Lievore Altherr Molina das Sofa Divanitas von 1996 in moderner Ausführung wieder aufgelegt.
Gemütliches Wohnen bleibt im Trend, dabei werden die Sofas aber wieder schmaler und filigraner. So hat etwa der Hersteller Verzelloni gemeinsam mit dem Designstudio Lievore Altherr Molina das Sofa Divanitas von 1996 in moderner Ausführung wieder aufgelegt.
Foto: Koelnmesse

Daneben wird wieder mehr Wert auf Dekorationen im Raum gelegt - Purismus ist definitiv out. So wird der Käufer laut den Experten auch diese nicht unbekannte Designidee noch häufiger im Handel finden: Möbel und Wohnaccessoires mit einer Geschichte - wenn auch keine konkrete. Es reicht schon, wenn ihr Besitzer sagen kann, dieser Bilderrahmen besteht aus alten Schiffsplanken aus Indonesien. Oder dieser Tisch entstand aus altem Bauholz - mitsamt sichtbarer Gebrauchsspuren.

Aber: Parallel zur Gemütlichkeit werden Möbel immer kleiner und wirken auch luftiger und leichter. „Wir sind weg von den voluminösen Maßen der 2000er Jahre. Damals waren Sofas so groß wie ganze Wohnlandschaften“, sagt Trendexpertin Geismann.

Das schlaue Zuhause

„Das Telefon nimmt immer mehr Raum ein, auch wenn wir über das Wohnen sprechen“, sagt IMM-Sprecher Majerus. Und in der Tat, das Smart Home - das schlaue Haus - ist ein im Moment fast schon gebetsmühlenartig verwendeter Begriff der Branche. Lichter, Rollläden, Heizungen und sogar Küchengeräte werden vernetzt und online sogar aus der Ferne steuerbar. Die immer stärkere Einbindung der Kommunikationsgeräte geht auch an den Möbeln nicht spurlos vorbei: Kommoden bekommen zum Beispiel eine integrierte Dockingstation zum Aufladen, Sideboards integrieren unauffälliger einen Fernseher, und Spiegel fürs Bad kommen mit TV-Flächen.

Smarte Details sind die wirklichen Neuheiten bei den Möbeln, die Einrichtungsfirmen auf der Messe IMM Cologne präsentieren: Der Schreibtisch Sol von Team 7 hat eine Steckdose mit USB-Anschluss und eine Ladestation für Mobiltelefone.
Smarte Details sind die wirklichen Neuheiten bei den Möbeln, die Einrichtungsfirmen auf der Messe IMM Cologne präsentieren: Der Schreibtisch Sol von Team 7 hat eine Steckdose mit USB-Anschluss und eine Ladestation für Mobiltelefone.
Foto: Koelnmesse

Und hier soll es tatsächlich die eine oder andere herausragende Innovation auf der IMM zu sehen geben: Messe-Sprecher Majerus berichtet etwa von der Vorstellung eines Teppichs mit Sensoren. „Er erkennt, wenn ein Mensch darauf fällt oder darauf liegt und löst etwa Alarm aus.“ Für Haushalte mit Pflegebedürftigen eine interessante Idee.

Modernisierte Neuauflagen

Schon seit ein paar Saisons bringen Möbelunternehmen alte Klassiker wieder auf den Markt. Manchmal werden diese Re-Editionen auch ein wenig den modernen Zeiten angepasst, erklärt Majerus. Das müssen aber nicht mal wirklich alte Klassiker sein. Die Hersteller bedienen sich auch schon an Möbeln aus den 1990er-Jahren, Sofas aus dieser Zeit werden zur IMM neu aufgelegt mit an die heutigen Bedürfnisse angepassten Proportionen von Sitz und Rückenlehne.

Oder es werden Möbel im Stil des Altbekannten nachgebaut - nach einem kurzen Ausflug in die 60er und 70er Jahre sehen Trendexperten wie Katharina Semling nun die 50er mit Cocktailsessel und grafischen Mustern verstärkt im Kommen, wobei sich Möbel und Einrichtungsaccessoires dieser Jahrzehnte in der Wohnung vermischen dürfen. „In meiner Welt fließt alles ineinander“, sagt Semling. Es ist ja nicht so, als hätte man früher auch ständig die komplette Einrichtung ausgetauscht.

Besucherinfos

Für die Öffentlichkeit ist die IMM Cologne vom 22. bis 24. Januar, jeweils von 9.00 bis 18.00 Uhr beziehungsweise am Sonntag von 9.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Vom 18. bis 21. Januar haben nur Fachbesucher Zutritt. Im Rahmen der IMM findet in diesem Jahr auch die Trendschau Living Interiors für Bad- und Raumkonzepte statt.


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(ACHTUNG - HANDOUT - Nur zur redaktionellen Verwendung durch Themendienst-Bezieher im Zusammenhang mit dem genannten Text und nur bei vollständiger Nennung des nachfolgenden Credits.) Foto: Emu/dpa-tmn
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(ACHTUNG - HANDOUT - Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit dem genannten Text und nur bei vollst�ndiger Nennung der Quelle. Die Ver�ffentlichung ist f�r dpa-Themendienst-Bezieher honorarfrei.) Foto: Wittmann
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