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Microsofts Surface Headphones im Test
Lifestyle 3 Min. 10.04.2019

Microsofts Surface Headphones im Test

Elegant, aber nicht wirklich für das ganz kleine Reisegepäck. Die Surface Headphones lassen sich nicht sonderlich klein zusammenlegen.

Microsofts Surface Headphones im Test

Elegant, aber nicht wirklich für das ganz kleine Reisegepäck. Die Surface Headphones lassen sich nicht sonderlich klein zusammenlegen.
Foto: dpa
Lifestyle 3 Min. 10.04.2019

Microsofts Surface Headphones im Test

Wenn doch nur alle Kopfhörer so einfach zu bedienen wären wie die Surface Headphones von Microsoft. Beim ersten drahtlosen Kopfhörer der Redmonder ist einiges ziemlich gelungen - aber nicht alles.

(dpa) - Lärm. Telefone klingeln, Tasten klappern, auf der Straße dröhnt der Bus vorbei und gegenüber auf der Baustelle rattert irgendein Werkzeug. Das Gute daran: Es braucht nur einen Dreh mit der linken Hand an Microsofts Surface Headphones - und: Stille.

Drahtlose Kopfhörer sind längst keine Besonderheit mehr, auch aktive Geräuschunterdrückung (Noise Cancelling) ist seit Jahren zu haben. Große Namen wie Bose, Sony, Beats oder Sennheiser dominieren den ziemlich hochpreisigen Markt. Kein Problem für Microsoft, Vorhang auf für die Surface Headphones im aktuellen Microsoft-Design.

Die Kopfhörer in mattem Grau mit einigen Aluminium-Dekorationen sind in jeder Hinsicht erstaunlich: Sie sehen schwer und klotzig aus, tragen sich aber äußerst angenehm. In Inneren steckt normales Bluetooth zur Übertragung von Musik, keine höherwertigen Übertragungstechnologien wie aptX oder AAC. Ungewöhnlich in der 380-Euro-Preisklasse. Trotzdem klingen sie überwiegend recht gut. Und trotz der Abwesenheit von Knöpfen und Schaltern haben sie ein sehr durchdachtes Bedienkonzept.

Wo man nämlich bei anderen Kopfhörern über hakelige Sensorflächen wischen oder Schalterwippen bedienen muss, wird beim Surface Headphone einfach gedreht. Dafür gibt es an jeder Seite einen einfach zu greifenden Ring. Am rechten Ohr drehen regelt die Lautstärke, am linken Ohr drehen die Geräuschunterdrückung. Die in den Ringen liegenden Sensorflächen nehmen die üblichen Tipp-Kommandos entgegen. Einmal für Play/Pause, zweimal für den nächsten Song, dreimal für den vorherigen, lange Drücken für den jeweiligen Sprachassistenten.

Ist der Akku leer oder Bluetooth keine Option, kommt der Ton auch per 3,5-Millimeter-Klinke auf die Ohren.
Ist der Akku leer oder Bluetooth keine Option, kommt der Ton auch per 3,5-Millimeter-Klinke auf die Ohren.
Foto: dpa

Sprachassistenten? Jawohl, die Surface Headphones verbinden sich mit allen Bluetooth-fähigen Geräten - egal ob darauf nun Windows, Android, iOS oder macOS läuft. Apple-Nutzer sprechen dann statt mit Cortana oder dem Google Assistant mit Siri. Die Koppelung klappt problemlos und schnell, mehrere Geräte sind auch kein Problem.

Noch einmal zurück zu den Sensorflächen: Es reicht, sie leicht zu berühren. Tippt man sie auch nur mit etwas Kraft an, schallt es unangenehm laut durch den Kopfhörer.


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Satter Klang

Und wie klingen sie nun? Wer sie mit Streamingdiensten ohne HD-Audio nutzt, wird die Abwesenheit von aptX oder AAC wohl nie bemerken. Obwohl Microsoft durch die Abwesenheit dieser Übertragungstechnologien hier etwas Potenzial links liegen lässt, klingen die Surface Headphones reichlich satt, vor allem bei höherer Lautstärke. Rock, Klassik, Elektro - läuft alles gut durch. Bei leisen Tönen fehlt es manchmal an Details, auch die richtig wuchtigen Bässe fehlen. Ansonsten gibt es nichts zu meckern.

Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist die Geräuschunterdrückung. Positiv: Sie verursacht im Test keine unangenehmen Druckgefühle auf den Ohren. Negativ: Viele Modelle von Sony, Bose oder Sennheiser filtern Geräusche gefühlt besser, auch in deutlich niedrigeren Preisregionen. Praktisch: Der Drehregler erlaubt eine Dosierung der Geräuschbremse. Ungewöhnlich: Dreht man den Regler ganz nach hinten, verstärken die Surface Headphones Geräusche sogar und leiten Stimmen ziemlich deutlich durch. Wer schon immer mal das Telefongespräch der Kollegen mithören wollte, nur zu.

Im Alltag erweisen sich die Surface Headphones als ziemliche Langstreckenläufer. Die rund 15 Stunden Akkulaufzeit im Beipackzettel sind sehr realistisch. Frischer Strom kommt per USB-C und lädt den Akku in weniger als zwei Stunden auf. 15 Minuten Ladung bringen eine Stunde Hörzeit, ist der Strom alle, lassen die Kopfhörer sich auch per Kabel verbinden.

Die Surface Headphones verbinden sich via Bluetooth 4.2 mit allen möglichen Abspielgeräten.
Die Surface Headphones verbinden sich via Bluetooth 4.2 mit allen möglichen Abspielgeräten.
Foto: dpa

Ein wenig hinderlich ist die Größe der Surface Headphones. Die graue Transportbox nimmt im Reisegepäck ziemlich viel Platz weg. Und dann ist da noch eine Sache: der Duft. Packung, Transportbox und Kopfhörer verströmen leider in den ersten Wochen einen ziemlich unangenehmen chemischen Geruch. Und noch eine Sache ist unpraktisch: Frische Software und Feineinstellung der Kopfhörer gibt es nur über eine Windows-10-App.

Fazit: Für rund 380 Euro gibt es mit den Surface Headphones einen wohlklingenden Kopfhörer mit einem gut durchdachten Bedienkonzept und viel Tragekomfort. Am Ende scheitern die Surface Headphones aber ein wenig an sich selbst. Für das gleiche Geld - oder auch 100 Euro weniger - gibt es bei der Konkurrenz die gleiche Leistung oder mehr. Dann aber ohne die praktischen Drehringe und das dezent-elegante Microsoft-Design.    


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