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Mercedes-Benz X-Klasse: Mit japanischer Hilfe in die Lücke
Lifestyle 1 3 Min. 17.11.2017

Mercedes-Benz X-Klasse: Mit japanischer Hilfe in die Lücke

Die 5,34 Meter lange und 1,92 Meter breite X-Klasse kommt äußerlich als echter Mercedes-Benz daher.

Mercedes-Benz X-Klasse: Mit japanischer Hilfe in die Lücke

Die 5,34 Meter lange und 1,92 Meter breite X-Klasse kommt äußerlich als echter Mercedes-Benz daher.
Foto: Daimler
Lifestyle 1 3 Min. 17.11.2017

Mercedes-Benz X-Klasse: Mit japanischer Hilfe in die Lücke

Marc BOURKEL
Marc BOURKEL
Mittelgroße Pick-ups sind in Europa weiter auf dem Vormarsch. Davon will auch Mercedes-Benz profitieren. Mit der X-Klasse präsentiert die Marke mit dem Stern jetzt einen auf Komfort und Luxus getrimmten Midsize-Pick-up.

von Marc Bourkel

Bei Mercedes-Benz hat man sich in der Vergangenheit bereits öfter mit dem Thema Pick-up beschäftigt, zum ganz großen Durchbruch besagter Karosserievariante hat es in Stuttgart aber nie gereicht. Mit der X-Klasse soll sich das jetzt ändern. Der Autohersteller aus Stuttgart setzt dabei auf Know-how aus Japan. Bei der neuen Baureihe handelt es sich nämlich um eine – mit großem Aufwand – optisch und technisch veredelte Variante des Nissan Navara.

Wenn man weiß, dass Allianzpartner Nissan bereits seit 1935 Pick-ups baut und eine Eigenentwicklung mit Stern Milliarden verschlungen hätte, ist die Entscheidung der Mercedes-Verantwortlichen nur logisch, auf jeden Fall nachvollziehbarer als die Beharrlichkeit, mit der mancher Manager aus Stuttgart die Zusammenarbeit geradezu totschweigt – und zwar fast so, als ob man sich dafür schämen müsste.

Dass unter dem Blechkleid der X-Klasse ein aufgepeppter Navara steckt, sieht man ihr auf den ersten Blick nicht an. Das 5,34 Meter lange, 1,92 Meter breite und 1,82 Meter hohe Dickschiff kommt äußerlich als echter Mercedes-Benz daher und erinnert in der Frontgestaltung an das SUV-Modell GLE.

Im Innenraum ist die Verwandlung nicht ganz so gut geglückt. Das Cockpit nimmt zwar zahlreiche Designanleihen anderer Mercedes-Modelle auf, offenbart jedoch spätestens auf den zweiten Blick relativ viele Übernahmeteile aus dem Navara. Insgesamt bietet das Interieur aber einen mehr als ordentlichen Kompromiss aus Robustheit und Schick.

Hohe Nutz- und Anhängelast

Auch wenn die auf Lifestyle getrimmte X-Klasse wohl nur in den wenigsten Fällen als Arbeitstier dienen wird, dürften klassische Pick-up-Tugenden den meisten Käufern dennoch wichtiger sein als eine Fahrerkabine auf S-Klasse-Niveau. Die 1,59 Meter lange und 1,56 Meter breite Ladefläche und die Nutzlast von 1 067 Kilogramm können sich im Wettbewerbsvergleich auf jeden Fall mehr als sehen lassen. Und auch als Zugfahrzeug ist die X-Klasse bestens geeignet. Mit einer Anhängelast von bis zu 3,5 Tonnen kann sie laut Mercedes-Benz etwa einen Anhänger mit drei Pferden oder eine Acht-Meter-Yacht ziehen.

Das Cockpit kann die Verwandtschaft zum Nissan Navara nicht ganz leugnen.
Das Cockpit kann die Verwandtschaft zum Nissan Navara nicht ganz leugnen.
Foto: Daimler

Im Gelände schlägt der Deutsch-Japaner sich ebenfalls recht wacker – zumindest dann, wenn er über Allradantrieb verfügt. Serienmäßig wird die Antriebskraft ausschließlich auf die Hinterachse übertragen. Während die Offroad-Fähigkeiten auf Klassenniveau liegen, fährt die X-Klasse der Konkurrenz auf festem Untergrund in Sachen Fahrdynamik und Komfort regelrecht davon.

Auf kurvenreichem Geläuf fühlt sie sich derart leichtfüßig an, dass man leicht vergisst, wie groß und schwer (mindestens 2 133 Kilogramm) das Fahrzeug eigentlich ist. Mercedes-Benz hat dafür beim sogenannten Komfortfahrwerk nichts dem Zufall überlassen und setzt beispielsweise als einziger Hersteller im Segment auf Schraubenfedern vorne und hinten.

Vorerst nur mit Nissan-Diesel

Bei den Motoren gibt man sich in Stuttgart etwas weniger innovativ. Zum Marktstart steht lediglich der in zwei Leistungsstufen angebotene 2,3-Liter-Vierzylinder-Diesel aus dem Nissan Navara zur Verfügung. Der akustisch angenehm zurückhaltende Selbstzünder kommt im X 220 d auf 120 kW (163 PS) und im X 250 d auf 140 kW (190 PS) Leistung und wartet mit Normverbrauchswerten von 7,3 bis 7,9 Liter je 100 Kilometer auf.

Spätestens Mitte 2018 will Mercedes-Benz ein eigenes Triebwerk nachreichen – einen 3,0-Liter-V6-Diesel mit 190 kW (258 PS) Leistung, 550 Nm maximalem Drehmoment und permanentem 4Matic-Allradantrieb. Bei den Vierzylinder-Modellen X 220 d und X 250 d können die Kunden nur einen zuschaltbaren Allradantrieb mit Low-Range-Untersetzung und optionaler Differenzialsperre an der Hinterachse ordern.

Technische Daten

Motoren: zwei 2,3-Liter-Vierzylinder-Diesel; Leistung: 120 kW (163 PS) bzw. 140 kW (190 PS) bei jeweils 3 750 U/min; Maximales Drehmoment: 403 bzw. 450 Nm bei 1 500 bis 2 500 U/min; Kraftübertragung: Hinterradantrieb bzw. zuschaltbarer Allradantrieb, Sechs-Gang-Schaltgetriebe bzw. Sieben-Gang-Automatik; Länge x Breite x Höhe: 5 340 x 1 920 x 1 819 Millimeter; Leergewicht: 2 133 bis 2 234 Kilogramm; Zuladung: 1 067 Kilogramm; Anhängelast (gebremst): 1 650 bis 3 500 Kilogramm; 0-100 km/h: 10,9 bis 12,9 Sekunden; Höchstgeschwindigkeit: 170 bis 184 km/h; ECE-Verbrauch: 7,3 bis 7,9 Liter pro 100 Kilometer; CO2-Ausstoß: 192 bis 207 Gramm pro Kilometer; Preis: ab 36 200 Euro. 



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