Luxemburger Designerin will per Internet-Voting in die „Vogue“

Feyrouz Ashoura: extravagante Mode aus dem Großherzogtum

Feyrouz Ashoura will ganz nach oben - beim Voting der "Vogue Talents 2013".
Feyrouz Ashoura will ganz nach oben - beim Voting der "Vogue Talents 2013".
Foto: privat

Von Catherine Noyer

„Stimmt für mich ab“ bittet Feyrouz Ashoura per Facebook. Die Luxemburger Designerin braucht dieses Voting für die Wahl der „Vogue Talents 2013“. Und um daran teilzunehmen muss man schon sein Talent auf anderen Ebenen bewiesen haben.

Ihr Name klingt nicht gerade Luxemburgisch. „Es ist ohnehin mein Künstlername. In Luxemburg bin ich eher unter meinem richtigen Namen, Samimah Achour, bekannt. Der klingt fast ebenso exotisch“, lacht die 24-Jährige. Den verdankt sie nämlich ihrem algerischen Vater und nicht ihrer luxemburgischen Mutter.

Aufgewachsen ist Feyrouz Ashoura in Luxemburg-Stadt, wo sie das Lycée Aline Mayrisch besuchte. „Mit Mode hatte ich eigentlich wenig am Hut. Meine Stärken lagen eher im naturwissenschaftlichen Bereich. Daher wählte ich auch den mathematisch-wissenschaftlichen Zweig“, blickt die Designerin zurück.

Aufnahmeprüfung an der „Esmod“ Paris

Aber irgendwann entdeckte sie doch eine Ader für die Mode, zumal sie gut zeichnen konnte. „Ich fertigte Skizzen, aber keine Prinzessinnenkleider, sondern blieb bei der Wissenschaft. Ich orientierte mich an der Anatomie, war fasziniert von Skeletten.“

Mode schien also doch ihre Richtung zu werden. Um das auszuloten, machte sie ein einmonatiges Praktikum an der weltweit bekannten Modeschule „Esmod“ in Paris. „Das war in der 2°, da ich sehen wollte wie das Modedesign konkret aussieht. Die Erfahrung war positiv, zumal mich die Lehrer ermutigt haben, weiter zu machen“, so Feyrouz Ashoura. Sie beschloss es zu probieren, machte ihren Schulabschluss in Luxemburg und schrieb sich zur Aufnahmeprüfung in Paris ein.

Als bei den Prüfungsgesprächen Fragen nach Modezeitschriften und Lieblingsdesignern kamen musste sie improvisieren: „Ich war eine Art Antipode in dieser Welt, las sowas nicht und kannte auch kaum einen Designer“.

Ausschlaggebend war dann schließlich ihr Zeichentalent, was die Lehrer als Potential einstuften und sie bestand die Esmod-Aufnahmeprüfung. „Das bedeutete drei Jahre Paris, in denen ich lernte, was es heißt, ein Kleidungsstück von A bis Z anzufertigen. Nähen konnte ich vorher nicht und das hatte oberste Priorität“.

Da die Esmod weltweite Dependancen hat, nahm Feyrouz Ashoura die Gelegenheit wahr, um einen Monat lang in Tokyo zu lernen. „Es war nicht nur um Japan kennen zu lernen, sondern der Aufenthalt in einer anderen Kultur hat mir auch künstlerisch die Augen geöffnet“, sagt sie.

Nachdem sie 2011 eine extravagante Abschlusskollektion der Modeschule kreiert hatte, machte sie ein Praktikum in den Niederlanden bei der Designerin Iris van Herpen. „Das waren vier interessante Monate - von Oktober 2011 bis Januar 2012 - in denen ich Einblick in das Tagesgeschäft eines jungen Couturehauses erhielt“, erläutert sie.

Ein Showroom für junge Designer

Feyrouz Ashoura wählte danach Dubai als Arbeitsort, wo sie eigene Kreationen anbietet und mit anderen Designern zusammen arbeitet. „Ich begann allerdings auf der Gegenseite, arbeitete zunächst als Verkäuferin in einem Concept-Store und stieg danach zum Store-Manager auf“. Diese für sie wichtige Erfahrung zahlte sich aus, als sie gefragt wurde, ob sie zum ersten Geburtstag des Geschäftes eine Haute Couture Kollektion entwerfen und deren Anfertigung in Paris begleiten könnte.

Für die Luxemburgerin war dies eine Art Sprungbrett in einen neuen Job: Der Einstieg in einen Showroom für junge Designer im Künstlerdistrikt von Dubai. „Eine Arbeit, die total interessant ist und in die ich mich sowohl organisatorisch als auch kreativ einbringen kann. Meine eigene Kollektion wird dort ab September präsentiert“ resümiert sie ihre neue Aufgabe.

In diesem Rahmen entdeckte sie auch den Vogue-Wettbewerb. „Das Modemagazin ist zweifelsohne die Nummer eins und wenn man solch einen Wettbewerb gewinnt, dann ist das wie ein Sechser im Lotto“, weiß die Designerin.

400 Nachwuchsdesigner sind ursprünglich zugelassen, von denen 50 per Voting eine Runde weiter kommen. Die wiederum werden von Modeprofis bewertet und übrig bleiben zehn. Dann erfolgt eine letzte Wahl und der Gewinner darf eine Kollektion entwerfen, die von Vogue gesponsert und natürlich groß in dem Modemagazin präsentiert wird. „Und es wäre natürlich toll wenn das die Kollektion einer Luxemburgerin wäre, oder?“ lacht Feyrouz Ashoura.

  • Vogue und das MUUSE-LabelMUUSE ist ein internationales Modelabel mit Sitz in Kopenhagen, das avant-gardistische Kollektionen der besten Nachwuchstalente aus aller Welt in kleinen Serien auf den Markt bringt. Ziel von MUUSE ist es qualitativ hochwertige Mode mit großen Design-Talenten zu schaffen und Einzelmodelle zu entwickeln, mit der Überzeugung das Designerstücke die Mode der Zukunft sind. MUUSE ist Ausrichter des Talent-Wettbewerbs 2013 für das Modemagazin Vogue. Wer für Feyrouz Ashoura voten möchte, kann dies noch bis zum 26. August 12.00 Uhr hier tun.