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Metallic-Look, Granny-Chic und Flamenco-Vibes: Alles neu
Lifestyle 3 Min. 27.01.2016

Metallic-Look, Granny-Chic und Flamenco-Vibes: Alles neu

Alexander McQueen setzt auf viktorianisch inspirierte Rüschenkleider.

Metallic-Look, Granny-Chic und Flamenco-Vibes: Alles neu

Alexander McQueen setzt auf viktorianisch inspirierte Rüschenkleider.
Foto: Reuters
Lifestyle 3 Min. 27.01.2016

Metallic-Look, Granny-Chic und Flamenco-Vibes: Alles neu

Der Winterschlussverkauf ist noch nicht vorbei, und schon hängen die ersten Outfits der Frühjahr- und Sommerkollektionen in den Läden. Auch wenn es für so manchen Trend noch zu kalt ist, steigern schulterfreie Tops, Blumenprints und luftige Seidenkleider schon jetzt die Vorfreude auf den Sommer.

(miz) - Das US-amerikanische Farbinstitut Pantone ist wegweisend, was Trendtöne angeht und kürt jedes Jahr die „Farbe des Jahres“. 2016 hat man sich erstmals für zwei Nuancen entschieden: „Rose Quartz“ und „Serenity“ – das eine ist ein helles Rosa, das andere ein sanftes Babyblau. Die Entscheidung erklärt Pantone wie folgt: „Nachdem immer mehr Konsumenten nach Achtsamkeit und Entspannung als Gegenpol zum Stress des modernen Lebens suchen, rücken warme Farben in den Vordergrund, die psychologisch unserer Sehnsucht nach Ruhe und Sicherheit entsprechen.“

Karl Lagerfelds Ideen für die kommende Saison.
Karl Lagerfelds Ideen für die kommende Saison.
Foto: Chanel

Neben Rosa und Blau zählen Metallic-Farben zu den Trends des Sommers. Die Pariser Designerin Isabel Marant schickt ihre Models in bestickten Folklore-Blusen und goldfarbenen Hosen über den Laufsteg, bei Chanel schimmern Tweed-Kostüme, Jacken und Accessoires in kühlem Silber. Besonders elegant wirken Gold und Silber, wenn sie mit Naturtönen, Weiß oder Schwarz kombiniert werden – so können die Trendtöne nichts nur abends, sondern auch tagsüber getragen werden.

Fast wie früher

In der Mode geht ein Wandel vonstatten. Maßgeblich daran beteiligt ist Gucci-Designer Alessandro Michele, der mit seinen Kollektionen nicht nur einen wahnsinnigen Gucci-Hype angezettelt hat, sondern auch ein Vintage-Revival ins Rollen brachte. Seine Kollektion ist eine Hommage an das Italien der 1970er-Jahre und erinnert an ausgefallene Flohmarktfunde. Zu sehen: ein außergewöhnlicher Mustermix, hochgeschlossene Schluppenblusen, bunte Plisseeröcke, Mäntel in Schlangenlederoptik. Der neue „Tanten-Look“ ist extravagant, aber auch elegant, nicht sexy aber „angezogen“.

Ähnlich Retro sind die Outfits bei Prada: kantig geschnittene Kostüme, dazu bunte Blusen, viel Tweed und auffälliger Schmuck. Für Vintage-Anfänger ein gewagter Trend. Nächste Saison lohnt es sich aber, in ein bis zwei Keypieces zu investieren. Entweder eine hochgeschlossene Bluse mit Blumenmuster zur Jeans kombinieren oder eine klassische Henkeltasche zum Bürolook – das gibt dem Outfit ein gewisses Nostalgie-Flair, ohne dass es „too much“ ist.

Metallic trifft auf Florales: Cruise– Collection-Look von Gucci.
Metallic trifft auf Florales: Cruise– Collection-Look von Gucci.
Foto: Gucci

Bequeme Sohlen

Eine der auffälligsten Erscheinungen im Zuge des Vintage-Comebacks ist die Rückkehr der bequemen Schuhe. Der größte und wohl heikelste Schuhtrend 2016 nennt sich „Granny Shoes“. Als Teil des „Tanten-Looks“ bei Prada und Gucci, erinnern die Modelle mit kleinem Blockabsatz und abgerundeter Spitze an Pumps von Queen Elizabeth. Und trotzdem setzen schon jetzt Trendsetter wie It-Girl Alexa Chung auf sie. Besonders gut kommen Granny Shoes mit Plisseeröcken oder Culottes zur Geltung.

Unter praktischen Gesichtspunkten das coolste Schuhwerk des Sommers: sporty Flats, wie bei Stella McCartney oder Chanel – sie lösen den Birkenstock-Hype des letzten Jahres ab. McCartney kombiniert die Hybrid-Schuhe (zarte Sandale mit sportlichen Sneaker-Sohlen) auf dem Runway zu Midikleidern und weiten Hosen, Karl Lagerfeld zeigt bei der Chanel- Show robuste Modelle mit kleinen integrierten Lichtern in den Sohlen.

Plateausandale von Robert Clergerie.
Plateausandale von Robert Clergerie.
Foto: Stylebop.com

So sinnlich

Rote Nelken, die spanische Stierkämpfer nach ihrem Kampf in den Ring werfen, faszinierten den 2014 verstorbenen Modemacher Oscar de la Renta als jungen Mann so sehr, dass sie seine Lieblingsblumen wurden und er sie sich als Ansteckblumen täglich ans Hemd pinnte. Genau diese Nelken greift Designer Peter Copping jetzt in seiner dritten Kollektion für Oscar de la Renta auf und präsentiert Designs in Blutrot und Schwarz, viele Volants und Schleifen. Auch andere Labels machen Latino-Elemente zu einem der wichtigsten Trends für 2016.

Bei Proenza Schouler, Michael Kors oder Balmain zeigt man Rüschen, Carmenblusen und viel Spitze – Looks, die nicht nur besonders feminin sind, sondern auch das Fernweh wecken. Auch verführerisch, aber viel sanfter: die neuen Lingerie-Looks. Bei Dior entwarf Raf Simons zarte Shorts und Tops, die von Unterwäsche aus dem viktorianischen Zeitalter inspiriert sind, bei Céline zeigt Chefdesignerin Phoebe Philo schmale Kleider mit Spitzendekolletés, die an Negligés erinnern. Ein sexy Kontrastprogramm zu den Gucci- und Prada-Looks aus Mailand und den süßen Pantone-Trendfarben.


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(ACHTUNG - HANDOUT - Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit dem genannten Text bis 31.12.2015 und nur bei vollst�ndiger Nennung der Quelle. Die Ver�ffentlichung ist f�r dpa-Themendienst-Bezieher honorarfrei.) 
Foto: Eschenbach Optik