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Mazda im Angriffsmodus
Lifestyle 7 1 5 Min. 04.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Mazda im Angriffsmodus

Schnittiges Design: Der Mazda CX-30 sticht aus der Masse hervor.

Mazda im Angriffsmodus

Schnittiges Design: Der Mazda CX-30 sticht aus der Masse hervor.
Foto: Gerry Huberty
Lifestyle 7 1 5 Min. 04.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Mazda im Angriffsmodus

Claude FEYEREISEN
Claude FEYEREISEN
Mazda marschiert mit dem CX-30 mit großen Schritten in Richtung Premium-Klasse. Das kompakte SUV überrascht mit einem neuartigen Benziner und einem edlen Innenraum.

Der Mazda CX-30 füllt die Nische, die zwischen CX-3 und CX-5 bestand, gekonnt aus. Dabei ist der CX-30 weitaus mehr als nur ein Lückenfüller für jene, denen das eine der beiden SUVs zu klein, und das andere zu groß ist. Er ist das Designobjekt aus dem Hause Mazda. Die fließenden Linien der Karosserie ohne Sicken und Kanten setzen sich im Innenraum fort.

Nach dem Öffnen der Fahrertür stechen sogleich die geschwungenen Linien des Armaturenbretts ins Auge: Hier steigt man gerne ein! Der Wow-Effekt hält an: Der Armaturenträger ist komplett mit Kunstleder überzogen, dessen haptische Qualität im Zusammenspiel mit den bewusst sichtbar ausgeführten Nähten Zweifel daran aufkommen lässt, dass es wirklich nur Lederimitat ist.

Ergonomie und Verarbeitung sind top

Die Verarbeitung des Innenraums ist über jeden Zweifel erhaben. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man glatt meinen, man säße in einem Fabrikat süddeutscher Provenienz. Auch ergonomisch gibt es nichts auszusetzen. Das Rezept dafür ist dabei keineswegs neu: Man nehme drei gut ablesbare Instrumente (statt eines gewöhnungsbedürftigen Digital-Cockpits), kombiniere sie mit gut erreichbaren und eindeutig zuzuordnenden Hebeln, Schaltern und Tasten und runde das Innenraumkonzept mit einem ebenso leicht zu bedienenden Infotainment-System ab.

Hier haben die Mazda-Ingenieure dann doch ein wenig geschummelt, zu offensichtlich ist die Nähe zum iDrive von BMW. Warum etwas weniger Benutzerfreundliches neu entwickeln, wenn man sich an einem bewährten System eines anderen Herstellers inspirieren kann?, hat man sich da wohl gedacht. Die Strategie geht auf, das im Mazda CX-30 verbaute Infotainment-System, das ohne fummeligen Touchscreen auskommt und stattdessen über einen intuitiv zu bedienenden Controller unterhalb des Schalthebels befehligt wird, ist schlicht und einfach – man entschuldige den Ausdruck – idiotensicher.

Hat man sich nach der kaum in Worte zu fassenden Freude über das gleichermaßen hochwertige und leicht zu bedienende Cockpit wieder eingekriegt, fällt auf, dass man – im Gegensatz zu manch anderem japanischen oder koreanischen Auto – auf Anhieb eine passende Sitzposition findet. Auch hier haben die Mazda-Ingenieure alles richtig gemacht, sogar der Bereich der Tiefenverstellung des Lenkrads ist ausreichend groß bemessen, so dass auch westeuropäische Hünen angemessen sitzen können.

Raumangebot nur durchschnittlich

Bei Zwei-Meter-Zeitgenossen auf den Vordersitzen schrumpft der Beinraum auf der Rückbank aber ziemlich arg, so dass letztere dann nur mehr Kindern zuzumuten ist. Sind Fahrer und Beifahrer aber von normaler Statur, bleibt das Platzangebot zwar korrekt, zum Raumwunder wird der Mazda CX-30 aber auch dann nicht. Insbesondere beim Kofferraumvolumen (430 Liter) läuft der schöne Japaner der Premium-Konkurrenz vom Schlage eines BMW X2 oder eines Audi Q3 ein wenig hinterher.

Beim Anlassen des Motors erinnert nichts daran, dass es sich hier um eine neuartige Variante eines Verbrennungsmotor handelt. Der 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner arbeitet nämlich nach dem sogenannten Diesotto-Prinzip (siehe Kasten). Im Leerlauf ist der Motor nicht zu hören, auch sonst bleibt er akustisch stets im Hintergrund, einzig das Ausdrehen der Gänge wird von einem deutlichen Brummen begleitet. Und das ist in der Praxis öfter der Fall, als manch einem lieb ist. Der Grund dafür ist das Fehlen eines Turboladers beziehungsweise das Motorkonzept nach dem Prinzip des klassischen Saugmotors, der seine Kraft über die Drehzahl abgibt.

Wer schnell sein will, muss schalten

Bei Mazda hält man von Downsizing offenbar ebenso wenig wie von Zwangsbeatmung bei den Benzinmotoren. So kommt es, dass man die 2,0-Liter-Maschine bis an die 7000-Touren-Marke hochjubeln muss, wenn man die Maximalleistung von 180 PS nutzen will, beispielsweise beim zügigen Überholen. Wer also mit dem CX-30 mit der sperrigen Bezeichnung CX-30 2.0 Skyactiv-X 180 6MT i-Activ AWD SkyCruise ambitioniert unterwegs sein will, muss fleißig schalten. Das Schalten macht denn auch richtig Spaß: Das Getriebe ist gut abgestuft, die Schaltwege sind kurz und der Schalthebel lässt sich knackig und schnell durch die Gassen führen.

Wer aber zwischenzeitlich mit den manuellen Getrieben gebrochen hat, dem sei der Griff zur Sechs-Gang-Automatik geraten. Jedoch sollte man sich bewusst machen, dass ein automatisches Getriebe für das Luxemburger Verkehrsaufkommen zwar sicherlich die bessere, weil komfortablere Wahl ist, aber wegen des eher hochtourig zu fahrenden Saugmotors weniger gut zu diesem CX-30 passt.


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Eingeschränktes Durchzugsvermögen

Unter normalen Verhältnissen ist das bei 3000 U/Min bereit stehende maximale Drehmoment von 224 Newtonmetern durchaus ausreichend. Kreisverkehre ab mittelgroßem Durchmesser lassen sich bequem im dritten Gang durchfahren, allerdings sollte man bei dessen Verlassen in eben jenem Gang nicht allzu stark durchbeschleunigen wollen.

Nullhundert schafft der 180 PS starke Mazda CX-30 laut Datenblatt in 9,0 Sekunden, maximal ist Tempo 204 möglich. Seine Kraft bekam der Testwagen allemal auf den Boden, dies dank des Allradantriebs. Verbrauchsseitig bleibt er aber sowohl hinter den künftig für die Berechnung der Auto-Steuer geltenden WLTP-Verbrauchswerten als auch hinter den Erwartungen zurück. Der Hersteller gibt 5,9 Liter je 100 km an, im Luxemburger Alltagsverkehr mit viel Stop&Go wies der Bordcomputer aber 7,7 Liter aus – was angesichts des Allradantriebs und des stattlichen Leergewichts von knapp 1500 kg für einen 2,0-Liter-Benziner gerade noch vertretbar ist. Fahrwerksseitig gibt es beim CX-30 nichts zu meckern, er federt straff, ist aber ausreichend komfortabel, zu schnellerem Fahren lädt die direkt arbeitende Lenkung ein.

Premium zum Kampfpreis

Nicht zuletzt wird auch die Sicherheit beim Mazda Bezeichnung CX-30 2.0 Skyactiv-X 180 6MT i-Activ AWD SkyCruise groß geschrieben. Serienmäßig an Bord sind u.a. die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Stauassistenzfunktion, die Ausparkhilfe, der Berganfahrassistent, der Notbremsassistent mit Fußgänger- und Radfahrererkennung, die Müdigkeitserkennung, der aktive Spurhalteassistent mit Lenkradunterstützung, die Verkehrszeichenerkennung und das Head-up-Display. All das sowie den mit Leder ausgeschlagenen Innenraum mit Premium-Flair gibt es zum Preis von 33.543 Euro (einzig die Metallic-Lackierung kostet bescheidene 483 Euro extra). Eine Kampfansage an die Konkurrenz.


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