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Mode fürs Oktoberfest 2014: Zünftige Trends fürs Oktoberfest
Lifestyle 18 6 Min. 13.09.2014

Mode fürs Oktoberfest 2014: Zünftige Trends fürs Oktoberfest

 Fünf Tipps für ein gelungenes Wiesn-Outfit.

(NW) - Es ist eine ganz besondere Jahreszeit, die „Wiesnzeit“, für manche die wichtigste Zeit im Jahr überhaupt. Da werden Kalendertage im Countdown gezählt, Urlaube schon weit im Voraus geplant und die notwendigen Vorbereitungen getroffen. Dazu zählt – neben einem gesicherten Platz im Bierzelt – die richtige Tracht. Denn die ist auf dem original Oktoberfest in München ebenso angesagt wie auf all den „Ablegern“ der Oktoberfesttradition, die auch in der Großregion stattfinden.

1. Das Dirndl diesmal knielang

Die Dirndlmode erfreut sich anlässlich passender Festivitäten auch hierzulande großer Beliebtheit. Wobei die Damen, die auf einen modischen Auftritt wert legen, wissen sollten, dass Mini-Dirndl in schrillen Farben diese Saison absolut passé sind. Die Dirndl-Dame setzt wieder auf Qualität und Tradition. So wird das bayrisch inspirierte Kleid aktuell knielang getragen. Stoffe und Schnitte orientieren sich stärker am Vorbild des Originals. Das „Dirndl 2014“ des Münchner Modehauses Hallhuber etwa kombiniert ein klassisches Jacquardmuster mit einer passenden Schürze aus reiner Seide. Eines der drei aktuell erhältlichen Modelle stammt aus dem letztjährigen „Dirndl-Design-Contest“, den die Mode-Designerin Caroline Schmid mit ihrem Entwurf gewann. Auch für das Jahr 2015 wird der Wettbewerb wieder ausgeschrieben, jedoch ist Einsendeschluss bereits heute, am 12. September.

Wer bereit ist, etwas tiefer ins Portemonnaie zu greifen, findet klassisch inspirierte und mit frischen Ideen durchzogene Couture-Dirndl etwa bei Anina W. Die handgefertigten Edelstücke der Münchner Designerin Anja Nina Württemberger liegen in einer Preisklasse von etwa 400 bis 1 300 Euro. Auf diesem Niveau befinden sich auch die noch deutlicher mit Ethno-Mustern kombinierten und ebenfalls handgearbeiteten Kreationen von Caroline Elleke und ihrer jungen Marke Owloon.

Unter das Dirndlmieder gehört die dazugehörige Bluse, klassisch weiß oder schwarz. Darunter wiederum ein gut sitzender Balconette- oder Push-up-BH, der für ein schönes Dekolleté sorgt. Ganz raffiniert und obendrein noch praktisch für die moderne Wiesnkönigin, die gerne beim Maßstemmen beide Hände frei hat: ein Strumpfband, das gleichzeitig als Tasche für Geld oder Handy dient.

2. Passendes Schuhwerk und Wiesn-Accessoires

Das passende Schuhwerk zum Dirndl besteht auch in diesem Herbst aus den allseits beliebten Ballerinas. Eine gute und bequeme Wahl, sofern das Wetter mitspielt. Wird es kühl oder gar nass, empfehlen sich festere Schnürstiefel im Alpen-Look.

Perfekt wird das Wiesn-Outfit dann mit Accessoires, wie ein farblich abgestimmter Haarreif oder Hut, die gerne verspielt mit den traditionellen Elementen wie Federn, Beeren und anderen Applikationen umgehen dürfen.

Weiter schmücken darf Frau ihr Dirndl ganz traditionell mit einem „Charivari“. Diese Zierde war ursprünglich den männlichen Trachtenträgern vorbehalten. Denn ursprünglich galt der Wamsschmuck als Talisman für eine erfolgreiche Jagd und war für die Landwirte ein wertvolles Statussymbol. Die moderne Damen-Ausführung des Charivari besteht aus einer silbernen Kette mit unterschiedlichen Talisman-Anhängern oder auch Perlenen. Getragen wird der Kleiderschmuck entweder vorne an der Schürze oder am Mieder.

Aber auch Hals- und Armschmuck sind zum Dirndl erlaubt. Eine Sonderedition hat Thomas Sabo dem beliebten Volksfest gewidmet und Charms mit typischen Wiesnmotiven wie Lebkuchenherzen oder Brezen kreiert, die nach Belieben kombiniert und am Armband, der Kette oder am Charivari getragen werden können.

3. Vorsicht mit dem Schürzenknoten

Wo die Dame ihre Schürze knotet, sollte übrigens weder der persönlichen Vorliebe noch dem Zufall überlassen bleiben. Denn der Sitz des Knotens ist eine heikle Botschaft für die informierte Männerwelt.

Knoten links auf Seiten der Trägerin heißt: „Ich bin ledig und zu haben.“ Schleife rechts: „Ich bin fest liiert oder verheiratet, also Vorsicht.“ Schleife vorne mittig bedeutet: „Achtung, ich bin noch Jungfrau.“ Schleife hinten gebunden: „Ich bin verwitwet – oder Kellnerin.“ Denn auch bei den Kellnerinnen wird die Schürze, unabhängig ihres Familienstandes, generell auf dem Rücken gebunden. Ohrringe zur Tracht sind typischerweise Stecker oder kurze Hänger. Keinesfalls Kreolen oder lange Hänger. Das Haar darf hochgesteckt, geflochten oder auch leicht gewellt offen getragen werden. Bei Kurzhaarschnitten ist Natürlichkeit angesagt. Der sichtbare Einsatz von Haarspray oder Wetgel ist quasi verboten.

4. Lederhose bleibt die erste Wahl

Für den Herren ist der Griff zur Lederhose auch in diesem Jahr die richtige Wahl. Aber auch hier gilt der Trend zur Knielänge. Denn traditionsgemäß wurde die kurze Version der bayerischen und österreichischen Gebirgstracht bei der Arbeit und zur Jagd getragen, während die Kniebundhose eher als Festtagshose galt. Ob mit oder ohne ledernen Hosenträger getragen, bleibt der persönlichen Vorliebe überlassen.

Wenig Kompromisse gibt es jedoch in Sachen Schuhe: Stilsicher sind klassische Haferlschuhe, zur Bundhose mit langen Bundhosenstrümpfen getragen, die man bis übers Knie hinaufzieht und dort umschlägt. Wichtig noch die Reihenfolge beim Ankleiden: Erst die Strümpfe, dann die Bundhose. Diese wird dann unter dem Knie zugebunden, damit der Bundhosenstrumpf nicht aus dem Hosenbein rutscht. Den Namen „Krachlederne“ erhält eine Lederhose übrigens erst nach längerem Gebrauch, mit den typisch speckigen Glanz, den das Leder durchs Tragen erhält.

Noch ein Hinweis zum Thema Qualität: Eine Trachten-Lederhose wird in der Regel aus sämisch gegerbtem Hirschleder oder anderem weichen Leder hergestellt. Rindsleder wird nur bei industrieller Massenware verwendet. Bei handgearbeiteten Hosen wird das Leder für die typischen Zierstickereien nur angestochen, sodass die bestickten Felder leicht aufwölben, während das Leder bei maschineller Bearbeitung simplerweise durchstochen wird. So erschließen sich auch dem Laien die teils deutlichen Preisunterschiede bei den unterschiedlichen Trachtenhosen-Modellen. Zu den traditionellen Naturfarben werden aktuell auch gefärbte Lederhosen angeboten, wobei die Farben Blau und Rot zu gefälligsten Ausführungen zählen.

5. Hemd oder T-Shirt -  beides erlaubt

Passender Begleiter der Lederhose ist und bleibt das farblich abgestimmte Hemd in klassischem Vichy-Karo, auch „Bauernkaro“ genannt. Hier reicht die Auswahl aktuell von schlichten Hemden bis zu Varianten mit Details wie Hirschknöpfen oder Stickereien, deren übermäßige An-bringung jedoch mit Vorsicht zu genießen ist. Wer sich mit Hemden partout nicht anfreunden kann, darf auch T-Shirt tragen. Bevorzugt in Weiß, wenn bedruckt, dann mit klaren, großflächigen Motive.

Die gezeigten Modelle stammen von folgenden Marken:

Anina W.

Hallhuber

Konplott

Krüger Dirndl

Limberry

Owloon

Trachten Häringer

S. Oliver

Stockerpoint

Tamaris

Thomas Sabo


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(Die Veröffentlichung ist für dpa-Themendienst-Bezieher honorarfrei. Das Bild darf nur in Zusammenhang mit dem genannten Text, nur bei Nennung der Bildquelle und nur bis zum 15. September 2012 verwendet werden.)  Foto: Tourismusamt München/dpa/tmn