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Lissabon: „Shabby Chic“ am Tejo

Lissabon: „Shabby Chic“ am Tejo

Lissabon: „Shabby Chic“ am Tejo

Lissabon: „Shabby Chic“ am Tejo


von Nicole WERKMEISTER/ 05.04.2019

Die Stufen am Flussufer des Tejo sind besonders in der Abendsonne ein beliebter Treffpunkt.Foto: Shutterstock

Ebenso wie Porto wurde auch die portugiesische Landeshauptstadt vom Tourismus neu entdeckt.

Es hat sich einiges getan in Lissabon. Eine Vielzahl jener Gebäude, die man noch vor fünf Jahren dem Verfall preisgegeben sah, erstrahlt – nicht zuletzt dank ausländischer Investoren – wieder in neuem Glanz.

Nicht Rom, nicht mehr Barcelona: Lissabon ist „the place to be“. Gründe dafür gibt es genug: ein mildes Klima, das durch die Lage am Atlantik und der Mündung des Flusses Tejo begünstigt ist. Dazu an den meisten Tagen des Jahres strahlend blauer Himmel – und eine abwechslungsreiche Stadtarchitektur mit ebenso historischen wie pittoresken Gebäuden, imposanten und idyllischen Plätzen.

Einen Überblick über die rund 500 000 Einwohner zählende, teils hügelige Großstadt kann man sich mit einer Yellow-Bus-Tour verschaffen. Bei Kennern als touristisch und teuer verpönt, bietet ein Dreitagesticket für 20 Euro dennoch die Möglichkeit, die drei möglichen Routen zu nutzen, um die verschiedenen Stadtteile wahlweise mit dem Bus zu erreichen. Weit günstiger, aber etwas komplizierter, ist die Nutzung des städtischen Busnetzes oder der Metro, die jedoch weniger Ausblick bietet.  

Barock am Flussufer

Zu den baulichen Ikonen der Stadt zählt der großzügig angelegte Platz Praça do Comércio, ein Wahrzeichen des Wiederaufbaus nach dem großen Erdbeben von 1755. Er gehört neben dem Rossio mit seinem wellenförmigen Mosaikboden und der Praça da Figueira, die heute auch als Verkehrsknotenpunkt für Straßenbahnen, Busse und die Metro dient, zu den drei wichtigsten Plätzen innerhalb der Baixa Pombalina, jenes damals neu gebauten Stadtteils. Sein noch immer gebräuchlicher zweiter Name, Terreiro do Paço, auf Deutsch etwa „Palastgelände“, erinnert an das Paço da Ribeira, das königliche Uferschloss, das sich dort einst befand. Heute lässt sich an den Stufen zum Ufer des Tejo die Abendsonne mit Blick auf die Brücke und die am anderen Flussufer erbaute Statue Cristo Rei genießen.


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Süßes mit Tradition

Folgt man den schachbrettartig angelegten Straßen aus der Barockzeit in die entgegengesetzte Richtung stadteinwärts, befindet man sich schnell in einem der beiden Haupteinkaufsviertel der Altstadt. Unübersehbar sind die Souvenirläden der Hersteller von Sardinenkonserven, die das fast vergessene Lebensmittel mit neuem Retrocharme präsentieren. Weitere hochwertige Andenken wie Azuljeos, die berühmten und dekorativen Fliesen Portugals, findet man im offiziellen Souvenirladen der Stadt. Zum Kaffee samt hausgemachtem Gebäck trifft man sich in historischem Ambiente – möglichst außerhalb der überfüllten Nachmittagsstunden – in der 1829 gegründeten und nach eigenen Angaben ältesten Konditorei Lissabons, der Confeitaria Nacional.

Im Social-Media-Wettstreit um die beste Pastel del Nata, ein kleines Blätterteigtörtchen mit Pudding, liegt aktuell die Manteigaria in der Rua do Loreto 2 vorne. Den Klassiker, für den Touristen lange Schlange stehen, gibt es bei der Pastelaria Casa Pastéis im Stadtviertel Belém, wo sich einst das Kloster befand, dessen Mönche das Zuckergebäck erfanden.

Zum Ausgehviertel entwickelt hat sich der Stadtteil Alcântara. Die Lagerhäuser der Santo-Amaro-Docks nahe der Ponte 25 de Abril und stillgelegte Fabriken wurden in Restaurants und Clubs verwandelt. Ein ganzes Areal mit verschiedenen Lokalen und kleinen Shops befindet sich auf dem Gelände der LX Factory. Hier lässt sich erleben, wie Kreativität auch den Zeichen des Verfalls eine eindrucksvolle Ästhetik abgewinnen kann. 



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