Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Mit Mut zum Muster
Lifestyle 2 Min. 03.02.2017 Aus unserem online-Archiv
Yileste

Mit Mut zum Muster

Stephanie Comes: „Ich kenne meine Kundin, die selbstständige und selbstbewusste Frau, die keine Scheu vor Mustern hat.“
Yileste

Mit Mut zum Muster

Stephanie Comes: „Ich kenne meine Kundin, die selbstständige und selbstbewusste Frau, die keine Scheu vor Mustern hat.“
Foto: Inna Ganschow
Lifestyle 2 Min. 03.02.2017 Aus unserem online-Archiv
Yileste

Mit Mut zum Muster

Wie stellt man sich das Leben eines Modedesigners vor? Lange ausschlafen, ein wenig zeichnen und den Rest von Assistenten erledigen lassen? Nicht so ganz, wie uns Stephanie Comes verrät, die mit ihrem Label Yileste in Luxemburg großen Erfolg hat.

von Inna Ganschow

Stephanie Comes wollte schon immer Designerin werden. Sogar der Name ihrer Marke stand für die 33-Jährige bereits fest, als sie noch ein kleines Mädchen war. Fasziniert von einer feurigen Amerikanerin mit kubanischen Wurzeln, bildete sie aus den Anfangsbuchstaben ihrer Namen den Begriff „Yil-e-ste“.

Damit stand die Identität der Marke fest: Die Zusammensetzung aus einem leidenschaftlichen Vorbild und eigener Kraft. Wie viel Kraft aber der Weg zum eigenen Modehaus abverlangen würde, war zu keinem Zeitpunkt abzusehen.

Europaweite Ausbildung

Nach dem Fachabitur in Lille, dem Studium an der Esmod-Modeschule in Roubaix und einem Master-Abschluss in Florenz folgten Praktika und Kurse in High End Finishing in Frankreich, Textilmusterentwurf bei Marimekko in Finnland, ein Praktikum bei Ana Salazar in Portugal und eine Ausbildung für Selbstständige in Steuer- und Buchhaltung in Luxemburg.

Inzwischen kann Comes auch auf langjährige Erfahrung mit Stoffherstellern in Italien zurückblicken, denn die Prints für die Stoffe in ihren Kollektionen entwirft sie selbst: „Das ist ja die Basis jeder Kollektion und ich möchte sie von Kopf bis Fuß komplett selbst entworfen haben“, so Comes. „Außerdem kenne ich meine Kundin, die selbstständige und selbstbewusste Frau, die keine Scheu vor Mustern hat. Wir haben auch eine Stylistin, die regelmäßig individuelle Beratung für Kundinnen anbieten, falls mal etwas auf der Kippe steht“. 

Die Stoffe werden in Italien hergestellt, Strickware aus Bio-Baumwolle fertigt für Yileste ein kleines Familienunternehmen in Indien an, genäht wird in Litauen und Estland. Die Auslagerung der Produktion hat jedoch keine finanziellen Gründe: „Entscheidend war für mich die einmalige Tradition und das Handwerk, das bestimmte Unternehmen pflegen, wodurch ich in meinem Modehaus Kleidung in Spitzenqualität anbieten kann. Da ist mir die Entfernung von der Fabrik nicht wichtig, solange ich meinen Kundinnen versichern kann, dass die Stoffe schadstofffrei und die Farben hypoallergen sind sowie jede Naht und Masche von Meisterinnen der höchsten Klasse angefertigt wurde“, erklärt Comes.

Stephanie Comes lässt die Stoffe für ihre Kollektionen weltweit anfertigen, unter anderem in Italien und in Indien. Die Fertigung erfolgt in Litauen und Estland.
Stephanie Comes lässt die Stoffe für ihre Kollektionen weltweit anfertigen, unter anderem in Italien und in Indien. Die Fertigung erfolgt in Litauen und Estland.
Foto: Inna Ganschow

Alltag einer Designerin

Und wie sieht es mit dem Traumalltag einer Modedesignerin aus, die bis Mittag schläft, dann im Café Passanten beobachtet und schließlich im Studio eine Kollektion aus dem Ärmel schüttelt? Comes hält ein Lächeln zurück.

„Die beste Inspiration war für mich schon immer die bildende Kunst. Ich liebe den Österreicher Gerward Rockenschaub und den Amerikaner Karl Benjamin. Mich inspiriert auch Architektur mit klaren geometrischen Linien. Zweimal im Jahr entwerfe ich eine Kollektion mit etwa 60 Modellen, zu jedem fertige ich zusammen mit der Maßschneiderin außer einem Schnitt auch eine technische Zeichnung mit den Anweisungen für die Fabrik an. Die meiste Zeit verbringe ich daher in meinem Büro am Computer. Und ich träume davon, keine Zeit mehr durch Schlafen verlieren zu müssen“, so die Designerin.

Das Label, das vor einigen Jahren in der Garage von Stephanie Comes' Mutter geboren wurde, ist mittlerweile zu einem Modehaus mit Prêt-à–porter-Modellen in der Côté d'Eich herangewachsen. Hat sie vielleicht für angehende Modedesigner einen Tipp, was man außer Talent, Fleiß und Glück noch mitbringen sollte? Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten. „An sich selbst glauben, Familienunterstützung sichern und beruflich fähig sein, für jeden im eigenen Unternehmen einspringen zu können.“


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Eine erstaunliche Laufbahn
Mit der Geschmacksvorliebe des neuen amerikanischen Präsidenten ist Gold nicht nur zu Weihnachten ein Thema. Über die zwiespältige Karriere einer Farbe.
sdfg
Renzo Rosso im Interview
Fashion für urbane Fitnessfreaks: Diesel-Gründer und Modeunternehmer Renzo Rosso spricht über die erste Sportswearkollektion der italienischen Marke.
Comeback der Kopfbedeckung
Lange von der modischen Bildfläche verschwunden, erscheint der Hut wieder vermehrt auf prominenten Köpfen und bahnt sich so seinen Weg auf die Straße zurück. Wie kommt es zu dieser Rückbesinnung auf einstige Eleganz und Stilgepflogenheit?
Lady Gaga
Die Stofftrends von der Messe Heimtextil
Auf der Heimtextil, einer internationalen Messe für Wohn- und Objekttextilien in Frankfurt, zeigt sich gerade, auf welche Farben und Muster die Stoffproduzenten 2017 bei Kissen, Vorhängen und Bezugsstoffen setzen.
Zum Themendienst-Bericht vom 11. Januar 2017: Samt gilt aktuell als Trend für Bezüge und sonstige Textilien in der Einrichtung.
(ACHTUNG - HANDOUT - Nur zur redaktionellen Verwendung durch Themendienst-Bezieher im Zusammenhang mit dem genannten Text und nur bei vollständiger Nennung des nachfolgenden Credits.) Foto: #GibDirStoff/Jab